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Las war Fritz denn dock zu toll. „JK mutz bemerken, daß diese Bezeichnung durchaus nicht für Lenchen paßt. Und was Du da von „im Hause dulden" sprichst, Tante, hast Du Dir wohl nfcht recht überlegt. Das Haus ist mein Haus, und ach allein habe zu bestimmen, wer hier Heimatsrecht geniesten soll, und wer nicht." Ein drohender Blick, der mehr fugte, als die Worte selbst, traf das vor Wut bebende ältliche Fräulein. Dann stand der junge Mann aus und zog sich! in sein Zimmer zurück, Lenchen an der Hand mit sich! führend, in der wohlweislichen Annahme, dast es ihr schlecht ergehen könnte, sofern er sie dem Born der drei Damen überliest.
„Gott sei Dank"— sprach er bei sich —„daß mich endlich ein Zufall gelehrt, welch lächerliche Rolle ich bisher gespielt. Aber jetzt ßoll's ou^l damit vorbei sein, ein für alle Mal! Wie gut, datz die gnädige Frau nicht zu Hause war; denn sonst —"
Ja, es war gut gewesen, sehr gut! Denn alles, was sich weiterhin ereignete, war streng genommen nur die Folge davon. Fritz würde andernfalls nicht mit den Tanten aneinandergeraten sein und von seinem Haus- herrnrecht Besitz ergriffen haben, und er würde auch nicht in weicher Stimmung Frau Tiefurt einen zweiten Besuch gemacht haben — diesmal im schwarzen Gehrock und hohem Hut — um ihre Verzeihung zu erbitten für — nun, wir wissen schon wofür. Da die schöne Witwe, wie wir bereits von Lenchen gehört, durchaus keine schlechte Meinung von dem jungen Manne hatte, so zeigte sie sich auch nicht unversöhnlich, sondern t— .--
Doch, wozu soll ich mich mit langen Auseinandersetzungen chufhalten/ meine Leser haben zweifellos längst erraten, was das Endergebnis von alledem war, das bald darauf auf goldgeränderten Karten Freunden und Verwandten verkündet wurde.
So viel Ursache die beiden jungen Leute aber auch hatten, zufrieden dainit zu sein, dast Frau Tiefurt sich bei ihres Fritz' erstem Besuch! vor ihm verleugnen liest, so mußte sie ihm doch am Hochzeitstage versprechen, daß die Redensart: „die gnädige Frau ist nicht zu Hause", niemals bei ihnen laut werden sollte, sofern sie nicht auf strengster Wahrheit beruhte. Schpn um Leuchens willen mar es nötig, da solche Lügen auf Kinder doch einen schlechten Einfluh üben; außerdem aber hatte Fritz sich auch in Gegenwart der Tanten feierlich dazu verpflichtet und — ein rechter Mann hält stets sein Wort----
Deutsch überall!
Langsam, aber sicher vollzieht sich! die Sprachreinigung buch! aus dem Gebiete der Küchensprach e. Wenn auch viele aus alter Gewohnheit noch« an den französischen Ausdrücken festhalten, so kommt doch der gesunde deutsche Smn mehr und mehr zu der Erkenntnis, dast uns hier noch ein Stück Welschtum aus vergangenen Zeiten der Erniedrigung anhaftet, welches nunmehr endlich abgeschüttelt werden muß. Ter früher ost erhobene Einwand, daß wir keine deutschen Erfatzwörter für die französischen Bezeichnungen hätten, ist längst widerlegt worden, vor allem durch das glänzende Beispiel unseres deutschen Kaisers, der seit zwölf Jahren rein deutsche Tafelkarten führt. Ein bequemes Hilfsmittel zur Verdeutschung der Tischkarten bietet das von dem Allgemeinen Deutschen Sprachverein herausgegebene Verdeutschpngsbuch I, „Die deutsche Speisekarte", dessen 4. Auflage jetzt erschienen ist. Die neue Auflage ist eine vollständige Umarbeitung des alten Büch!- leins, zu welcher sich der frühere Herausgeber, Professor Dr. H. D u n g e r, mit einem angesehenen Fachmann, Ernst L ö st Nr tz e r, vereinigt hat.
In einer ausführlichen Einleitung behandelt H. Dünger das Fremdwort-Unwesen in der 'Küchen-, und Gasthofsprache. Er erörtert die Gründe gegen und für die Verdeutschung der Speisekarte und zeigt, was in dieser Richtung bereits geleistet worden ist und was noch zu thun ist. Hieran schließt sich eine stattliche Reihe von deutsche Tischkarten, wie sie an Fürftenhöfen und bei festlichen Gelegenheiten gebraucht worden sind. Auch eine Anzahl scherzhafter Taselkarten ist mit ausgenommen. Das eigentliche Ver
deutschungs-Wörterbuch ist bedeutend vermehrt. Während die 3. Auflage 738 Ausdrücke bot, umfaßt die 4. Auflage 1133 Wörter. Außerdem ist noch ein Verzeichnis der ge- brärichlichsten Speisen hinzugefügt worden, ferner zwei Bildtafeln über die Fleischstücke des Rindes und Kalbes und ein verdeutschter Speisekarten-Vordruck für solcher Wirtschaften, die nicht besondere Mittags- und Abendkarten drucken lassen. Als Titelbild ist die verkleinerte Nachbildung einer deutschen Tischkarte unseres Kaisers beigegeben. Das fm Verlage des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins (F. Berggold in Berlin) erschienene, sauber ausgestattete Büchlein kostet nur 60 Pfg.
Gemeinnütziges.
Früh tragbare und früh reifende Aepfel. Die Pflanzzeit steht vor der Thür. Der Obstsreund überlegt, was er zu wählen hat, um seinen Obstgarten mit reiche und sicher tragenden Sorten zu bepflanzen. Ter Obstzüchter sieht nach! Sorten, die ihm auf dem Markte Geld bringen. Beider Bestreben kommt ein Artikel in Nr. 26 des „Erfurter Führers" entgegen, wo die früh reifenden und früh tragbaren Aepfel einer eingehenden Besprechung unterzogen sind und durch vorzügliche Abbildungen dem Leser nahe gebracht werden. Da diese Nummer unseren Lesern kostenfrei zur Verfügung steht, wenn sie dieselbe vom Geschäfts amt des „Erfurter Führers" verlangen, so möchten wir daraus verweisen.
Lttterarisches.
Ich halte einst ein schönes Vaterland. Novellen von H. Hermann. E. Pierson's Verlag; Dresden. Preis M. 2.50. — Die vier Novellen, die der Heinesche Vers zu einem Ganzen verbindet, haben einen Vorzug gemeinsam: sie zeichnen sich sämtlich durch eine reich belebte, viel verschlungene Handlung aus und wollen mehr durch geschickte Lösung spannender und verwickelter Verhältnisse erfreuen, als durch eine geistreichelnde Behandlung tiefgründiger seelischer Vorwürfe. Daß den Erzählungen trotzdem immer ein harmonischer Abschluß sicher ist und der Autor mit gutem Geschmack und sicherem Geschick durch all' die Kreuz- und Ouergänge das Schifflein der Handlung zu steuern weiß, macht seiner Gestaltungsgabe alle Ehre, nicht minder die wechselvolle Verschiedenheit des Aschenbrödelmotivs, das Hermann ganz besonders in diesen Novellen bevorzugt, und dem er neue Seiten abzugewinnen mit Glück versucht hat. Eine gewisse Vorliebe für baltische Gesellschaftskreise als den Hintergrund der fesselnden Erzählungen scheint nicht ohne Einfluß auf die Wahl dieses Titels gewesen zu sein und gießt zugleich den Schlüssel zu seinem Verständnis. Das Buch verdient allen Freunden gediegener Unterhaltungslektüre empfohlen zu werden. F.
Füllrätsel.
Nachdruck verboten. Kleidungsstück. Stadt in Afrika. Stadt in Irland, deutscher Held. Flüßchen in den Alpen. Kleidungsstück.
1.
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6,
In die Felder vorstehender Figur sind die Buchstaben a a a a, b, d d d, e e, i i, l l l l l, m m, n n n n n, o o o o o, p p, r, s, t, u, z derart einzutragen, daß die wagerechten Reihen Wörter von der beigefügten Bedeutung ergeben, während die erste und die letzte senkrechte Reihe je eine europäische Hauptstadt bezeichnen.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Homonym in voriger Nummer:
Der Band, das Band.
V^" Das neue Quartal werden die Familien- blätter mit einem spannenden Roman von Reinhold Ortmann, betitelt:
Unter dem Schwerte der Themis
beginnen.
strdMi»»: st. »urltznrdt. — »ruck unk «erlag der »rstchl'fchen UniverStiit-.Buch. und Gteindruckerei (Pietsch Erke«) in «ietzen.


