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Örnament aus farblosem Glasp, das hier und dort in kleine Hörnchen ausläuft, begleitet. Der Kelch steigt auf diesem schwanken Fuße in eine Windenblüte auf; das Ganze ist von ausnehmend graziöser Feinheit. Hübsch ist auch eine wellig in einzelnen Tüten gebogene Schale aus farblosem Glase, durch das sich abwechsend Bänder aus undurchsichtigen weißen Wellenlinien und solche aus Goldstaub ziehen. Die Schale läuft in einem gebogenen Henkel aus, der von einem Seepferdchen aus rosa Glas überragt wird.
Während Salviati und Fronchetti sich an der Glasfabrikation genügen lassen, produziert Tertoliui daneben noch Schmucksachen, silberne Tafelgeräte, herrlich geschnitzte Möbel, nebst den seidenen! Bezügen, alles in denkbarster Vollendung. Wenn man setzt vom „Venetianer Knnstt- gewerbe" spricht, so bedeutet das im Grunde nichts anderes, als die Erzeugnisse der Firma Testolini. Ein Gang durch die Verkaufsräume ist denn auch ebenso lohnend wie der Besuch! eines Bazars.
In gar kunstvoller Berechnung der Steigerung ist hier alles aufgebaut. In den ersten Räumen alle jene wohlfeilen Kleinigkeiten, die man auch in hundert andern Verkaufsläden erblickt, die dazu dienen, daß der Fremde sich selbst oder den Freunden daheim „etwas aus Venedig" stiftet: Schmucksachen und Bilderrahmen in grober Mosaik, Löffelchen mit der Dogenmütze, dem Markus- löwen oder dem gezähnten Schnabel der Gondel geschmückt, billiges Filigran, Moraständer mit Ansichten der Lagune oder der Markuskirche in roher Oelmalerei. Dann gelangen wir aber in die Räume, wo die Glaswaren ausgestellt sind, und nun beginnt alles das, was wir in dem ersten Laden im Erdgeschpß gesehen, und was uns dort so entzückte, zu verblassen. Hier zeigen sich Gläser, Vasen und große Tafelaufsätze in, einem Reichtum der Form und »einer Sorgfalt der Ausführung sondergleichen, man begreift es nicht, wie die gebrechliche Ware in einer solchen Feinheit bearbeitet werden konnte. An den Wänden hängen große Spiegel in Rahmen von Mosaik, von geschliffenem Glas oder aus Glasblumen zusammengesetzt und spiegeln die aufgebauten Herrlichkeiten wieder; von der Decke hängen riesige Kronleuchter hernieder, Bouquets aus verschiedenfarbigen Glasblumen, deren Effekt noch gesteigert wird durch das im Innern verborgene, das Glühlicht umschließende bunte Glas. Bewundern wir ein solches Stück, so flammt wie aus einen Zauberschlag das farbige Licht darin auf, und eine blendende Helle ergießt sich über den ganzen Raum. Ebenso wie in der Fabrik gießt es auch hier „keinen Kaufzwang", aber der moralische Zwang ist hier viel größer als dort. Wer könnte hart bleiben, wenn der Gentleman, der uns herumführt, der alles so überaus nett erklärt, der durch einen Druck seines Fingers für uns, einzig für uns, das elektrische Licht in blendender Pracht erstrahlen macht, uns aus irgend ein Stück, sagen wir solchen hübschen Kronleuchter so besonders und immer wieder und wieder hinweist! Man kauft gut und billig; dasselbe Stück würde in Berlin oder Wien ungleich höher im Preise stehen. Wer man begeht hier beim Einkauf oft den, Fehler, da>ß Wan, geblendet durch die Umgebung, etwas ersteht, was später zu Hause in einer bürgerlichen Einrichtung zu prunkvoll erscheint*).
*) Der Zufall fügte es, daß einer unserer Freunde jüngst von Venedig aus die Glasfabriken in Murano ebenfalls besuchte. Einer der Angestellten des Hotels, in dem er logierte, äußerte im Laufe des über gedachte Erzeugnisse geführten Gespräches, daß eine Anzahl der besseren dort ausgestellten gläsernen Kunsterzeugniffe nicht in Murano hergestellt seien, vielmehr aus sächsischen, bezw. böhmischen Glashütten stammten. Danach wäre auch das Loblied unserer verehrten Mitarbeiterin mit wechselnden Vorzeichen zu versehen. D. Red.
Geinsinnützigss.
DasPflückeudesObstes. Wie oft sieht mau in den Läden, auf den Märkten, ja selbst auf den Obstausstel- lungen schlecht gepflücktes Obst. Statt daß es „gepflückt" wird, wird es vom Baume gerissen, und dabei bleibt meistens der Stiel am Baume oder ein Stückchen Ast am Obste Mutter Natur hat dabei dem Pflücker einen deutlichen Fingerzeig gegeben, wie Obst gepflückt werden soll.
Während das Obst reift, bildet sich von selbst langsam zwischen dem Stiel und dem Holz eine Korkschicht, die nach Abnahme resp. nach Abfallen des Obstes das Holz vor d em Eindringen von Parasiten schützt. An dieser Korkstelle erfolgt die natürliche Trennung von Obst und Holz, und hier Muß das Obst aß gen ommen werden! In der neuesten Nummer des praktischen Ratgebers, die umsonst von dem Geschäffsamt in Frankfurt a. Oder verschickt wird, ist die Pflückstelle wie das richtige Pflücken bildlich dargestellt — wer sich dafür interessiert, lasse sich die Nummer kommen.
Pastetchen vonkaltemHasenbraten. Uebrig gebliebener Hasenbraten wird ganz fein gehackt. In etwas Butter dämpft man eine kleine, seingeschnittene Zwiebel, gießt dann das Fleisch, ein eingeweichtes und wieder ausgedrücktes Brödchen, »etwas! feingehackten Schinken, Salz, Muskatblüte dazu, und läßt dieses mit etwas Sahne (Rahm) und etwas Bratensauce kochen. Die Farce wird, bevor sie in die vorher gebackenen Pastetchen gefüllt wird, mit 1 Theelöffel Maggi-Würze im Geschmack gekräftigt und sehr verfeinert. A. R. Sch.
Littevavisches.
Eine musikalische Ueberraschung, die in den weitesten Kreisen Aufsehen erregt, bringt das neueste Heft der „Wiener Mode", das erste des vierzehnten Jahrganges. Es enthält nämlich den schönen Aschenbrödel-Walzer aus dem nachgelassenen Ballet von Johann Strauß, das im Herbst dieses Jahres an der Berliner königlichen Oper zum ersten Male aufgeführt werden wird. Das entzückende Stück, daS sich nur mit der „Schönen blauen Donau" und dem „Fledermaus-Walzer" vergleichen läßt, ist das erste, das aus dem Ballet veröffentlicht wird, so daß die Leserinnen der „Wiener Mode" vor allen anderen Gelegenheit haben, das letzte Werk des Walzerkönigs kennen zu lernen. Wie wir hören, hat diese Veröffentlichung eine so starke Nachfrage hervorgerufen, daß trotz der großen Auflage nur noch sehr wenig Hefte vorhanden sind und von vielen Buchhandlungen nur an Abonnentinnen, nicht aber im Einzelverkaufe geliefert werden. — Preis vierteljährlich 2 Mark 50 Pfennig. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten oder direkt vom Verlag der „Wiener Mode", Wien, IV., Wienstraße 19. *
WalVidyUe.
Auf einem Pilz int Tannenwald
Ein Wichtelmännlein saß, Das stumm aus einem Eichelnaps Sein Abendsüppchen aß.
Sein Wichtelweiblein sah ihm zu
Und frug ihn hocherfreut:
„Mein Alterchen, wie schmeckt Dir denn
Dein Nesselsüpplein heut'?"
Der Wichtelmann strich seinen Bart
Und sah sein Weibchen an: „Famos! Was hast Du eigentlich Denn heute dran gethan?"
Da lacht das kleine Wichtelweib:
„Am Waldesrande fand Ich eine Flasche gestern srüh, Drauf „Maggi's Würze" stand.
Von dieser hab' ich etwas nur
Der Suppe zugesetzt, Drum schmeckt dieselbe offenbar So ausgezeichnet jetzt." H. W.
Arithmogriph.
Nachdruck verboten.
123415678 berühmter Maler.
2 17 2 Planet.
8 5 7 2 Insekt.
4 5 1 1 2 6 Turngerät.
1 5 4 2 Vogel.
5 6 6 5 Vorname.
6 5 3 2 Bezeichnung.
7 5 6 8 2 italienischer Dichter.
* 8 15 4 Gangart.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung der Geheimschrift in vor. Nr.:
Am Ende deiner Bahn ist gut Zufriedenheit, Doch wer im Anfang ist zufrieden, kommt nicht roert.^
®. «urkdartzt. — »ruck und Verla, der Brühl'sch«
UatversttärS-Buch. und Gteindruckeret (Pietsch «rde») is «ietee.


