- 6iä -

Nutzend, in große Pfannen mit siedendem Olivenöl eingetaucht tu werden. Diese Verrichtung dauert je nach der Größe der Fische 3 bis 5 Minuten. Damit das Olivenöl seinen natürlichen Geschmack behält, wird es nicht über offenem Feuer erwärmt, sondern es wird überhitzter Dampf durch das Oel hindurchgeleitet.

Nach dem Sieden werden die Sardinen, immer noch auf den Rosten, zum Abtropfen aufgestellt, und nach dem Trocknen in Büchsen verlegt. Diese gelangen dann in den Oelraum, wo die Lücken zwischen den Fischen mit frischem Olivenöl ausgefüllt werden. Auch die Gewürze, Tomaten­sauce und Sardellenpaste, welchen die französische Sardinen­bereitung hauptsächlich ihren Weltruf verdankt, werden hier beigefügt.

Auf Schienen lausende Wagen befördern die Büchsen nach dem Lötzimmer, wo einige 30 Arbeiter mittelst Löt­kolben die Deckel befestigen.

Die Büchsen werden, um die etwa in ihnen eingeschlossenen Mikroben zu zerstören, in große, mit kochendem Wasser gefüllte Pfannen gebracht, in diesen dem Kochprozeß unter­worfen, hierauf in Sägespänen getrocknet und genau unter­sucht. Die Untersuchung erfolgt durch einen besonders sorg­fältigen, gewissenhaften Beamten, durch dessen Hände jede Büchse geht.

h Zeigt sich ein Fehler in der Lötung, so wird das Stück zurückgewiesen und nach dem Abfallraum befördert. Der Inhalt einer solchen Büchse hat keinen Nahrungswert. Die tadellosen Stücke werden zu je hundert in Kisten verpackt, und in dieser Form in den Handel gebracht.

Die Sardinen sind aber, das muß hier noch betont werden, recht komische Geschöpfe. Während sonst alle Welt bem Grundsatz huldigt:Frische Fische, gute Fische", werden die Sardinen erst köstlich, wenn sie ein Jahr in der Büchse zugebracht haben. Sie gewinnen in dieser Zeit erheblich an Geruch und Geschmack, während man frische Sardinen keineswegs als Delikatesse anzusehen pflegt.

GeineinnAtziges.

Aür die Küche.

Gedämpftes Kaninchen. Man zerlege zwei Kanin» chen in gleiche Stücke und bestreue sie mit Salz und ziemlich viel gestoßenem Pfeffer, schneide vier mittelgroße Zwiebeln in Scheiben, lege eine Schicht davon auf den Boden eines Topfes, der gerade groß genug ist, um die Kaninchenstücke aufzunehmen, und einen gutschlteßenden Deckel hat; über die Zwiebeln giebt man eine Schicht Fleisch, darüber wieder Zwiebeln und wechselt so ab, bis alles Fleisch eingelegt ist, worauf man nun eine Schicht Speck, in nette, mundgerechte Stückchen geschnitten, legt und über diese noch eine Schicht von Zwiebeln, deckt den Topf jetzt zu und läßt die Kanin» chen in einem schwach geheizten Ofen oder auf einer heißen Stelle des Herdes zwei Stunden lang gelinde dämpfen, denn da keine Flüssigkeit zugesetzt wird, würde die Speise sonst leicht anbrennen. Beim Anrichten stürzt man sie auf eine erwärmte Schüssel und serviert sie möglichst heiß mit frisch »bgekochten Kartoffeln dazu. Es ist eine kräftige, sehr gute Speise und besonders bei Herren sehr beliebt.

Lttterarisches.

Äircheugeschichte. Von Karl von Hase. Zwölfte Auflage. Leipzig, Breitkopf und Härtel 1899.

Karl von Hases, des berühmten Jenenser Kirchenhistorikers Aus­spruch:Wir gehen einer Zeit entgegen, in der man die Kirchengeschichte zur allgemeinen höheren Bildung rechnen wird" hat seine große Berech­tigung, wenn man berücksichtigt, wieviel gerade feine glänzende feinsinnige und bis dahin in chrer knappen gehaltvollen Art unübertroffene Dar­stellung der Kirchengeschichte dazu beigetragen hat, unter den Gebildeten überhaupt, nicht blos unter Theologen das Interesse an der Kirchen­

geschichte zu erhöhen. Die jetzt vorliegende neue Ausgabe in zehn Lieferungen ä 50 Pfg. hat für weitere Kreise den Vorzug, daß sie, losgelöst von dem Ballast der Quell- und Litteraturübersichten, ein rechtes Volksbuch für die Gebildeten sein will. Jeder, der sich in das seit vielen Jahren so sehr geschätzte Buch vertieft, wird seine Freude haben an der kraftvollen pointierten Darstellung, aufgebaut auf dem Fundamente gründlicher wissenschaftlicher Forschungsergebnisse. Durch den Professor der Theologie D. Krüger in Gießen, der sich um die Herausgabe von Hases Werken bereits sehr verdient gemacht hat, ist auch die Neuauflage der Kirchengcschichte besorgt worden.

Richard Leanders sämtliche Werke in io Lieferungen zu je 50 Pfg. oder in 1 Band geh. Mk. 5. Leipzig, Breitkopf u. Härtel.

Es ist ein großes Verdienst der oben bezeichneten Verlagsbuch­handlung, daß sie die Schätze unserer deutschen Litteratur in der Form billiger und dabei in Druck und Papier gut ausgestatteter Volksausgaben den weitesten Kreisen zugänglich macht. Es handelt sich hierbei nicht blos um die älteren Klassiker, sondern auch die Erzeugnisse der Litteratur aus neuerer Zeit werden auf diese Weise verbreitet. Daß zu diesen auch Rich. Leanders Werke zählen, ist dankbar zu begrüßen. SeineTräumereien an französischen Kaminen" echt deutsche Märchen, ersonnen bei der Belagerung von Paris 70/71, ein Liebesgruß an Gattin und Kinder in der Heimat sind bereits ganz zu Volksmärchen geworden und ver­dienen es auch, denn sie zeichn n sich nicht blos durch wohlthuende Kürze aus verbunden mit einer außergewöhnlichen Tiefe in der Empfindung, sondern sind auch ihrer ganzen Art nach so angelegt, daß sie ebenso Kindern vorerzählt oder vorgelesen werden können, wie sie Erwachsene fesseln und erfreuen. Wer LeandersTräumereien" bereits kennt, wird sich freuen in dieser erstmaligen Gesamtausgabe seiner Werke auch mit seinen übrigen Erzeugnissen: Neue Geschichten, Gedichte, alte und neue Trubadourlieder bekannt zu werden. Man findet da dieselben Vorzüge, die sein erstgenanntes Werk auszeichnen. Die ganze Sammlung bildet eine wirklich wertvolle Bereicherung für jede Familienbibliothek. .

Kan-i-alenfahrlen von H. A. Köstlin. 2. Auflage, Verlag von I. C. B. Mohr, Freiburg, 1899, Mk. 1.20 geh.

Es ist sehr erfreulich, daß das Jugendwerk des rühmlichst be­kannten Gießener Professors für praktische Theologie neu aufgelegt worden ist, hat es doch in seiner 1. Auflage sich sehr viele Freunde er­worben und dem leisen Bedenken des Herrn Verfassers, jetzt nach 25 Jahren dieseErgüsse gärungsvoller Jugend" noch einmal in die Welt gehen zu lassen, kann man entgegenhalten, daß solch tief angelegter, nach Wahrheit und Klarheit ringender Charakter, wie er sich in dem Kandidaten Christoph Maier, der Hauptfigur des Buches, ausprägt, stets namentlich in solch gemütvoller Darstellung, einen tiefen Eindruck bei den Lesern hinterlassen muß. Wir begleiten den jungen Theologen aus der ausklingenden Studienzeit in die einsame Stills eines schwäbischen Gebirgsdorfes zu seinem ersten amtlichen Wirken unter dem Einfluß eines würdigen, in sich geklärten Pfarrers, wir durchleben mit ihm die an Ereignissen reiche Hauslehrerzeit in der Weltstadt Paris und finden ihn schließlich wieder in seinem Heimatland an der Stätte seiner ersten Thätigkeit, wo er das Glück seines Lebens findet. In diesem Rahmen ist nun eine Fülle von edlen, ehrlichen Selbstbekenntnissen des Kandidaten bezw. Vikars enthalten, aus welchen uns die großen inneren Nöte aber auch die segensreichen Erfahrungen eines Anfängers im geistlichen Amte entgegenklingen. Kurz ein nach den verschiedensten Seiten anziehendes und anregendes Buch. Endlich sei noch die gediegene einfache äußere Ausstattung des Büchleins erwähnt, wodurch es sich zu Geschenken recht empfiehlt. G.

Magisches Quadrat.

Nachdruck verboten.

In die Felder nebenstehenden Quadrates sind die Buchstaben b b b, e e e e e e e, h, i, 1 I, r r derart einzutragen, daß die wagerechten und senkrechten Reihen gleichlautend folgendes ergeben:

1. Griechische Gottheit.

2. Ein Tier.

3. Werkzeug.

4. Einen Baum.

(Auflösung in nächster Nummer.)

1.

V.

50?. aK

M.

V.

H.

B.

H. b 9 M. dU 33. bZ 3W.aU

b 8 a 7

b 7 a D

Auflösung der Skataufgabe in voriger Nummer:

(Mit a, b, c, d werden die vier Farben bezeichnet; also a Eichel, Treff; b = Grün, Pique; c = Rot, Coeur; d = Schellen, Carrean; A; U Unter, Bube, Wenzel; D = Dame, Ober.)

2.

3.

4.

5.

H. a 9 4.

V. bA.

H. c U = 4.

M. bD.

Der Spieler tournierte a A und fand außerdem dZ im Skat, worauf er cZ und c 9 drückte. Mittelhand bekam a U, dU, aK, b K, bD, b8, cK, cD, dD, d9; die übrigen für Hinterhand. Spielgang: 1. V. a 8 " ~

H. bU 7.

Der Rest fällt numnehr dem Spieler zu.

Redaktion: 8. Burkhardt. Druck und Verlag der Brühl'schen Uuiverfitätr-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.