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— Strich drunter. Nicht wahr,DMama, das kann ich verlangen?"
Dieser direkten Frage konnte Frau Andree nicht ausweichen. (Fortsetzung folgt.)
Geinernnntziges.
Jeld und Karten.
In diesem Monat macht sich der Maulwurf im Garten mehr als je bemerkbar. Er ist ein gegen schlechten Geruch empfindlicher Geselle. Geeignete Stoffe zu seiner Vertreibung find z. B. Hertngsköpfe und Heringslake, tote Fische und Krebse, Aas jeder Art, faul gewordenes Sauerkraut und die saure, auf demselben entstandene Flüssigkeit, das Wasser von abgewaschenem alten Käse, gewöhnlicher Theer und noch mehr Steinkohlentheer, ganz besonders aber Steinöl, sehr starkriechende Kräuter, wie Baldrian rc., ja sogar die abgeschabte Rinde von Beerenhollunder. Alles dies vertreibt ihn. Man braucht also bei Samen oder Pflanzenbeeten, um ihn abzuhalten, ringsum nur einiges von dergleichen Stoffen hin und wieder in den Boden zu gießen oder zu vergraben und mit Erde zu bedecken. Dann wird er monatelang fern davon bleiben.
Wenn man findet, daß Sellerieknollen im Innern schwarzfleckig werden, so ist das ein Zeichen, daß der Boden zu fett gedüngt ist. Man gebe dann der Erde Kalk zu und der Uebelstand wird in Zukunft vermieden werden.
In diesem Jahre haben überall die Erdbeeren gefault, stellenweise ist die ganze oder ein großer Teil der Ernte verloren gegangen. In der neuesten Nummer des „praktischen Ratgebers" bespricht Professor Dr. Paul Sorauer den Grund dieser Erdbeerfäule. Er findet ihn in einem Pilze Botrytis, dessen Keime in der Nässe dieses Frühjahrs einen besonders günstigen Boden zu ihrer Entwicklung und schnellen Verbreitung gefunden haben. Wir raten allen Erdbeerzüchtern, sich den intereffanten Aufsatz im Interesse ihrer Kulturen kommen zu lassen, er wird auf Wunsch umsonst zugeschickt von dem Geschäftsamt des „praktischen Ratgebers" in Frankfurt a. d. Oder.
Ein guten Baumkitt bereitet man sich aus zwei Teilen Thon, zwei Teilen strohfreiem Rinderdünger und einem Teil Holzasche (oder abgelöschtem Kalk). Man braucht ihn zum Bedecken der Wunden, die beim Wegnehmen größerer Aefte an Obstbäumen, durch das Ausschneiden von Brand rc., entstehen. Für kleinere Arbeiten wende man bequemerer Weise das vorrätige kaltflüssige Baumwuchs an. — Will man sich dies nicht kaufen, sondern auch selbst machen, so ist folgendes das beste Rezept: Man schmelze 1 Kilo Fichtenharz vollständig, nehme es vom Feuer, laffe es etwas abkühlen und setze dann 200 Gramm Weingeist und einen Theelöffel Schweinefett zu, welches man gut verrührt. Als Aufbewahrungsort bediene man sich festschließender Blechbüchsen. Mit der Zeit wird dies Baumwachs auch etwas härter, aber man kann durch Erwärmen und Zusatz von etwas Weingeist dem Uebelstand leicht abhelfen.
KesundheiLspffege.
De« gesundheitliche Wert -es Singens. Man war bisher gewohnt, das Singen als eine physiologische Leistung anzusehen, die zwar, wie alle körperlichen Vorgänge, auf anatomischer Unterlage beruht, die aber in ihrer Wirkung ausschließlich einen künstlerischen und ästhetischen Genuß hervorbringen sollte. Wie nun der Stabsarzt Barth in Köslin in einer Abhandlung auseinandersetzt, kommt dem Singen daneben auch ein hoher gesundheitlicher Wert zu. Das Singen vertieft nämlich die Atembewegungen, erhöht die Aufnahmefähigkeit der Lunge für die Luft und kräftigt die Muskeln. Durch Vermehrung des Gaswechsels und Erhöhung der Wasserausscheidung wird der Gesamtstoffwechsel gesteigert.
Appetit und Durstgefühl nehmen zu- die ausgiebigen Bewegungen des Zwerchfelles und der Bauchwand unterstützen die Verdauung. Auf die Entwicklung des Kehlkopfes selbst, auf Nase und Rachen wirkt das Singen sehr günstig- das Gehör wird schärfer. Die Beziehungen des Singens zur allgemeinen Gesundheit sind so mannigfaltige und glückliche, daß das Singen als Schutzmittel gegen chronische Lungenkrankheiten betrachtet werden kann. Aber auch der Arzt kann von dieser Wahrnehmung in der Behandlung der Herzkrankheiten, der Bleichsucht, als Ersatz der Pneumatischen Therapie erfolgreichen Gebrauch machen.
Vermischtes.
Preisausschreiben. Die „Illustrierte Frauen-Zeitung" (Verlag von Franz Lipperheide in Berlin) stellte bereits zu wiederholten Malen Fragen an ihre Leserinnen, die nicht nur sehr anregend waren, sondern für deren beste Lösungen auch namhafte Preise ausgesetzt waren. Die neueste Frage bezieht sich auf die Wahl einer geeigneten Sommerfrische: Eine Familie, bestehend aus einem Ehepaar und drei Kindern, im Alter von sechs bis fünfzehn Jahren (zwei Knaben und ein Mädchen), beabsichtigt während vier Wochen einen Sommer- Aufenthalt in einem angenehmen Orte an der See oder im Gebirge zu nehmen. Es wird eine behagliche Wohnung von drei Zimmern verlangt und eine ausreichende, gute Beköstigung, weil die der Ruhe bedürftige Hausfrau nicht selbst kochen will. Vergnügungen, wie sie eine Sommerfrische bietet, d. h. Ausflüge, Bergpartien, Wasserfahrten, sind bei mäßigen Preisen erwünscht. Welcher Ort kann der Familie empfohlen werden, und wie hoch etwa belaufen sich die Kosten (ohne Reisespesen)? — Die charakteristischen Eigenschaften des betreffenden Ortes sind in. kurzen Worten anzugeben, und eine Kostenrechnung ist aufzustellen über alles, was während der vier Wochen gebraucht wird. Für die zehn besten Lösungen sind zehn Preise zu je dreißig Mark ausgesetzt. Die Arbeiten sind bis zum 1. September d. I. an die Redaktion der „Illustrierten Frauen-Zeitung" und Oer Modenwelt, Berlin W. Potsdamerstraße 38, einzusenden.
Bom Tischgebet. Es hat einmal jemand eine Zusammenstellung aller Sitten und Gebräuche versucht, die sich bei den verschiedenen Völkern vor dem Genuß der Mahlzeit finden. Man kann daraus ersehen, daß das Gefühl der Verpflichtung gegen den Geber allgemein verbreitet ist und sich hier in dieser und dort in jener Form kund giebt. Die Neger genießen nie Speisen, ohne einen Teil davon den Göttern zu opfern- die Indianer werfen das erste Stück der Speise ins Feuer, um damit den Segen der Gottheit auf den Genuß des Restes herabzuflehen. Der Chinese setzt die Nahrung, ehe er sie genießt, auf dem Hausaltar nieder und bietet sie dadurch dem Gotte zuerst an. Die Römer und Griechen der alten Zeit verfehlten nie, vor den Mahlzeiten den Göttern das Trankopfer (die Libation) auszugießen. Die Bewohner Madagaskars beugen sich tief, wenn sie vom Tische aufstehen, und „grüßen die Geister". Die Muhammedaner sagen, wenn sie sich zum Esten setzen: „Im Namen des gnädigen Gottes, des Allerbarmers!" Israel hat stets das Tischgebet gehalten, Ps. 118: „Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich" usw. Und wir Christen?
Humoristisches.
„Gehören Sie zur Heilsarmee?" fragte ein Herr in der Pferdebahn eine resolut drein blickende Frau, die neben ihm stand. — „Nein, das nicht, jedoch —" mit einem vernichtenden Blick auf alle die sitzenden Männer „— wie Sie sehen, zum stehenden Heer". Sie erhielt einen Platz.


