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stellte diese junge, bildhübsche Dame im Trikot vor. Ich war starr.

Was soll das?" fragte ich.

Meine Tochter--"

Ja, aber dieses Kostüm . .

Im Pelzmantel kann sie nicht von Trapez zu Trapez fliegen"

Ihre Tochter fliegt?"

Ja, kennen Sie denn meine Tochter wirklich nicht? Sie kennen nicht Miß Leona, die kühne Trapezkünstlerin, die Königin der Lüfte?!"

Ich glaube, er war beleidigt, ich war starr.

Wer sind Sie denn eigentlich?" stammelte ich hervor.

Mich kennen Sie auch nicht?" fuhr er auf.Waren Sie noch nie im Zirkus? Haben Sie noch nie etwas von Little Baby gehört, Sie kennen nicht den Clown Little Baby ?"

Ich griff mit beiden Händen nach dem Kopfe. Sollte ich laut auflachen, sollte ich um Hilfe rufen, daß man mich von dem offenbar irrsinnig gewordenen befreite, ich wußte wahrhaftig nicht, was ich zu denken hatte.

Mir ist ganz schwül," brachte ich endlich hervor. Und ich soll Ihre Tochter, die Königin der Lüfte, heiraten, soll vielleicht auch ich in solch' einem Aufzuge wie Ihre Tochter da durch die Lüfte fliegen? Verzeihen Sie, mein Herr, ich glaube zu träumen. Ich verstehe sie nicht, ich begreife Sie nicht."

Bitte, wie Sie wollen! Ueberlegen Sie es sich bis morgen, dann kommen Sie morgen zu Mittag in meine Wohnung, hier haben Sie meine Adresse, speisen Sie mit mir und meiner Tochter, das weitere wird sich dann schon finden."

Ich steckte mechanisch die mir gereichte Karte ein. Little Baby bestellte mittlerweile eine Flasche Wein, schob seinen Sessel ein wenig bequemer an den Tisch, und begann in seiner ruhigen Art von den gleichgiltigsten Dingen der Welt zu sprechen. Hie und da warf er eine, mich' und meine Familie betreffende Frage ein, die ich ihm gern beantwortete. Und eigentümlich, je länger wir uns unterhielten, umso besser gefiel er mir. Er hatte wirklich sehr viel Liebes und Einnehmendes in seinem Wesen. Als wir uns endlich trennten, stand bei mir der Entschluß, ihn zu besuchen, fest.

Thatsächlich warf ich mich tags darauf in den schwarzen Rock, richtete meinen äußeren Menschen auf das vorteil­hafteste her und suchte Little Baby auf.

Ich wurde von ihm freundlich ausgenommen; er trug seinen langen, schwarzen Rock, hatte auf dem Kopfe ein kleines Sammtkäppchen sitzen und fchmauchte aus seiner langen Pfeife, ganz wie ein ehrsamer Spießbürger, daß ich noch immer daran zweifelte, dieser würdige Mann vor mir sei jener lächerliche, weißgeschminkte Bajazzo mit der grellroten Nase, dessen fratzenhaftes Bild mir von der Wand entgegenlachte. Ich konnte es mir gar nicht vorstellen, dieser behäbige Herr könne thatsächlich derselbe sein, über dessen tolle Drollerien und pudelnärrischen Einfälle die ganze Stadt sich halbtot lachte.

Ich war noch mit diesem Gedanken beschäftigt, als seine Tochter kam.

Himmel, soviel Schönheit, Liebreiz und Anmut auf einmal hatte ich noch nie vorher gesehen. Ich war sprachlos vor Bewunderung. Am liebsten wäre ich ihr sofort zu Füßen gefallen, und hätte ihr Herz und Namen und alles, was ich habe und bin, angetragen. Und wie entzückend sie zu plaudern verstand! Es lag etwas Natürliches, Warmes und Ungekünsteltes in ihrem Wesen, das sofort gefangen nahm! Ich war in einem Taumel alle Jugend in mir schäumte auf!

Was soll ich weiter erzählen?

DieKönigin der Lüfte" wurde meine Braut und bald meine Frau. Mein Vater war zwar wütend, als er mich

aber dann im Zirkus sah, wie ich im Frack dastand und von der Manöge aus die Trapeze, an denen meine Frau ihre halsbrecherischen Künste ausführte, mittels langer Leinen leitete, da war er ganz stolz. Denn der endlose Beifall, mit dem das Publikum meine Frau und später meinen Schwiegervater überschüttete, schmeichelte seiner Eigenliebe.

Schließlich ließ mir aber mein Ehrgeiz keine Ruhe, und ich erklärte eines Tages meinem Schwiegervater, ich hätte das bloße Strickhalten satt, ich wolle auch arbeiten.

Ich wußte, daß Du kommen würdest," antwortete er mir in seiner jovialen Art,von heute ab bist Du mein Schüler, in Dir steckt großes Talent zu einemdummen August". Und er nahm mich in die Lehre.

Heute, es sind seitdem viele Jahre dahingegangen, arbeitet meine Frau nicht mehr; auch mein Schwiegervater hat sich zur Ruhe gesetzt. Dafür ist ein neuer Little Baby aufgetaucht, denn ich habe das Erbe des Alten angetreten. Mein höchster Stolz ist es aber, wenn er schmunzelnd zu­gesteht, daß ich ihn in einzelnem übertreffe, und daß selbst er oft über mich lachen müsse, daß ihm die Thränen in die Augen kommen.

Mit mir wird der letzte Little Baby aus der Arena des geharkten Bodens verschwinden, mein Sohn Georg ist nämlich aus der Art geschlagen, er ist bereits wohl­bestellter Staatsanwalt. Da passiert es manchmal, daß er mir, wenn ich in der Manöge politische Witze oder boshafte Bemerkungen mache, über die das Publikum gewöhnlich in schallendes Gelächter ausbricht, ganz ernsthaft droht, er werde mich noch in Anklagezustand versetzen müssen. Das gebe doch einen herrlichen Zirkuswitz ab!

GeineiirnAtziges»

Ield und Karten.

In der neuesten Nummer des praktischen Ratgebers im Obst- und Gartenbau wird zum Anbau von Him­beeren im großen geraten, weil der Bedarf an Himbeer­saft von Jahr zu Jahr zunimmt und es häufig an Him­beeren mangelt. Unter günstigen Verhältnissen trägt ein Morgen (25 Ar) 10 bis 12 Zentner Himbeeren, und waren die Durchschnittspreise 20 bis 23 Mk. im Jahre 1898, im Jahre 1899 dagegen 21 bis 26 Mk. Zur Anlegung von Himbeerpflanzungen gehört natürlich der richtige Boden. Die betreffende Nummer des praktischen Ratgebers wird auf Wunsch gern kostenlos zugeschickt von dem Geschäfts­amt in Frankfurt a. d. Oder.

Skatausgabe.

(Nachdruck verboten.)

(Bei französischen Karten gilt Treff gleich Eichel, Pique gleich Grün, Coeur gleich Rot, Carreau gleich Schellen.)

Vorhand tourniert, da beide Mitspieler passen, im Besitz folgender Karten:

[%

**

<7 V

Q Q

+ 4° + + +

Sie hofft auf einen guten Skat, mindestens auf zwei Wenzel, findet aber keinen einzigen; gleichwohl gewinnt fie ihr Spiel mit Schneider. Mittelhand hat 25, Hinterhand 19 Augen in ihren Karten. Was tour« nierte Vorhand, wie war die Kartenverteilung und wie wurde gespielt? Auflösung folgt in nächster Nummer.

Auflösung des Anagramms in voriger Nummer: Die Esche"Eidechse".

Rtbeltien: E. Burkhardt. Druck und Verlag der Brühl'schen Untversit«t»-Vuch. und Steiudruckerci (Pietsch Erben) in Gießen.