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- unerstag den 16. Növemder

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ahrc Freunde nennt man solche, Die vom Bösen fern uns halten, Aber mit bedächt'gem Sinne Für des Freundes Vorteil walten, Das Geheimnis treu verbergen, Nur das Gute laut verkünden; Wenn cs Zeit ist gerne helfen Und im Unglück nicht verschwinden.

Nachdruck verboten.

Der Gylfenhof.

Sine Erzählung von P. D i t f u r t h.

(Schluß.)

Max kam und brachte frisches Leben mit, so daß ein gar heiteres Kleeblatt am Tage vor dem heiligen Abend im großen Wohnzimmer versammelt war, um den Weihnachts­baum zu schmücken.

Frida meinte, so schön sei es noch nie gewesen und ließ sich sogar herbei, über Maxens Witze zu lachen, was sie sonst grundsätzlich vermied.

Auch Onkel Gottfried fand sich bald dazu und half den dreien.

Max schaute etwas bedenklich den Onkel an und wechselte einen erstaunten Blick mit seiner Schwester. Es kam nicht oft vor, daß er bei solchen Dingen Hilfe leistete.

Ich finde überhaupt Onkel Gottfried verändert," be­merkte Max halblaut, er stand mit Frida hinter der Tanne, er kommt mir viel heiterer und zugänglicher vor."

Das ist auch richtig, ich habe mich schon oft darüber gewundert," bestätigte Frida.

Der in der Nähe beschäftigten Renata entging kein Wort dieses Zwiegespräches, und sie blickte verstohlen zu dem besprochenen Onkel hinüber, der eifrig an der Weihnachts­krippe baute. Jetzt warf er ungeduldig ein Schäfchen auf den Tisch, es wollte durchaus nicht stehen.

Renata, wir wollen den Baum schmücken," sagte Frida, hilf Du Onkel Gottfried, er ist in großer Not."

Weshalb willst Du es nicht thun, Frida?" erwiderte Renata,es sieht ja aus, als sei der Herr Professor allein auf meine Hilfe angewiesen."

Du bist viel geduldiger, Renata, ich würde mit dem

Onkel um die Wette die unschuldigen Schäfchen malträtieren." Nicht wahr, Sie werden ganz gut ohne mich fertig, Herr Professor?" wandte sich Renata an diesen.

Das bezweifle ich," entgegnete er aufblickend und warf das dunkle Haar aus der Stirn.

Renata wurde von dem Tone, in dem er sprach, sehr betroffen, sie drehte sich jäh um und hängte ein Marzipan­herz in die Luft. Da lag es zerbrochen an der Erde.

Das arme Herz," seufzte Max, während seine Schwester es verzehrte.

Mach's nur nicht mit allen Herzen so, Renata," neckte sie lachend und Renata stimmte verlegen mit ein. Um weiteren Neckereien zu entgehen, bat sie schließlich doch dem Professor ihre Hilfe an, und ihre geschickten Hände brachten in zehn Minuten mehr fertig, als er in einer halben Stunde. Nun fehlte wieder etwas, und Max und Frida mußten es suchen, so saßen sich die beiden allein gegenüber und sprachen kein Wort. Renata fügte dem Mohrenkönig ein Klötzchen an, aber es wurde immer schief, und die anderen waren ihr doch so gut gelungen.

Ihr Gefährte that gar nichts, sondern strich seinen Bart und betrachtete aufmerksam die Hände und das Gesicht seiner lieblichen Helferin- ob das mit Schuld daran trug, daß der Weise aus dem Morgenlande immer umfiel?

Warum sind Sie denn so still, Renata?" fragte er nach einer Weile,Sie waren doch vorhin viel heiterer?"

O, das bin auch noch," antwortete sie und preßte da- Klötzchen an den Weisen,ich freue mich ja so sehr auf das Fest."

Wirklich?" fragte er.

Gewiß," sagte sie mit warmer Lebhaftigkeit,wohl gibt's auch wehmütige Gedanken, daß Walterchen nicht dabei ist, aber welches Weihnachten feierte ich voriges Jahr! Da hätte ich nicht gedacht, heute so dankbar sein zu dürfen."

Er blickte träumerisch in den grünen Tannenbaum und schwieg.

Wie mag es wohl nächstes Jahr sein?" meinte sie nachdenklich nach einer Pause.

Ich hoffe, noch schöner," erwiderte er, sich aufrichtend, mit leuchtenden Augen in die ihren sehend.

Sie senkte schnell, wie erschrocken, die Lider und da lag der arme Mohrenkönig wieder auf der Seite. Es war gut, daß Max und Frida jetzt eintraten, in ihrer Gesellschaft lernten endlich sämtliche Weisen und Hirten stehen.

Die Weihnachtslieder waren verklungen, und die Lichter brannten schon tiefer.