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Wenn das Tempo in der Wendung der Serpentine zu scharf ist, so trägt es den Führer hinaus, und er wird entweder hinaus oder an etwa vorhandene Barrieren oder Schutz­mauern, oder über dieselben hinaus geschleudert. (Aus dem Praktischen Wegweiser", Würzburg.)

Ueld und Karten.

Auf allen Beete« finden wir Gewächse, die nur des Einerntens harren, und die den Tisch mit wechselreicher vegetabilischer Kost versorgen. Aber man erntet jetzt nur für den augenblicklichen Gebrauch. Was am Mittag gekocht werden soll, wird am Morgen geschnitten oder ausgezogen, und was für den Winterbedarf bestimmt ist, bleibt noch lange auf den Beeten, denn gerade unter der Einwirkung der jetzt eintretenden reichlicheren Niederschläge und tau­spendenden Nächte beginnen manche Gemüscarten säst zu­sehends zu wachsen, sodaß man sie ost kaum wiedererkennt, wenn man nach drei- oder viertägiger Abwesenheit den Garten betritt. Die jetzt überall herrschende Ertragfähig­keit steigert die Freude am Garten, und so ist denn der Gartenfreund gern geneigt, das eintreffende Herbstverzeichnis einer genauen Durchsicht zu unterziehen und seine Bestellungen an jungen Obstbäumen, Rosen und Blumenzwiebeln auf­zugeben, damit im nächsten Neonat rechtzeitig mit den not­wendigen Herbstpflanzungen begonnen werden kann.

Mr die Küche.

Obstgelee. Aepfel sowohl wie Birnen werden, nach­dem sie gereinigt, Stiel und Kelch entfernt sind, in vier Teile geschnitten und in ein wenig Wasser gekocht. Birnen erfordern mehr Wasser als Aepfel, dagegen können Pflaumen, welche zuvor entsteint werden müssen, saft ohne Wasser ge­kocht werden. Der Säst wird nicht ausgepreßt, sondern in der Weise gewonnen, daß man die Masse in einen Gaze­beutel gießt und nur durchlaufen läßt. Nach Erkalten wird der Saft gewogen, auf 3 Kilogr. 2 Kilogr. Zucker hinzu­gefügt und fo lange gekocht, bis der Saft mit dem Erkalten dick wird, was man zunächst mit einigen Tropfen probieren kann. Der Geschmack wird durch Hinzufügen von fein­geschnittener Zitronenschale wesentlich verbessert. Auch Himbeer- und Heidelbeersaft geben angenehmen Geschmack und schöne Färbung, und es genügt ein geringes Quantum, um den Zweck zu erreichen. Birnen und Pflaumen geben von selbst ein dunkles Gelee.

Parforce-Kohl. Zehn Personen. Bereitungszeit 2V2 Stunden. Zuthaten: Zwei mittelgroße Weißkohlköpfe, 25t) Gramm Speck, J/8 Liter kochender Weinessig, */8 Liter Kraftbrühe aus Liebig's Fleisch-Extrakt, 125 Gramm ge­schälte und geschnittene Aepfel, Salz nach Geschmack, ein Prise Pfeffer, ein Löffel Mehl, nach Belieben etwas Zucker und feingestoßener Kümmel. Der von den schlechten Blättern befreite, recht feste Kohl wird ganz fein gehobelt, in dem ausgebratenen Speckfett und der Kraftbrühe aus Liebig's Fleisch-Extrakt gut zugedeckt eine Stunde gedämpft- dann giebt man den Essig, die Aepfel, Salz und Pfeffer hinzu und läßt ihn hiermit vollkommen weich schmoren, die Sauce zuletzt mit dem überstäubten Mehl semig machend und je nach Geschmack ein wenig Zucker und Kümmel beifügend.

Unseres Kaisers Lieblingssuppe läßt sich, wie der wohlunterrichtete BerlinerLokal-Anz." schreibt, leicht in jeder gut bürgerlichen Küche Herstellen- Kochdauer zwei Stunden, berechnet für sechs Personen. Eine halbe Zwiebel, ein halber, kleiner Selleriekopf, ein kleiner Stengel Lauch, eine Karotte, etwas Petersilie und Kerbel werden fein gewiegt, in 90 Gramm Butter gedämpft, mit zwei bis drei Eßlöffel Mehl gebunden und mit l*/2 Liter Wasser angefüllt. Sechs bis acht große, in Würfel geschnittene Kartoffel giebt man dazu, läßt alles eine gute Stunde kochen und treibt es durch ein Sieb. Mit

Salz, Muskatnuß und einem Eßlöffel Maggi anx^fines herbes schmeckt man ab und giebt in die Suppe etwas grüne Erbsen und Blumenkohlröschen. Dieses echt deutsche Gericht wurde Herrn Adolf Krauth in Pforzheim prämiiert.

VernMeht-s.

Des Sommers letzte Rose. Vor drei Jahren starb in Mount Vernon in Amerika eine deutsche Frau, Mrs. Amalie Köhler, der Tomas Moore sein wohlbekanntes Gedicht.Die letzte Rose" gewidmet hat. Es giebt kaum einen Menschen, der nicht die süße Melodie des Liedes gehört hatte, das gleichsam Volksweise geworden ist und das stets den Glanz­punkt in Flotows allgemein beliebter OperMartha" bildet. Frau Köhler hieß ursprünglich Amalie Offergeld und wurde vor 95 Jahren in Aachen geboren, ihr Vater war preußischer Offizier, ihre Mutter stammte von Engländern ab. Gar oft erzählte Frau Köhler von den Besuchen, die gelegentlich des Aachener Kongresses deralte Blücher" ihrem Vater in seiner Villa abstattete, er ließ sie dann fast immer auf seinen Knieen reiten und brachte ihr Süßigkeiten mit. Auch Napoleons I. erinnerte sie sich und der Herbheit, mit der ihr Vater und seine Freunde von ihm sprachen. Als sie dreizehn Jahre alt war, wurde sie nach London in eine Schule geschickt, die die Schwester des Dichters Thomas Moore leitete. Dieser selbst kam öfters dorthin und wurde bald mit den Schülerinnen bekannt. Eines Tages saßen alle zusammen im Garten, da erhob sich Amalie, pflückte eine Rose und steckte sie dem Poeten mit den Worten:Jetzt gebe ich Ihnen des Sommers letzte Rose" in das Knopfloch seines Rockes. Es war in der That so,ihre freundlichen Schwestern waren schon längst dahin."Mein Kind, wie schön hast Du eben gesprochen", erwiderte Moore-wenn ich ein Gedicht darüber schreibe, werde ich es Dir widmen". Er schrieb es in der That, es hat seinen Weg über Länder und Meere gefunden, und allüberall, wo frische Kehlen singen, kann man die schöne, weiche Weise von der einsamen Rose, die so allein blüht, hören. Amalie Offergeld verheiratete sich mit fünfzehn Jahren mit Charles Köhler in London und nach seinem Tode lebte sie mit ihren Töchtern in Amerika.

Humoristisches.

Ein junger Mann engagiert bei einem Waldfeft eine sehr dicke Matrone zum Walzer. Sie:Darf ich fragen, warum Sie mich den vielen jungen Damen vorgezogen haben?" Er:Mein Arzt hat mir Schwitzen verordnet."

Altägyptische Hieroglyphen.

Nachbildung verboten.

Jedes Bild bezeichnet den AnfangsbuchstabenMeines Namens, z. B. Leiter I, Sonne s rc. Die.Vokale müssen ergänzt werden.

Auflösung in nächster Nunfmer.

Auflösung des Scherz-Logogriphs in voriger Nummer: G emüse Gemse.

Redaktion: $. Burkhardt. Druck und Verlag der Brühl'schen Uni»crfität»-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Lrben) in Gießen.