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in die Hände giebst, ohne Rücksicht auf das, was Du dem Namen schuldig bist, den Du trägst!"
Ganz zerknirscht hatte sich Adalbert erhoben/ wie ein Angeklagter vor dem Richter, so stand er vor Helldorf, und mit leiser Stimme sagte er:
„Vergieb, Vater, vergteb mir nur dieses eine Mal, es soll gewiß nicht wieder geschehen".
Er wollte die Hand des Kommerzienrates ergreifen, Lieser entzog sie ihm aber und sagte finster: „Was dachtest Du Dir, als Du das Geld liehest? Wovon wolltest Du es bezahlen?"
Als Adalbert darauf nicht antwortete, fügte er mit bitterem Lächeln hinzu: „Doch was frage ich? Du dachtest gar nichts. Hättest Du nachgedacht, so würdest Du nicht zu Wetterau gegangen sein".
„Ich bin nicht zu ihm gegangen, er hat mich ausgesucht, hat mir den Kredit beinahe aufgedrungen", bekannte Adalbert.
„Das will ich Dir glauben!" nickte der Kommerzienrat. „Aber der Fuchs hatte die richtige Witterung, es war ihm bekannt, daß er bei Dir eine erwünschte Aufnahme seines Anerbietens finden würde. Wie konntest Du Dich von dem Menschen fangen lasten?"
Adalbert wollte etwas erwidern, der Kommerzienrat ließ ihn jetzt aber nicht zu Worte kommen.
„Wetterau hat vor ein paar Tagen an mich geschrieben — "
„Der Schuft!" murmelte Adalbert zwischen den Zähnen.
„An Dich auch, ich weiß, er hat Dir gedroht, sich an mich zu wenden! Ich habe ihm nicht geantwortet, er konnte warten und inzwischen —"
„Vater, lieber Vater!"
„Adalbert! Adalbert, wie konntest Du mir das thun?' rief der Kommerzienrat, von der Strenge zum tiefsten Schmerz übergehend. „Wärest Du zu mir gekommen und hättest mir reuevoll Deinen leichtsinnigen Streich bekannt, ich würde Dir verziehen und Dich aus des Wucherers Händen befreit haben. Die Art, wie Du dies selbst gethan, kann ich Dir niemals verzeihen!"
„Du weißt auch das!" stammelte der Sohn ganz zerknirscht.
„Ich sagte Dir schon, ich wisse alles. Wetterau war heute bei mir, er wollte den Ehrenmann spielen und mir anzeigen, daß Du ihn bezahlt habest, Gott weiß, welche Absichten der Schurke dabei hatte. Ich that, als ob ich Dir das Geld gegeben habe, aber er hat zu tief in die Karten geblickt, um mir das zu glauben- er weiß genau, auf welche unredliche, unverzeihliche Weise Du in den Besitz des Geldes gelangt bist".
„Unredlich!" begann Adalbert mit zitternder Stimme, aber nun sprang der Kommerzienrat auf, packte ihn am Arm und donnerte ihm zu:
„Das ist wahrlich noch die gelindeste Bezeichnung für das, was Du gethan. Ganz andere Namen verdient ein Mensch, der sich in das Zimmer seines Vaters schleicht, dessen Geheimfach öffnet und ihm Geld entwendet!"
(Fortsetzung folgt.)
Salat.
Es kann nicht genug empfohlen werden, zur Sommerzeit genügend Grünstoffe als Speise zu verbrauchen. Leider wird das junge frische Grün meistens nur nebenbei mitgenossen, anstatt die Hauptmahlzeit zu bilden. Unter den Grünstosfen aber nimmt der Salat ohne Zweifel einen wichtigen Platz ein. Es ist hier nicht nötig, viel über die Arten zu sagen, doch gilt der römische Kopfsalat als der reichhaltigste. Der besondere Wert des Salates als Gemüse liegt in seinem hohen Gehalt an organischen sauren Salzen, wie man aus folgender chemischen Analyse ersehen kann:
94,33 Wasser, 1,41 Eiweiß, 0,31 Fett, 2,19 Kohlenwasserstoff, 1,03 Nährsalze. Nach Prozenten verteilen sich die Nährsalze wie folgt: 37,63 Kali, 7,54 Natron, 14,68 Kalk, 6,19 Bittererde, 5,21 Eisenoxyd, 9,19 Phosphorsäure, 2,76 Schwefelsäure, 8,14 Kieselsäure, 4-65 Chlor. Bricht man eine Staude Salat entzwei, so dringt ein weißer, milchartiger, bitterer Saft heraus, weshalb die alten Römer den Salat lactuca nannten (von lac, Milch). Der eigentliche Name aber war olus acetarium (Sauergemüse), wegen des scharfen, säuerlichen Geschmackes.
Das Schlimmste beim Salatgenuß ist, daß er zumeist verdorben wird beim Zubereiten oder daß er wegen zu vieler Fett- und Reizstoffe, die mit ihm verzehrt werden, gar nicht ausgenutzt werden kann. Sagt doch ein uns vorliegendes Blatt wörtlich: „Von großer Wichtigkeit für die Verdaulichkeit der Salate sind die beigegebenen Würzen. Heißt doch Salat — italienisch salato, das „Gewürzte"." Das heißt den eigentlichen Wert des Salatgenusses gänzlich verkennen. Er ist selbst „Gewürz" genug, wie die chemischen Bestandteile zeigen. Man braucht nichts dazu zu fügen, als guten Appetit. Salat soll roh und ungewürzt gegessen werden, wie es die gesunden Hellenen thaten, die den Salat darum geradezu „das roh Eßbare" (ta troxima) nannten. Selbst die alte Kochregel für Salatbereitung ist überflüssig, welche vorschreibt: „Nimm Salz wie ein Weiser, Essig wie ein Geizhals, Oel wie ein Verschwender und mische wie ein Narr." Der Salat ist ganz vorschriftsmäßig zubereitet in der Erde und wird durch nichts in der Küche verbessert oder an Verdaulichkeit gehoben. Man wolle doch nicht alles noch einmal „verbessern", was wir der Natur entnehmen zum Genuß.
Das frische Grün liefert durch seine mineralischen Bestandteile und Nährsalze eine dauerhafte Grundlage für solide Blutbildüng. Diese rohen Grundstoffe sind durch den Pflanzenleib hinvurch organisiert und durch den Verbrauch unseres Körpers köstlich vor- und zubereitet. Darum sollte man zur Sommerszeit fleißig sein. Lebensmaterial zu sammeln durch fleißigen, ergiebigen Genuß von Grünstoffen Diese sind die besten Medizinen für ein ausgelaugtes Blut- und Nervenleben. („Amerik. Naturarzt.")
GeinernnÄtziges,
Radfahrsport. Die größten Unglücke, die oft den Tod von Radfahrern verursachen, haben sich meist nur dann ereignet, wenn Leute, die ihr Rad noch nicht vollständig beherrschten, steile Berge hinuntergefahren sind. Plötzlich haben sie die Gewalt über ihre Maschinen verloren, in einem mörderischen Tempo sind sie bei irgend einer Biegung vom Rade geschleudert worden und mehr oder minder schwer verletzt liegen geblieben. Darum gibt es nur eine Grundregel für das Bergabfahren: Nie die Kontrolle über das Rad verlieren, nie dasselbe einfach weglaufen lassen, es sei denn am Ende eines Gefälles, wo man einen gruben, ebenen oder wieder entgegengesetzt aufsteigenden Auslauf vor sich hat. Ist der Berg sehr steil, so muß man ihn im Schritt unter starkem Kontratreten und mit angezogener Bremse hinunterfahren. Hierbei ist zu bemerken, daß die Bremse womöglich nicht in einem fort gleichmäßig festzuhalten ist, sie soll angezogen und dann wieder nachgelassen werden. Nur bei ausnehmend kurzen, steilen Bergen kann man sie beständig anziehen. Sind lange Berge so steil, daß sie ein fortwährendes Anziehen der Bremse erfordern, so ist es besser, hinunterzuschieben, weil man sowieso nicht schneller fahren darf, als man geht, und dabei die Pneumatiks nicht ruiniert. Ganz besondere Vorsicht ist bei Serpentinen zu beobachten. Diese müssen immer in sehr mäßigem Tempo genommen werden. Gar mancher lebensgefährliche Sturz ist durch Außerachtlassung dieser Regel schon vorgekommen.


