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mit einer Erklärung ab, von der er selbst wußte, daß niemand sie glauben würde. Es war schon genug, wenn nur der notdürftigste Schein gewahrt ward, und wie lange würde selbst der sich aufrecht halten lassen?"

Obwohl der Schlosser in Anbetracht der nächtlichen Stunde, zu der man ihn herbeigerufen, recht schnell erschienen war, verstrich doch eine längere Zeit, bevor sein Werk gethan sein konnte, denn die Schlösser und Riegel erwiesen sich, wie der Kommerzienrat vorhergesagt, von einer außergewöhnlich, n Festigkeit. Das erste Zimmer, in das man gelangte, diente als eine Art von Vorzimmer und die zwischen diesem und dem Wohnzimmer der Hausfrau befindliche Thür war eben- falls verschlossen. Nochmals versuchte der Kommerzienrat seine Ueberredungskraft, um seine Gattin zu vermögen, daß sie öffne. Es blieb alles still, und von bangen Ahnungen erfüllt, feuerte er den Schlosser an, sich zu beeilen.

Das erste fahle Licht des Morgens fiel bereits durch die Scheiben und kämpfte mit dem gelblichen Schein der auf dem Schreibtisch der Kommerzienrätin brennenden Lampe, als Schlösser und Riegel endlich wichen. Kommerzienrat Helldorf warf einen bangen, scheuen Blick durch das Gemach und atmete auf. Sie lebte, obwohl ihr Aussehen etwas Unirdisches hatte. Ihr Gesicht war totenbleich, unheimlich glühten die dunklen Augen, das schwarze Haar hatte sich gelöst und hing ihr über Nacken und Schultern herab, ein weißes Nachtge­wand umhüllte ihre hohe Gestalt.

Warum gebt Ihr Euch so viel Mühe, zu mir zu dringen? ' sagte sie mit einer eigentümlich hohl und schrill klingenden Stimme-hättet Ihr noch eine Stunde gewartet, würde ich Euch die Thür von selbst geöffnet haben. Nun muß ich gehen, ohne mein Werk beendet zu haben"

Sie wies mit der Hand auf einige Bogen, die auf ihrem Schreibtisch lagen, und die sie soeben beschrieben haben mußte.

Eugenie! Was hast Du gethan?" schrie der Kommerzien­rat von Entsetzen ersaßt.

Was ich mußte", antwortete sie leise.Nein, schicke nach keinem Arzt, er nützt mir nicht mehr und soll mir nicht nützen", fügte sie hinzu, eine Bewegung, die er machte, richtig deutend.Laß die Leute sich entfernen, ich habe nur mit Dir und Hans zu reden".

Es geschah nach ihrem Willen. Der Kommerzienrat gebot durch einen Wink den Leuten, sich zu entfernen, trat mit Hans in das Zimmer und schloß hinter sich die Thür. Seine Frau deutete mit der Hand auf Sessel, sank selbst auf einen solchen nnd begann ohne alle Vorbereitung:

Du willst wissen, was mich veranlaßt hat, Deinen Schrank zu plündern Corbus, der Unersättliche! Er ge­brauchte Geld, fortdauernd Geld, ich wußte nicht, woher ich cs nehmen sollte, und ich mußte ihn befriedigen ich war in seiner Gewalt!"

Wodurch? Was gab ihm eine so furchtbare Macht über Dich?" fragte der Kommerzienrat.

Unterbrich mich nicht!" bat sie.Ich habe nicht viel Zeit mehr Du wirst das Nähere in diesen Blättern finden. Nur das eine will ich Euch gestehen das soll meine Buße sein! Ich ich habe Luise vergiftet Corbus hat mir das Gift verschafft und um die That gewußt!"

Helldorf und sein Sohn sprangen auf.Sie spricht im Wahnsinn ! Sie weiß nicht, was sie redet!" schrie der erstere; aber Hans sagte schaudernd:

Nein, Vater, es ist Wahrheit. Lange habe ich geahnt, daß ein dunkles Geheimnis im Leben dieser Frau liegt!"

Hans Hans, verzeih!" winselte die Kommerzien­rätin, sich zu den Füßen des jungen Mannes schleppend. O, wenn Ihr wüßtet, was ich gelitten habe!"

Hans Helldorf wandte sich ab.Es war meine Mutter!" stöhnte er.Meine Mutter, die in der Blüte ihrer Jahre htngemordet, um deren Liebe ich betrogen ward!"

Die Mienen der Sünderin verzerrten sich, man sah,

daß zu den Seelenkämpfen sich jetzt noch körperliche Leiden gesellten.Konstantin, sei barmherzig," flehte sie.WaS ich gethan es geschah aus Liebe zu Dir!"

(Forsetzung folgt.)

Genr-innÄtzig-s.

Tintenflecke« entfernt man folgendermaßen aus Woll­stoffen: Auf den Flecken wird ein Tropfen von einem brennenden Talglicht fallen gelassen und beides mit konzen- trrerter phosphorsaurer Natronlösung ausgewaschen. Je älter der Flecken, umso gründlicher muß gewaschen werden. Bei echtfarbigen Stoffen kann man Weinsäure oder Chlor­kalk anwenden.

Zleld und Garten.

Gelbe und Helle Blätter mengt der Oktober in das dunkle Grün des Laubwerks, wie erste Silberfäden er­scheinend im Gelock einer schönen Frau. Der Oktober hat vrele Reize, wenn nicht kalter Regen herniedergeht oder der Sturm die Baumkronen schüttelt. Wo im Frühling wunder­bare Blüten durch Bau, Färbung und Dust erfreuten, da prangen jetzt hier und da leuchtende Beeren. Mancher Beerenstrauch, den bisher die unscheinbare Färbung und das volle Laub den Blicken entzogen, tritt jetzt auffallend aus dem kahlen Gezweig hervor. Hier sind es die weißeu Schneebeeren, die roten des Schneeballs, da die metallisch glänzenden der Mahonie, dort die leuchtend roten der Eber­esche und der Wildrose. Alle diese Beeren sind letzte Zeugen des segensreichen Herbstes; sie erfreuen nicht nur das Auge, die Natur hat in ihnen auch den wenigen, bei uns zurück­bleibenden Sängern, für welche bald harte Tage herein­brechen, zum letztenmal reichlich den Tisch gedeckt. Die Grasplätze werden ein letztes Mal geschnitten, die abgeblühten Gewächse werden von den Blumenbeeten entfernt, diese gegraben und mit Zwiebelgewächsen oder Frühlingsblühern bepflanzt. Der Oktober ist der Hauptmonat für die Pflanzung von Obstbäumen, Beerensträuchern, Rosen, Zier­bäumen und sonstigen Gehölzen. Alle diese Gehölze bilden vor Eintritt des Winters noch junge Wurzelspitzen und wachsen weit sicherer als diejenigen der Frühjahrspflanzung an. Im Gemüsegarten beginnt mit Eintritt strenger Kälte die Haupternte der Wintergemüse und das Einlagern in Kellern oder Gruben. Leere Beete werden gereinigt, ge­düngt, gegraben, aber nicht geebnet. Erdbeerbeete und Spargelpflanzungen überzieht man mit kurzem Dung, Petersilie und Schnittlauch pflanzt man für den Winter­bedarf in Schalen oder Holzkistchen, und bei günstiger Witterung können in den ersten Tagen des Monats auch noch Spinat, Feldsalat und Kerbelrüben gesät werden. Im Zimmergarten sind die Gewächse sorgfältig gegen Zugluft zu schützen, vorsichtig zu bewässern und vor Ungeziefer zu bewahren.

Zum Anstrich für Gewächshaus- und Mistveet- scheihen, um den Einfluß der Sonnenstrahlen abzuschwächen, bedient man sich einer Auflösung von Dextrin in schwefel­saurem Zink oder schwefelsaurer Magnesia, welche durch Löschpapier filtriert wird. Die mittelst feinen Pinsels gleichmäßig bestrichenen Glasscheiben müssen bei mittlerer Temperatur wagrecht eine Viertelstunde trocknen.

Wlumenpflege.

Für das Aufsetzen der Hyazinthen anf Gläser wird es nunmehr die höchste Zeit. Man gebe dem Wasser etwas Salizyl oder Holzkohle bei, um es vor Fäulnis zu schützen.

Will man für den Vorgarten im Frühjahr ein Parade- veet haben, so lege man jetzt oder im November, je nach­dem Platz frei wird, die wenig bekannte, aber großartige Tulpenkönigin, Tulipa Greygi, eine vornehme Erscheinung, in leuchtendstem Feurigscharlach prangend.