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er nicht lieben und nicht hassen und ein Schwert nicht schwingen kann,
Hat vielleicht Talent zu vielem, aber kein Talent —
zum Mann!
Otto Bank.
Nachdruck verboten.
Pygmalion.
Novelle von Anton Frhr. von Perfall.
(Fortsetzung.)
Die leise Möglichkeit nur dieser Vermittelung, einer Enthüllung seines Herzensgeheimnisses durch diesen Mund, reizten Holaus zum äußersten.
„Nur ein Wort, eine leise Andeutung, die leiseste Belästigung von Ihrer Seite, und ich jage Sie unbarmherzig fort, oder ich überliefere Sie dem Gerichte und mache Sie für immer unschädlich. Ich töte Sie wie ein giftiges Insekt, ich — ich —"
Er tobte in ohnmächtiger Wut, und der Teufel fürchtete sich nicht einmal, sondern lachte ihm in das Gesicht.
„Halb so wild, Herr Holaus! Sie jagen mich nicht fort, zeigen mich nicht an und töten mich nicht! — Sie nicht! Warten Sie es nur ab, es kommt noch ganz anders. Wir werden noch die besten Freunde. Es ist ja doch so, wie ich es mir dachte. Und wenn Sie wüßten, wie es mich freut, daß es so ist, wenn Sie wüßten, daß ich mit Freuden mein armseliges Leben daran setzen möchte, dem Menschen einen Dienst zu erweisen, der mein armes Kind vom Tode errettet und aufgezogen wie sein eigenes, — dann, — dann, Herr Holaus, sehen Sie, man mag noch so schlecht sein, ein rechter Fleck im Herzen ist doch noch geblieben, und der Fleck, Herr Holaus, der gehört Ihnen. Wenn Sie mich auch noch so verachten, hassen, Ihnen gehört er. Nicht meinem Kind, dem ich ein Fremder bin, niemand in der Welt, — nur Ihnen!"
Holaus starrte sprachlos auf den Mann, in deffen Innern irgend ein längst versiegter Quell mit neuer Kraft sich Bahn gebrochen.
Seine Stimme klang plötzlich von einer überzeugten Innigkeit, von schmerzlicher Rührung durchzittert, und eine helle Thräne schlich auf der bleichen Wange die ungewohnte Bahn.
Doch eben so rasch, ehe Holaus Zeit hatte, den starken Eindruck zu überwinden, änderte sich wieder das Bild.
Die schmächtige Gestalt nahm wieder die frühere, selbstbewußte Stellung an, die grauen Augen blickten wieder kalt und lauernd wie eben, die Stimme klang wieder hart, herausfordernd.
„Und jetzt wollen Sie so gut sein und mir angeben, wo und wann ich mich zur Arbeit zu stellen habe."
„Melden Sie sich morgen um acht Uhr vormittags bei dem Hausmeister Opel, der Sie heraufgeführt. Ich werde das Nötige anordnen," erklärte Holaus, ebenfalls im strengsten Amtstone:
„Sehr wohl.- Fichtner verließ das Zimmer.
Holaus blieb lange regungslos stehen, dann sank er ermattet in den Stuhl, dumpf vor sich hinbrütend. Hatte er nicht seit Jahren diesen Fall vorausgesehen, befürchtet wenigstens?
Nun ist der Verhaßte wirklich da! und er nimmt ihn in sein Haus auf, er verbirgt ihn in seinem eigenen Zimmer vor seinem Geschäftsgenossen. Er lügt um seinetwillen — und zuletzt fühlt er sich erschüttert durch seine Worte, kann er ihn nicht mehr Haffen, obwohl er sein sorgfältig gehütetes Geheimnis an das Licht gezerrt. Ja, er hätte ihn in diesem Augenblick verteidigt gegen jeden Angriff.
Sah er etwa einen Bundesgenoffen in ihm? Ja, das war es! Sein Haß gegen Herrmann, seine energische Abweisung einer Verbindung Mariens mit diesem Manne, das hatte ihn umgestimmt.
Also die Eifersucht! Aus Eifersucht verband er sich mit diesem Menschen.
Und das Ende wird sein, daß er sich zu einem Geständnisse hindrängen läßt, ganz unwillkürlich, so wird es scheinen, und doch ist alles planvoll von ihm ausgedacht.
Und dieser Fichtner wird in seinen Augen zu lesen glauben, er wird ihm dienen wollen, wie er sagie, und Marie alles enthüllen, und Marte wird sich ihrem Pygmalion verpflichtet glauben. Sie wird sich selbst einreden, daß ihr kindliches Gefühl für ihn Liebe sei und zuletzt ihren Irrtum einsehen, und anstatt die glücklichste Sterbliche, die unglücklichste werden.
Eher alles! Eher soll st- Herrmann angehören, dann bleibt ihm wenigstens die Liebe der Tochter.
Und der Vater, der sich weigern wird, drohen wird! Er wird doch schweigen, ihm zu Liebe wird er schweigen. — Holaus erhob sich mit einem jähen Ruck, weitete die


