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TOffltr Gott das Herze gießet, So nie sich von ihm trennt; Und eine Liebe übet, Die keine Falschheit kennt; Der mag ohn' Sorgen wachen, Mag schlafen, wie er will, Weil seine rechten Sachen Gehn auf ein gutes Ziel.

Martin Opitz.

Nachdruck verboten.

Pygmalion.

Novelle von Anton Frhr. von Perfall.

(Fortsetzung.)

HolauS hatte sich ein warmes Herz für alle Unglück­lichen bewahrt, für alle Entgleisten. Gerade diese Gesichter, wie er es eben jetzt da unten erblickte, thaten eS ihm an, diese schwache Erinnerung an beffere, menschenwürdigere Tage, von der rohen Faust des Lasters fast verlöscht.

Aber »och eine rasche Beobachtung machte sein Herz pochen, oder war es nur ein dunkles Gefühl, das er gewalt­sam zu unterdrücken suchte. Die Zeit dünkte ihm endlos. Der Mensch sollte ja längst eintreten.

Er ging gegen die Thür, hörte die Tritte auf der Stiege, schleifende, unsichere Tritte. Es war ihm, als kämen sie von unendlicher Ferne her.

Das Unbehagen verstärkte sich.

Er riß die Thür auf, da stand der Unbekannte vor ihm.

»Ich komme schon! Ich komme schon!" sagte er grinsend.

Der alte Opel strich seinen weißen Schnurrbart und warf einen fragenden Blick auf seinen Herrn. Dieser ließ den Vagabunden mit einer befehlenden Handbewegung in das Zimmer treten und schlug dem starr ihn anbltckenden Alten die Thüre vor der Nase zu.

Was wollen Sie von mir?" herrschte Holaus, seiner Stimme mit Mühe Festigkeit gebend, den Fremden an, der sich mit frecher Neugierde in dem Raume umsah, ohne die Mütze abzuziehen.

Oh, nur eine Kleinigkeit für Sie, Herr HolauS."

Der Mensch steckte die Hände in die Hosentaschen, spreitzte die Beine und sah HolauS mit einem verschmitzten Lächeln an.

Arbeit!"

Arbeit? Sie sehen gerade nicht danach aus, als ob daS Ihr einziges Anliegen wäre," erwiderte Holaus, durch die Art des Mannes, die nichts weniger als die eines Bitt­stellers war, noch mehr beunruhigt.

Was sind Sie eigentlich? Welche Arbeit suchen Sie denn?"

Der Fremde zuckte mit den Achseln und schwenkte seine Mütze, die er langsam abgenommen.

»Na, so genau läßt sich das nicht sagen. Was ist man nicht alles, wenn man ein armer Teufel ist, das wissen Sie ja selbst, heute das, morgen das. Zu was man halt gemacht wird."

Holaus vermied es, in diese- Gesicht zu sehen, er machte sich an dem Schreibtische zu thun.

Dann bedaure ich, Ihnen nicht helfen zu können. Wir können in unserem Geschäfte nur gelernte Arbeiter brauchen, nicht Leute, die heute das sind und morgen da-. Bedaure," wiederholte er nochmals mit einer Handbewegung gegen die Thür.Ich habe keine Arbeit für Sie. Wenn Sie sonst"

Nichts sonst," erwiderte der Fremde jetzt in einem schroffen Tone, der Holaus durch Mark und Bein ging, ich will Arbeit, hier bei Ihnen, und Sie werden eine Arbeit für mich finden, ich weiß es gewiß, Herr Holaus."

Jetzt sah dieser jäh auf und blickte auf den Fremden) die verwüsteten Züge hatten sich gespannt, aus den grauen Augen sprach eine rücksichtslose Energie.

Wie gebannt blickte HolauS hinein. Aus ihrer schillernden Tiefe blickte etwas Bekanntes heraus. Und der fein geschwungene Mund unter dem blonden Schnurrbart, alle Bitterkeit, die sich um ihn eingegraben, konnte die wohlbekannten Grundlinien nicht stören. Jetzt öffnete er sich langsam.

Mein Name ist Fichtner, Andreas Fichtner."

HolauS bewegte sich nicht. Er klang ja schon lange in seinem Innern, der entsetzliche Name.

Ist er Ihnen vielleicht entfallen, der Name Fichtner?"

Holaus fühlte, jetzt galt's. Wenn sich auch das Herz zusammenkrampfte, keine Furcht zeigen diesem Menschen gegenüber.

Gewiß nicht," erwiderte er gelassen.Aber ich bin mir nicht bewußt, einem Manne dieses Namens in meinem Leben irgend etwas Böses zu gefügt zu haben, das ihn be«