47

Mod. 900.

Mod. 899.

und an der Seite des Rockes sind

Mod. 902.

Mod. 898.

vollständig genügt, denn

ergänzt.

stets in einem einfachen, aber geschmack­voll ausgeführten Costüm, weil in harmonischer Uebereinstimmung mit ihrer Individualität, am vortheilhaf- testen erscheinen. Auch in ältere Ideen läßt sich durch neue Auffassung und modegerechte Ausführung eine ge­lungene Originalität legen. Als Be­weis für diese Behauptung mag das beifolgende Postilloncostüm dienen.

Wer kennt sie nicht, diese sich jedes Jahr wiederholenden Postilloncostüme. vergangener Zeit, bald als moderner

Wasserrosen und Schilf in ge­fälliger Weise angebracht. Das Feenhafte der Kleidung ist durch lange, weite, aber offene Aermel noch besonders zum Ausdruck gebracht.

Doch nicht alle Menschen sind geeignet, poetische Nixenbräute und zarte Blumen darzustellen und andererseits gehört zum Postillon ein keckes, tempera­mentvolles Persönchen, welches sich nicht so leicht aus der Rolle bringen läßt. Wir glauben des­halb unsere kleine Auswahl von Maskencostümen am "ortheil- haftesten zu ergänzen, wenn wir zum Schluß auch ein Costüm bringen, welches allgemein mit Bortheil zu verwenden sein wird. Wir meinen das kleidsame Bäuerinnencostüm (Mod. 898). Ist dieses doch so recht geeignet, die graziösen Bewegungen beim Tanzen und die Jugendfrische zur Geltung kommen zu lassen. Man kann wohl sagen, selbst das unbedeutendste Gesicht ge­winnt unter einem großen runden Lut, wie ihn unsere in Abbildung 8-8 gezeigte Sarnthalerin trägt. Auch den

Es erschien soeben neu im VerlagEurop. Modenzeitung", Dresden, und ist durch jede Buchhandlung zu beziehen: Steuer Leitfade« für die Damenschneiderei- reich illustrirt mit über 50 Abbildungen. Preis gebunden nur 1 Mk. Dieses Merkchen will ein Wegweiser und Rathgeber.lauf dem Gebiet der Damenschneiderei sein, die es bis in die kleinsten Details in einfacher, leichtfaßlicher

Anforderungen der Masken- costüme, möglichst bunt zu sein, wird ..

der weite Rock ist farbig gestreift und außerdem mit einer bunt­seidenen Schürze gedeckt, deren breite seidenen Bänder vorn zur vollen Schleife gebunden werden. Das silberverschnürte, schwarze Sammtmieder wird durch eine weiße, weitärmelige Batiftblouse

ir befinden uns in der winterlichen Hochsaison, in der Zeit der Soirsen, Bälle und Feste, und die tanzlustige Jugend ist in freudigster Stimmung.

Einen doppelten Genuß gewähren all' diese Belustigungen durch die Vorfreude, durch den Gedanken an das kommende Vergnügen, die das Herz manches jungen Mädchens höher schlagen lassen. Und diese Vor­freude ist in der That auch nicht zu unterschätzen und erklärlicher Weise bildet eine der angenehmsten Beschäf­tigungen die Costümauswahl. Am amüsantesten und reizvollsten gestaltet sich dieselbe, wenn es gilt, ein hübsches Masken- oder Faschingscostüm zu wählen, denn hier darf auch die kühnste Fantasie, unbesorgt um eine strenge Kritik, ihre Blüthen treiben. Je origi­neller desto besser, denn einfache Wiederholungen des Dagewesenen wir­ken nicht. Selbstredend kann nicht Jeder eine durchaus neue Idee aus­führen, denn nicht alle Persönlichkeiten sind durch ihr Naturell geeignet, durch Originalität abzustechen.'Solche werden

Festgewand, so wie es sich für Wasser­manns Braut gehört, wenn sie zum Hochzeitsmahl geht, mit Silber und glitzernden Perlen verziert. Den Haupt- schmuck bilden jedoch Wasserrosen in üppiger Pracht. Zwei große Rosen mit Schilt und Blättern zu­sammengesteckt, bilden den äußerst kleidsamen Brautkranz. Wasser­rosen zieren den Ausschnitt des im Uebrigen schlicht herabfallenden weißen Kleides, welches nur in der Taille durch einen Metallgürtel gehalten wird. Auch am Gürtel und an der Seite des Rockes sind

Mode-Aerichl für Maskenkostüme

bearbeitet und mit Abbildungen versehen von der Internationalen Schnittmanufactnr, Dresden. Reichhaltiges Modenalbum und Schmttmusterbuch für 50 Pfg. daselbst erhältlich.

Bald als Postillon aus . ___________

Stephansbote auftretend, erscheint es fast, als ob sich diesem Costüm keine neue Seite abgewinnen ließe und doch braucht man auch hier nur ein wenig nachzudenken, um zu einer vollständig modernen Auffassung zu gelangen, denn auch in das Postwesen hat sich die Mode eingeschlichen. Mir denken dabei

fächer, mit farbigen Postkarten besteckt. Um den unteren Rockrand ist ein Sammtstreifen gesetzt, welcher mitBriefmarken allerGattungen verziert ist. Auch mit den allzeit beliebten Blumencostümen läßt sich durch eine neuartige moderne Auffassung der Idee eine sehr hübsche Wir­kung erzielen. Während diese früher zumeist durch ein Arrangement zahlreicher Blumen auf beliebigem Untergrund dargestellt wurden, behandelt man jetzt das ganze Costüm als eine einzige Blüthe, indem mau sich bemüht, den Blüthencharacter so naturgetreu wie möglich

wiederzugeben. Diese neuartige Auffassung giebt Gelegenheit zur ' vortheilhaften Nachahmung sehr zahlreicher Blumen.

Eine Probe davon giebt beifolgendes Nebencostüm (Mod. 902). Je nach dem Geschmack der Trägerin kann man die Farbe der Blüthenblätter wählen; an unserem Modell waren dieselben hochroth. Alle Theile jedoch, welche den Kelch dar­stellen, bestanden aus mattgrünem Sammt. Demzufolge sind die Taille und die über die Hüften fallenden Kelchblätter aus grünem Sammt ge­fertigt. Der aus drei gepreßten Gaze­volants bestehende Rock ist roth, des­gleichen die aus gepreßter Gaze be­stehenden Puffärmel und ebenso der den Halsausschnitt umgebende Kragen. Den Kopfputz bildet eine riesengroße Nelke. Rothe Handschuhe und Strümpfe vervollständigen das Costüm.

Dem phantastischen Reick der Feen und der Naturgeister ist das nächste Costüm entlehnt. Mod. 900 stellt Rau­tendelein daraus Gerhard Hauptmanns Versunkener Glocke. Es ist aber auch ein gar zu verlockendes, zur Nach­ahmung reizendes Bild, welches der Dichter uns vorzaubert, wenn er sein Rautendelein, schon mit dem Wasser­nixenanzug angethan, noch einmal aus dem Brunnen emporsteigen läßt, um Abschied zu nehmen. Es ist ein echtes

an die illustrirte Postkarte, welche fast Jedermann jetzt sammelt, zumindest aber schreibt. Wie mannigfach läßt sich diese Idee verwerthen! Und wie gut läßt sich die Rolle zur Freude Aller durchführen, wenn man z. B. hübsche Scherzpostkarten zur Erinne­rung an das Fest vertheilt.

An unserer Abbildung (Mod. 899) wird die illustrirte Postkarte an sich mit besonderem Bortheil als Rock­garnitur verwendet. Wie ersichtlich, sind zwei große Karten über Eck in der vorderen Mitte befestigt. Die eine trägt die Adresse, die andere, welche die Rückseite darstellt, ist mit einer Ansicht und launiger Inschrift ver­sehen. Beide Karten bestehen aus weißer Seide und heben sich wirkungs­voll von dem hellblau-seidenen Rock ab. Die anliegende Sckößchentaille besteht aus dunkelblauem Sammt und sind die Revers und Ränder mit rothem Sammt passepoilirt. Auch ist der hochstehendeKragen mit rothem Sammt abgefüttert. Das Costüm vervoll­ständigt sich durch ein weißes Spitzen­jabot und einen dunkelblauen Sammt-

«K'S W-