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Wohl Dir, wenn Du bedenkst, L Dem Glück und Glanz beschieden: Was Du der Armuth schenkst. Das schenkst Du Deinem Friede».

Frieda Schanz.

Das Fräulein.

Roman von E. Vely.

(Fortsetzung.)

Meine Kinder sind eigen/' sagte die Alte, die Gesichter und Hände streichelnd,die gewöhnen sich man schwer an was Fremdes na ja auch, heute is dies Gesicht da und morgen ein anderes. Es giebt ja doch keine Aehnlichkeit mehr in der Welt, und wenn die armen Würmer die alte Fischern nich hätten, dann wollte ich mal sehen, was aus ihnen würde."

Das Treppengeländer war eine Nachbildung desjenigen aus dem Goethehause Rokokobilder bedeckten die Wände des Corridors int ersten Stock, wo die Wohnräume des Hausherrn und der Hausfrau lagen.

Line trat eben von der letzten Stufe herab, als aus dem Schatten des breiten Ganges ein sehr großer Herr kam, sie ansah, stutzte, einAh!" hervorstieß und dann mit schnellem Gruß vorüberging.

Es war das Frühstückszimmer, welches vor ihr geöffnet wurde. Auf großen und kleinen, goldglänzenden, geschweiften Consolen standen Porzellanvasen, Teller, Schalen alle Wände bis zu dem Paneel bedeckend, das aus Spiegelborden und fantastischen Figuren bestand so hatten die fürst­lichen Frauen vergangener Zeiten ihr kostbares Porzellan ausgestellt, so hatte es Frau Ebba Lund in einem Rokoko schlosse gesehen und copirt.

Eine Uhr im Porzellangehäuse hatte Marie Antoinette die Stunden angezeigt, der bizarre Kronleuchter war aus einem sürstbischöflichen Palais, in Weiß mit Gold gehaltene Möbel standen umher. War Frau Ebba Lund guter Laune, so erzählte sie von dem Historischen, machte aus die Unter­schiede der Schätze aufmerksam und zeigte ganz genaue Kenntnisse über Gründung, Blüthe und Niedergang der einzelnen Fabriken.

Nun, Fräulein bereits eingewöhnt?" die Antwort

nicht abwartend, hatte sie schon eine zweite Frage:Die Kinder sind natürlich unartig, und die Fischern bestärkt sie darin das kenne ich nun," ein Lächeln, kühl und skeptisch,wenn sie Zeit haben, sich an Sie zu gewöhnen, wird sich das schon geben! Uebrigens merken Sie sich, daß ich nicht die herkömmliche mütterliche Schwäche besitze, Wunderkinder in den meinigen zu sehen!"

Das halte ich für einen großen Vorzug, gnädige Frau!"

Frau Ebba lachte nie laut, zuweilen aber mit einem gurrenden Ton, der an das leise Kosen der Tauben erinnerte.

Sie brauchen mir nichts Angenehmes zu sagen, ich gebe darauf nichts. Ich habe sehr wenig Talent und Neigung, mich mit Kindern zu beschäftigen, ich finde den rechten Ton nicht. Das kommt daher" sie unterbrach sich, ordnete an den herabfallenden Spitzen ihres Morgenkleides und setzte hinzu:Sie machen mir Kummer, die Kinder. Daß sie nicht lernen mögen, mag hingehen ich will keine Gelehrte erziehen je weniger eine Frau Ernsthaftes weiß, um so besser die Männer haben uns als tändelnde Wesen ja doch am allerliebsten. Aber sie sind unschön diese langen Züge, diese großen Nasen und Glieder Erbtheile vom Vater und leider dazu Anlage, klein zu bleiben, wie ich, Sie sehen, eine schlechte Vertheilung. Bitte, treten Sie doch einmal hier neben mich!"

Sie drehte sich dabei einem venezianischen Wandspiegel zu, der eine bizarre Form und eine Umrahmung von bunt­leuchtenden Glasblumen hatte.

Die dunkle Gestalt tauchte gehorsam hinter der kleinen auf, das blasse Gesicht mit dem schwarzen Haar neben dem lebensfrischen mit den goldig flimmernden Fäden secunden- lang prüften die blauen Augen dies Nebeneinander dann ein zufriedenes Kopfnicken.

So!"

Das seltsame Licht, welches aus Jacquelinens Augen brach, machte Ebba fast stutzig.

Nun, Fräulein von Arabin, was denken Sie eben?"

An das Wort Folie, gnädige Frau!"

Ah Sie sind so klug, aufrichtig zu sein, das ge­fällt mir!" Ein paar Sekunden spielten die Finger mit einem Strauß aus frischen Maiblumen, welcher neben dem Theeglase gelegen hatte.Nun, gut, Sie werden mich öfter in die Theater begleiten" unwillkürlich blickte Line an ihrem schwarzen Kleide hinab.Nein, ich verlange gar nicht, daß Sie das ausziehen im Gegentheil! Und über Empfindsamkeiten wissen Sie, müssen sich Menschen,