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Kenreinnützrger.
Gurken längere Zeit frisch aufzubewahren. Man wasche vollkommen gesunde, mit langem Stengel versehene Exemplare sorgfältig rein. Namentlich sehe man darauf, daß die Gurken keine Flecke haben, denn diese rühren meistens von Pilzen her, die ein schnelles Faulen herbeiführen. Nach dem Waschen trockne man die Gurken ab mib binde Faden an die Stengel. Dann bestreiche man sie sorgfältig mit flüssigem Eiweiß und hänge sie zum Trocknen auf. Das Eiweiß hält die Luft ab und macht dadurch die Gurken auf Monate haltbar.
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Gemüse zu waschen. Man gieße in das zweite Spülwasser zwei bis drei Löffel voll Essig- dasselbe macht das Gemüse frisch und zieht die Insekten heraus. Blumenkohl lege man mit den Köpfen nach unten in die Schüssel und lasse ihn so eine gute Viertelstunde liegen.
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Birnengelee. Birnen werden in gut ausgereisten F.üchtcn mit Zusatz von wenig Wasser so weich gekocht, daß sie mit einem Strohhalm durchstochen werden können- sodann nimmt man sie in ein Tuch und bringt sie in diesem unter eine Presse, um den Saft herauszupressen. Dieser letztere wird in flachen Kesseln an's Feuer gestellt und so lange gekocht, wobei durch fleißiges Umrühren das Anbrennen ver- hindeit werden muß, bis er nicht mehr tropft, sondern Fäden zieht. Um das Gelee zu klären, wirft man, so lange der Saft noch kocht, ungefähr einen Theelöffel boll geschlemmte Kreide auf ein Liter Saft in den Kessel. Die eingerührte Kreide erscheint nach einigen Minuten als dicker Schaum auf der Oberfläche, der sorgfältig abgeschäumt werden muß. Das fertig gekochte Gelee wird in flache Gefäße zum Abkühlen gebracht und schließlich von da aus in Gläser oder Steintöpfe gefüllt, welch' letztere luftdicht verschlossen werden.
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Apfelgelee. Alle Sorten von Aepfeln kann man zum Gelee nehmen, süße, sauere, angefaulte, die man ausschneidet, auch sogenanntes Leseobst, das heißt das Obst, welches im Herbst täglich von den Bäumen fällt. Man wäscht die Aepfel recht sauber, schneidet sie dann auf Viertel und entfernt die Kerne, schält sie aber nicht, denn die Schale giebt eben das Aroma. Nun schüttet man die Aepfelstückchen in einen großen Topf, gießt kaltes Wasser darauf, so daß die Aepfel gerade bedeckt sind — nicht mehr — und stellt ihn des Abends über Kohlengluth oder in eine sehr warme Röhre. Wenn die Aepfel am nächsten Tage so weich sind, daß man sie leicht zerdrücken kann, thut man sie in ein grobes Leinentuch und preßt den Saft durch- nun rechnet man auf ein Liter Saft anderthalb Pfund Zucker, thut Beides in einen Tops zurück und kocht die Masse so lange, bis sie dickleimig wird und beim Erkalten ein Gelee giebt, welches auf einem kalten Teller rasch verdickt. Beim Einkochen verliere man nicht die Geduld - es dauert wohl 2 bis 21/a Stunden.
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Die Berwerthung -er Pfirsiche. Da die Pfirsichfrüchte ihres zarten Characters halber keine Ueberwinterung vertrage», bringen wir über die sonstige Berwerthung der Pfirsiche folgendes Reecpt: Pfirsich-Marmelade. Man kocht die Früchte mit geläutertem Zuckersyrup, verreibt sie mtt einer Holzkeule und kocht sie dann zu einem dicken Mus ein, das wie andere Marmeladen aufzuheben ist. Sollte die Masse nach einigen Tagen etwas flüssiger werden, so muß mau noch nachträglich etwas einkochen.
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Eingelegte Zwetschen in Honig. Schöne große Zwetschen hält man in einem Siebe einen Augenblick in's kochende Wasser, schält dieselben und legt sie in kaltes Wasser.
Redaetinn: 8. Scheyda. — Druck und «erlag der Brühl'schen Ul
Man bereitet ein Honigsiuchtwasser, indem man auf ein halbes Kilo Früchte 125 Gramm Honig und ein Liter Wasser sieden läßt und die erhaltene Flüssigkeit durch ein leinenes Tuch filtrirt. Weiter bedarf man geläuterten Honig. Man mische für diesen Zweck einen Theil Wasser und zwei Theile Honig, bringe Beides in einem kupfernen oder irdenen Gefäße zum Kochen, filtrire es einige Male und so lange durch feuchte Leinentücher, bis die Masse klar abläuft. Hieraus legt man die Zwetschen 5 Minuten in kochendes Wasser, giebt dann auf 1 Kilo geschälte Zwetschen 125 Gramm geläuterten Hon'g und ein halbes Liter Zwetschen-Fruchtwasser in ein Kochgesäß, läßt einige Male aufkochen, füllt Zwetschen und Last so in die Einmachgläser, daß erstere bedeckt sind, verschließt die Gläser luftdicht und hebt sie an einem kühlen, trockenen Orte bis zum Gebrauche auf.
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Trüffel. Zeit der Bereitung anderthalb Stunden. 5 Personen. Etwa ‘/2 Kilogr. der kostbaren Trüffeln werden sorgfältig gewaschen und gebürstet, dann gut abgespült und auf einem reinen Tuch abgetropft, bevor man sie dünn abschält. (Die Trüffelschalen werden gewiegt als feine Würze für Farcen benutzt.) Jede Trüffel hüllt man in ein mit Butter bestrichenes Papier, legt sie so in einen Dampfkochtopf, dessen unteren Behälter man mit einem halben Liter kräftiger Bouillon aus 10 Gr. Liebigs Fleisch-Extract füllt, und dünstet sie weich. Man nimmt die Trüffeln aus dem Papier und richtet sie bergartig auf einer Serviette an. Der Rest der Bouillon ist trefflich zur Bereitung feiner Saucen.
Hrrnrsristifches.
Auch eine Zwangslage. „. . . Herr Redacteur haben dem Dichter Reimschmied nun doch Ihre Tochter zur Frau gegeben?" — „Ja! ließe ich ihn unglücklich lieben, so würde er mir noch mehr Gedichte einschicken!"
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Zeitgemäß. A. (die Photographie seines Freundes und dessen Braut betrachtend): „. . . Mir gefällt nur nicht, daß Du an einem Ende des Tisches sitzest und Deine Braut am anderen!" — B.: „Diese Stellung ist eben meine Erfindung! Geht die Verlobung zurück, so schneiden wir die Photographie einfach auseinander, und jedes behält seinenTheil!"
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Zerstreut. A. (zum Herrn Professor, der sich mit feiner Tochter in einer Gesellschaft befindet): „Ist die Dame Ihre Frau?" — Professor: „O nein, das ist die Frau von meinem Schwiegersohn!"
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Vom Kasernenhof. Sergeant: „Junge, wie Sic heut' wieder schmierig aussehen! Auf Sie tränke sogar ein Menschenfresser 'n Cognac!" — Unteroffizier (zum Einjährigen, Mediciirer, dem das Griffe-Ueben sehr schwer fällt): „Ja, ja, Einjähriger, hier ist's nicht wie in der Anatomie, hier heißt's die Knochen zusammennehmen."
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Fataler Doppelsinn. A.: „Du kennst doch den Kaufmann Schnippfer?" — B.: „Ob ich den kenne! Ohne Zweifel ist er ein gewiegter Geschäftsmann!" — A.: „'Sein Geschäftsumsatz soll ein bedeutender fein." — B.: „Gewiß, man sagt, er betrüge täglich Tausende!"
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Bei der Audienz. „. . . . Ihr Geburtsort, Herr Bürgermeister, liegt also unmittelbar an unserer Grenze?" — „Zu dienen, Hoheit! Ich bin dem Himmel dafür unendlich dankbar — denn wie leicht hätt' ich auf der anderen Seite geboren werden können!"
i-Buch- und Sieindruckcrci (Pietsch & Scheyda) in Gießen.


