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aber ich nehmen, lich ins

kleinen Kranken."

Er war zurückgetreten und schloß mit einem tiefen Athemzuge die Augen für einen kurzen Moment Als er sie wieder aufthat, sah er aus, als sei er aus einem tiefen, unruhigen Schlafe erwacht; sein Gesicht war bleich, und die Schatten unter den Augen hatten sich vertieft. Aber die ge­wohnte Selbstbeherrschung hatte er jetzt wiedergefunden und er sprach in seiner üblichen, glatten, höflichen Weise:Sie

Ach, wie kannst-Du denken, Onkel, daß mir das . . . Nein, diese Lotte, diese Lotte! So gleich einzuwilligen . . . unbegreiflich!"

Es klang alles so beleidigend erstaunt, was der Neffe zu Onkels Heiratsabsichten äußerte, daß ein ungeheueres

sie wacht, der sie auf ihren Spaziergängen begleitet, wenn die leidende Mutter daheim bleiben muß, der selbst durchaus zuverlässig und ungefährlich ist"

Hier machte Onkel Diefenbach tief athmend eine Kerne Pause und ergriff den Neffen am Knopf seiner lichtblauen

Dieses schöne Phlegma besaß Onkel Diefenbach.

Du scheinst Dich ja fabelhaft zu freuen, eine Tante zu bekommen, lieber Willy," sagte er nur.

Derliebe Willy" nickte gezwungen und trank schnell

Weste ....

Du ahnst es jedenfalls schon .... meine Wahl siel auf Dich, lieber Junge." .

Ich?" .... stammelte der Assessor aufs äußerste überrascht.Danke Dir, daß Du so überzeugt von meiner Ungefährlichkeit bist!"

Gewiß bin ich das."

Schön von Dir," meinte der Neffe mit kurzem Lachen verletzter Eitelkeit.

Der Major sah ihn ernst an und sagte noch einmal:

Gewiß, mein Junge. Ich kann Dir das Mädchen ruhig anvertrauen, das Du selbst so hartnäckig verschmähtest.

heißt er,

Ganz recht, jetzt sällt es mir ein. Ich habe davon gehört. Ist der arme Mensch bös verletzt?"

Aeußerlich nicht, bis auf eine Schramme, die bald heilen wird. Aber er hat eine Gehirnerschütterung davon- aetragen, und ein hitziger Geist hindert bet ihm die Heilung. Noch kämpft er mit dem Fieber und der Bewußtlosigkeit, fürchte, die Sache wird keinen normalen Verlauf Wenn es schlimmer mit ihm wird, muß er natür-

Krankenhaus." (Fortsetzung folgt.)

erinnern mich an meine Pflicht, gnädige Frau. Auch ich muß noch zu einem Kranken, hier oben."

Hier im Hause?"

Im Giebel oben. Ein Schlossergeselle, Neuert

ich wiederhole es, und in den richtigen Händen kann sie sich vortrefflich entwickeln." .

Ich hoffe, dazu ein wenig helfen zu können. Die nächste sorge freilich ist, das Kind gesund zu machen. Wie soll int ungesunden Körver der Geist sich gesund erhalten?"

Ihnen wird es nicht schwer fallen, Geist und Körper des Kindes gesund zu machen. Sie haben eine Atmosphäre von Gesundheit um sich her, die nothwendig auch aus Ihre Umgebung wirken muß. Und ich wette, solche Thätigkeit für Andere macht Ihnen selber Freude."

Ob sie mir Freude macht? Giebt es denn etwas Schöneres? Zu sehen, wie solch' eine verkrüppelte Pflanze sich dehnt und wächst und gesund und kräftig wird kann man sich etwas Erfreulicheres denken?" Ihr Gefühl hatte sie fortgerissen, sie vergaß für einen Augenblick, mit wem sie vrach, und offenbarte rückhaltslos die reinen, guten Gefühle ihres Herzens, indem das Mitleid aus ihren Augen und ihren Zügen sprach, gleich dem Strahl eines Lichtes aus einer anderen Welt.

Hochgehängte Frucht

Novelle von H. Erlin.

(Schluß.)

,Sie sind eine barmherzige Samariterin ganz nach der Schrift," sagte der Doctor, und ein beklommener Tyn in seinen Worten, als vermöge er nur mit Mühe zu sprechen, ließ sie die Blicke auf sein Gesicht wenden. Zum ersten Mal sah sie in seinen Augen das Aufleuchten einer Gluth, die sie ,

nie zuvor darin bemerkt hatte, von der sie aber im selben sp^e0ma dazu gehörte, es ruhig hinzunehmen. Augenblick wußte, fdaß ihr eigener Reiz der Reiz ihres '-r-c 'Tx"c

Körpers, nicht ihrer Seele sie entzündet hatte. Und ob­wohl bei dieser Erkenntniß ihre Blicke starr und durchdringend auf ihm ruhte, erstarb die düstere, verzehrende Gluth nicht

gleich- ihre Hand ergreifend, flüsterte der Doctor mit heiserer ^in Glas leer.

Stimme:Wie schön Sie sind, wenn Sie so sprechen!"®ag mal, wann habt Ihr Euch .... wann gab sie

Sie zuckte zusammen unter der Berührung seiner Hand, Dir ihr Wort?" r. r ,,

aber sie schrie nicht auf und stieß ihn nicht zurück. Eine IWann" Der Onkel räusperte sich verlegen:

Kette von Gedanken und Schlüffen bildete sich innerhalbHier kommt's, warum tch Detnen Besuch erbat,

weniger Secunden in ihrem Geiste. Der Mann hier liebteJa, was soll ich" .... .

sie, begehrte sie. Das empfand sie mit dem sicheren InstinkteJa Du." Der Major ruckte ganz dicht an seinen der Frau. Aber wenn es der Fall war, dann lag zugleich I Neffen heran und begann kameradschaftlich vertraulich. W das Motiv offen vor ihr da, weshalb er ihrer Verbindung I hör mal, mein Sohn! Nach Brauch und Form sind wir noch mit seinem Neffen entgegen war- daß er es war, hatte siejcht verlobt, aber ich weiß bestimmt, daß sie mag . . . ich, aus halben, unwillkürlichen Aeußerungen Georgs erfahren ich weiß es. Meine Jahre stören sw nicht, sie erwartet vom können. Dann ward auch der Zweck der Geistererscheinung Leben nicht nur eitel Vergnügen, ^n der Zeit, wo sie hier offenbar, die sie erschrecken und ihrer Liebe entfremden sollte, im Hause weilte .... damals, als Du . . . . na, verstehst Das Alles flog ihr mit der Raschheit des Blitzes, der die schon .... damals lernte ich ihr gut fern. Trotzdem sprach

Wolken zerreißt und blendende Helle hervorlodern läßt, durch ich mich noch nicht zu ihr aus, ehe ich mich^an Dich wandte,

die Seele. Zugleich aber stand es bei ihr fest: hatte er sich Willy quittirte durch eine mißtrauische Miene.

so weit vergessen, so mußte sie noch mehr von ihm erfahren.Ich begreife nicht ....

Sie durfte ihn nicht erschrecken, ihn nicht von sich weisen,Na, denn kurz mein ^zunge . . . - Ich hab eme Bitte wenn er sein Inneres ganz vor ihr enthüllen sollte. an Dich. Lotte wird mit ihrer Mama für einige Wochen

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nieder. Eine Lüge vermochte sie nicht auszusprechen, aber kann aber mch g ) totnbtaer Galan

ihr Schweigen schon ermuthigte ih. Er preßte die Hand mir der Gedanke macht, irgend em wmdiger^alan sester in der seinen und trat ein wenig näher zu ihr heran, könnte sich an te Reicküüer mitzuaeben der über Wie weich diese Hand ist!" flüsterte er mit halberstickter | wünschte ich tigern /men^B^chutz^ must-geben,^üer Stimme.Wie weich und schön! Und dieser Arm, dieser herrliche Arm!" Er begann mit den Fingern der anderen Hand leise an ihrem Arm emporzutasten, sein Athem ging rasch und laut. Nun wurde der Ekel über seine Nähe, seine Berührung doch zu stark in ihr- sie machte sich los, aber sie war klug genug, es ruhig, ohne Hast zu thun, und auch ihre Stimme klang nicht unfreundlich, als sie nun sagte: Herr Doctor, was machen Sie? Wir stehen hier auf offenem Corridor! Auch muß ich wieder hinein zu meiner