— iss —
L^rmsvifttfches
GE-innÄtzigss
Und zugleich der Zankapfel, den sie in die Familie Greylock brachte. Zu der Zeit, von der ich rede, dachte Niemand daran, daß ich dereinst Großpapas Erbin würde,- er verabscheute mich damals, und meine arme Mama, welche entdeckte, daß ich einiges Talent besaß, das ich natürlich von ihr geerbt hatte, dachte ernstlich daran, mich für die Bühne vorzubereiten. Beiläufig muß ich Ihnen bemerken, daß Großpapa in seinem ursprünglichen Testament Sie zu seinem Erben eingesetzt hatte. Wenn ich nicht durch reinen Zufall den Weg zu Großpapas Herzen gefunden hätte, würde ich vielleicht in diesem Augenblick auf einer Bühne tanzen, anstatt im Schatten von Grehlock Woods bei Ihnen zu sitzen."
(Fortsetzung folgt.)
Redaction. 81. Scheyda. Sind und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Schcyda) in Gießen.
Gegen dns Schleiertrage« spricht sich der englische Augenarzt Dr. Wood auf das Energischste aus. Er erklärt die erhöhte Anstrengung der Sehwerkzeuge, durch das Hinderniß zu dringen, für höchst schädlich, abgesehen von der damit verbundenen Irritation. Alle Schleier sind schädlich, am meisten die punktirtcn,- natürlich leiden schwache Augen mehr darunter als gesunde. Am zulässigsten ist ein glatter Schleier mit regelmäßigem großen Gewebe aus einfachen Fäden, doch sind auch diese nachtheilig. Dr. Wood führt auch den Ursprung von Kopfschmerzen, Schwindel u. s. w. oft auf das Tragen eines Schleiers zurück.
* * ♦
Grasflecke« in Weißzeug werden, wenn sie mit Seife ausgewaschen sind, stets eine schmutzig aussehende stelle hinterlassen. Es muß dann nochmals kochendes Wasser darauf gegossen werden. Auch kann man die Flecken gelinde schwefeln und dann nochmals regelrecht durchwaschen und spülen.
♦ * *
Das Einmachen der Kirschen geschieht, indem man aus ein Kg. Sauerkirschen % Kg., auf ein Kg. Süßkirschen Vz Kg. geläuterten Zucker gibt. Die entkernten Kirschen werden in die Zuckerlösung gethan und läßt man sie aufkochen. Hierauf kommen sie auf ein Sieb zum Ablaufen. Der Zucker wird noch stärker eingekocht und die Kirschen wieder zugesetzt, worauf man sie Stunde kochen läßt und dabei fleißig abschäumt,- hierauf werden sie noch warm in die Einmachgläser gegossen und dieselben gut verschlossen.
* * *
Spargel-Pastrtchen. 10 Personen. Bereitungszeit
1 Stunde. — Man liebt es der Einfachheit wegen, die Pasteten etwa 15 Stück — ohne Füllung beim Conditor zu bestellen und nur die Letztere selbst zu fertigen. In anderem Falle bereitet man nach einem der wiederholt angegebenen Recepte einen Butterteig und backt von diesem, mit kleinem Deckel versehene Pastetchen, wird dann aber die Herstellungszeit mindestens auf zwei Stunden berechnen müssen. — Für die Fülle ist erforderlich: Spargel — 1»/, bis 2 Pfund —, eine große zarte Kalbsmilch und Fray-Bentos-Zunge. Den Spargel schält man, schneidet ihn in zolllange Stücke und kocht diese in Wasser weich, die Spargelspitzen ein wenig später hinein- I Ladend. Die Kalbsmilch wird blanchirt, in Butter gedämpft I und mit 100 Gramm der erwähnten Zunge fein würflig geschnitten.— Für die Sauce benutzt man die Butter der gebratenen Kalbsmilch, verrührt sie glatt mit Mehl, kocht sie mit der Spargelbrühe zu einer dicksämigen Sauce, der man ein Glas Weißwein und einen halben Theelöffel Liebig's Fleisch-Extraet zusetzt, sie dann mit drei Eigelben abzieht und mit den geschnittenen Zuthaten vermischt, die in der Brühe sehr heiß werden müssen, ohne kochen zu dürfen. Man füllt das Ragout in die ebenfalls heißen Pasteten und servirt diese sofort.
Fatale Freigebigkeit. „Der Herr Bureauchef zeigt ja heut' eine furchtbar schlechte Laune im Dienste!" — „Der hat vom Ministerium eine colossale Nase erhalten und die vertheilt er jetzt an die Untergebenen!"
* *
*
Schneidermeister: „Hier bringe ich die neuen Radfahrerhosen, Herr Tönnchen, und bitte um Begleichung meiner Rechnung." — Studiosus: „Was fällt Ihnen ein? Ich hatte I doch ausdrücklich Pumphosen bestellt!"
* * *
Moderne Kunst. Herr (im Atelier): „Großartig dieses Bild! . . . Nicht wahr, Bienenkorb mit Bienen?" — Maler: „Nein! Dame mit Sommersprossen!"
* *
*
Amerikanisch. Lebensversicherungs-Agent: „Nun, was haben Sie beim Herrn Baron ausgerichtet?" — Sub- Agent : „Nichts! Er sagt, er habe keine Zeit, an Lebensversicherungen zu denken!" — Agent: „Gut, heute Nacht werde ich ein paar Stüsse durch die Fenster seines Landhauses feuern; morgen früh, wenn ec zur Stadt geht, rer- stecken Sie sich hinter einen Zaun und schießen ihm eine Kugel durch seinen Cylinder; — sodann sprechen Sie im Laufe des Vormittags einmal wieder bei ihm vor und fragen ihn, ob er sein Leben versichern lassen will!"
* * *
Vom Regen in die Traufe. Hausfrau: „Aber, Herr Doctor, Sie gähnen ja; Sie langweilen sich wohl bei uns?" — Herr: „Ach nein, ich langweile mich durchaus nicht; wenn ich gähne, so thue ich das nur, weil ich Hunger habe."
* *
*
Auch ein Standpunkt. Gatte: „Mein Kind, wir sind ruinirt! Kein Mensch will mir einen Pfennig borgen; es bleibt mir nichts weiter übrig als ehrliche Arbeit!" - Gattin: „Wer hätte je gedacht, daß wir so tief sinken würden?"
Literarisches
. „Pfarrer Kneipp und sein System" betitelt sich ein Aufsatz m dem soeben erschienenen Heft 21 der bekannten illustrirten Zeitschrift u Ü*“™ JUtrt ätteet* (Stuttgart, Union Deutsche Verlagsgesell- schast, Prers des Heftes 75 Pfg.), in welchem Dr Kreusner den Ver- diensten des Heimgegangenen Vertreters der Naturheilmethode gerechte Würdigung zu theil werden läßt. Der mit interessanten farbigen Blldern „Pfarrer Kneipp hält Vortrag in Wörishofen", „In der Sprech- stlmde , „Wassertreten" u. s. w. geschmückte Aufsatz schließt mit den Worten: „Was uns im Einzelnen als über das berechtigte Maß hinausschießend erscheint, wird sein Correctiv von selber finden. Mag man daher über die Streitpunkte denken wie immer man will, die Reinheit seiner jedem persönlichen Gewinn abholden Ziele und die zahlreichen Erfolge sichern seinem Systeme einen ehrenvollen Platz in der Geschichte der Heilkunde."
*
Ein Blick hinter die Coulissen der Damenschneiderei lehrt uns, daß jetzt, wo der Blumenflor des Sommers seine höchste Blüthe entfaltet, das wunderbare Farbenspiel der Sommermoden ebenfalls seinem Culminationspunkt zustrebt. Das ersehen wir besonders aus dem reich illustrirten Hauptblatt der eben zur Ausgabe gelangten 3. Juli Nummer von »Mod- und HauS«, Verlag John Henry Schwerin, Berlin w. 35. Roben und Hüte, Garnituren, Schirmformen, kurz Alles, was zur Mode gehört, erscheint hier in vollendeter Zusammenstellung an Einzelfiguren und Gruppen. Die belletristische Beilage bringt Erzählungen von Hans Wachenhusen und Paul Oscar Höcker. Der Verlag von „Mode und Haus", das nach wie vor nur 1 Mk. vierteljährlich kostet, liefert auch, wie bekannt, Gratisschnitte genau nach Körpermaß zu allen dargestellten Moden für nur 35 Pfg. für Kinder- modenschnitte, 50 Pfg. für Schnitte für Erwachsene — die eigenen Selbstkosten. Abonnements bei allen Buchhandlungen und Postanstalten. Gratis-Probenummern durch erstere und durch den Verlag.


