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in Gießen.

Das Kind der Tänzerin.

Roman aus dem amerikanischen Leben von Joseph Treumann.

(Fortsetzung.)

Iris zog das kleine Mädchen dichter an ihre Seite und begann stammelnd:Bor einigen Wochen schrieb ich an Miß Pamela Greylock"

Ich habe Ihre Briefe gelesen."

Dann wissen Sie also, in welch' entsetzlicher Lage ich mich befinde/ sehen Sie mich an, ich kann nie wieder tanzen, ich kann nie wieder Geld zu meinem und - meines Kindes Unterhalt erwerben." Die Thränen liefen über ihre Wangen nieder, sie rang verzweiflungsvoll ihre Hände.Wenn ich nur meine Kunst noch ausüben könnte, so würde ich Niemanden belästigen) unter den obwaltenden Verhältnissen muß ich leider Beistand haben, oder mit meinem Kinde die öffentliche Mildthätigkeit in Anspruch nehmen. Ich kam hierher, um Ihnen dies zu sagen. Blicken Sie Ihre Enkelin, Roberts Kind, an was soll aus der Kleinen werden?"

Mr. Greylock schwieg und begann mit seinem Stock Figuren in den Sand zu zeichnen.

Wir sind heimathlos, ohne Freunde und Mittel," stihr Iris fort;für mich selbst verlange ich nichts ich kann betteln oder auf der Straße sterben/ aber mein armes, unschuldiges Kind ich bitte, ich flehe Sie an, lassen Sie es nicht mein Schicksal theilen!"

Das Kind, dem diese Fürbitte galt, blickte verwundert mit seinen Veilchenaugen auf die blühenden Rosenhecken zu beiden Seiten der Alleen, aus die jetzt friedlichen Hunde, die mit ausgestreckten Zungen aus dem Rasen lagen, aus die rosafarbenen Blüthen, die von den Kastanienbäumen fielen, und endlich aus den finsteren Mann, in dessen Händen sein

Smerftoi leit 17. Juni.

HW

ToisnS

ie Ste-m' am Himmel wandern, Hat jeder seinen Schein, Doch einer dient dem andern,

So soll's bei uns auch sein.

So laßt uns geh'n verbündet

Durch Lieb' in Freud' und Schmerz Ein Stern, den Gott entzündet,

Ist jedes Menschenherz!

Hammer.

Schicksal lag, der in diesem Augenblicke über seine Zukunft entscheiden sollte.

Mr. Greylock warf Iris einen Blick zu, der sie erbeben machte.Ich sage Ihnen nochmals, Madame, daß ich Ihnen nicht glaube, ich verabscheue Sie. Wenn Sie allein hier vor mir stünden, so würde ich Ihre Gegenwart keinen Augenblick dulden, ich würde kein Wort von Ihnen anhören. Auch dieses Kind ist mir verhaßt, da es Ihnen gehört und mir eine lebendige Erinnerung an die unverzeihliche Handlungs­weise meines Sohnes ist. Ich erkläre Ihnen hier, Madame, daß mein Testament gemacht und daß das Kind nicht darin bedacht ist. Es wird nie einen Dollar von meinem Ver­mögen erhalten/ wenn Sie sich in dieser Hinsicht etwa Hoffnungen machten, so lassen Sie diese für immer fahren/ ein Verwandter in England ist mein Erbe."

Das hübsche Gesicht der Tänzerin wurde noch bleicher, als es vorhin gewesen war. Wie hart war doch dieser Mensch/ ihre Schönheit, die sie so oft bei Männern all­mächtig gefunden hatte, ließ sie hier völlig im Stich. Robert Greylocks Vater hatte weder Bewunderung noch Mitleid, nur bitteru Haß und Groll für sie.Sie mißdeuten meine Absichten gänzlich," antwortete sie,meine Hoffnungen streben nicht dahin, Ethel zu Ihrer Erbin zu machen, sondern nur, sie vor Hunger und Elend zu schützen."

Ich muß Zeit haben, um über die Sache nacbzudenken," sagte Mr. Greylock kurz/wie weit sind Sie gereist, um diese Unterredung mit mir zu suchen?"

Ich kam mit dem Morgeuzuge von New - York / ich nahm am Bahnhof einen Wagen, der mich hierher brachte/ er wartet draußen vor der Eingangspforte."

Die Kleine hatte sich ihm genähert. Er wandte seine kalten Blicke von ihr ab / konnte er aber das zarte Gesichtchen mit den großen Veilchenaugen Roberts Augen waren veilchenblau gewesen und den goldenen Locken gänzlich unbeachtet lassen.In der Stadt dort," sagte er endlich, werden Sie einen Gasthof,PoolesInn" genannt, finden/ begeben Sie sich mit ihrem Kinde dorthin, Madame, und bleiben Sie dort bis morgen um diese Stunde / dann kommen §ie wieder hierher / wir können dann weiter über die Sache sprechen."

Er wandte sich um und schritt die Allee hinauf, seiner Villa zu.

Adieu, Großpapa!" rief ihm des Kindes zartes Stimmchen zu.

Er nahm keine Notiz davon, sondern schritt, ohne sich umzuwenden, von seinen Hunden begleitet, finster und miß-