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die junge bei einer und nun

Willibald er oder

Dame von selber das Feld räumte, sie stürzte Wagenfahrt so unglücklich, daß sie die Hüfte brach elend und verkrüppelt im Rollstuhl saß.

Rüdiger triumphirte!

Nun war eine vorschriftsmäßige Partie für ausgeschlossen und er sein unbestrittener Erbe, sein ältester Sohn.

Wünschen heirathen, nun so durfte er sich überhaupt nicht vermählen.

Bei seiner schwachen Gesundheit ward er wohl nicht allzu alt und Rüdiger mußte ihn alsdann beerben, denn er war der einzige Niedeck, falls der Majoratsherr ohne Erben starb. Er überwachte die beiden einzigen jungen Damen der Residenz, welche sechzehn Ahnen aufweisen konnten, mit Argusaugen, bereit, eine Verlobung auf jeden Fall zu ver­hindern. Die jüngere und hübschere hätte er selber wohl gefreit, wäre Vermögen vorhanden gewesen, so begnügte er sich, sie so schnell wie möglich mit einem anderen guten Freund, welcher ihm den Liebesdienst erweisen konnte, zu verloben.

Diese Zuversicht machte ihn übermüthig. Er lebte auf die künftige Erbschaft in Saus und Braus und machte Schulden, soviel es ihm beliebte.

Aber der größte Kredit kann schließlich lahm gelegt werden. Jahre vergingen, und der Majoratsherr lebte rüstig und immer gesünder werdend, auf seinem Schloß.

Die Gläubiger drängten.

Rüdiger borgte den kleinen Vetter an und erhielt thatsächlich Hülfe, da Willibald ein viel zu vornehm und ideal denkender Mann war, um den Namen Niedeck einem Scandal preiszugeben. Er kam nicht dem verhaßten Vetter, sondern lediglich dem bedrohten Klang seines guten Namens zu Hülfe.

Allerdings erklärte er, daß in Zukunft keinerlei Aushülfe mehr von ihm zu erwarten sei. Rüdiger glaubte nicht daran, sondern hoffte grade durch diesen so ängstlich gehüteten Namen einen dauernden Zwang auf den Majoratsherrn ausüben zu können.

Er irrte sich.

Willibald zeigte sich bei abermaligen Ansprüchen uner­bittlich und Rüdiger ballte voll ohnmächtiger Wuth die Hände gegen den blödsinnigen Kerl auf den Millionensäcken!

Seine Gläubiger drängten mehr denn je, es galt Stellung und Existenz für ihn!

Da half ihm sein unverwüstliches Glück abermals.

Er heirathete als Referendar eine der reichsten Erbinnen des Landes, die Tochter eines Großindustriellen, welcher durch gewagte Speculationen ein außerordentliches Vermögen erworben hatte. Rüdigers Leichtsinn war aber noch größer wie die fabelhafte Zulage, welche ihm sein Schwiegerpapa gab. Das junge Paar lebte in fürstlichem Luxus, welcher geradezu in Verschwendung ausartete, als der erste Sohn der Erbe des Majorats, geboren ward.

Nun war jeder Zweifel gehoben, wer einst Besitzer von Niedeck sein würde!

Ein zweiter Sohn folgte und sicherte die Erbfolge, Graf Rüdiger und Frau Melanie aber hielten ihre Goldquellen nun für so unerschöpflich, daß sie jeden, selbst den kost­spieligsten Passionen, die Zügel schießen ließen.

Etliche Jahre lang strahlte dieses wolkenlose Glück, dann kam der deutsch-französische Krieg und nach ihm die selig-unselige Gründerzeit!

Auch Rüdigers Schwiegervater ließ sich auf das Gründen" ein. Er speculirte gewagter wie je, und das Glücksrad sprang herum und rollte dem Abhang zu.

Erst wurden die fürstlichen Zulagen eingeschränkt, dann schrumpften sie bis auf das Aeußerste zusammen.

(Kortsetzung folgt.)

Bei der Anderen conspirirte er in anderer Weise gegen den Vetter, bis ihm der Zufall zu Hilfe kam und ''

Frevelhafte Mode.

Eine Bitte an die Frauenwelt.

Von M. Kossak.

------- (Nachdruck »erboten.)

Heber die weibliche Eitelkeit ist schon so viel geredet und geschrieben worden, daß man heutzutage sich wahrlich erst besinnen sollte, ehe man sie zum Gegenstände irgendwelcher Erörterungen macht. Es verhält sich damit ähnlich wie mit dem Thema von der Schwiegermutter, das die Leser nur noch zu einem mitleidigen Achselzucken reizt. Wie neuerungs­süchtige Autoren, mit guten alten Traditionen brechend, daher letzthin lieber den Schwiegervater zuni Vorwurf für humoristisch sein sollende Ausführungen wählen, so ergießen sie auch notabene, wenn sie dem weiblichen Geschlecht angehören ihren ganzen Spott abwechslungshalber über die männliche statt über die weibliche Eitelkeit.Warum stets von einem Evafehler sprechen," sagen sie,die Männer sind genau ebenso eitel wie wir, wenn nicht noch eitler." Zugegeben, aber ihre Eitelkeit ist harmloser, unschädlicher. Zweifellos wird mir diese Behauptung heftige Anfeindungen seitens meiner Mitschwestern zuziehen, die der Umstand, daß ich selbst eine Frau bin, noch verstärkt. Dennoch, so leid es mir thut, vermag ich nicht zurückzunehmen, was ich gesagt.

Hat man wohl schon je von Männern gehört, die aus Eitelkeit das heißt, ich spreche lediglich von körperlicher sich selbst oder sonst einem athmenden Wesen ein Leid zu­fügten? Die Herren der Schöpfung lassen sich von ihren Schneidern als Gigerln, Dandies oder Swells costümiren, sie kaufen sich armdicke Spazierstöcke, schön rosenrothe oder himmelblaue Cravatten, frtsiren ihr Haar und ihren Bart in mannigfachster Weise, aber damit hat die Sache auch ihr Bewenden. Die Frauen dagegen ruiniren ihre Gesundheit durch eine unsinnige naturwidrige Kleidung, sie stürzen sich in Schulden, um Schmuck und Putz zu kaufen, sie ach du lieber Himmel, was thun sie sonst noch Alles nur um der lieben Eitelkeit willen! Die Formen, welche letztere annimmt, sind so mannigfach und zahlreich, daß es unmöglich erscheint, sie auch nur annähernd festzustellen, außerdem wechseln sie beständig. Zu den traurigsten Verirrungen, die in dies Capitel fallen, gehört die Sucht, Vögel als Schmuck der Toilette zu benutzen. Wenn man sieht, wie Damen, welche sich gerade auf ihre zarte Weiblichkeit so viel zu gute thun, sich nicht scheuen, Hüte und sonstige Garderobengegenstände mit den Körpern dieser lieblichen Geschöpfe zu decoriren, so steht man vor einem fast unlösbaren Räthsel, das sich wohl nur durch die menschliche Gedankenlosigkeit erklären läßt.

Ein höchst drastisches, wenn auch erfundenes Beispiel hierfür las ich einmal in einer Zeitung. Ein armes Mäd­chen war um ihrer anscheinenden Bescheidenheit, Herzensgüte und Sanftmuth willen von einem reichen, hochstehenden Mann zur Gattin erwählt worden. Da er es ihr oft gesagt, daß gerade die erwähnten Eigenschaften ihr seine Liebe zugewandt, so wollte sie diese auch bei der Wahl ihres Brautcostüms zum Ausdruck bringen, daß heißt mit anderen Worten, sie beabsichtigte sich zur Trauung ihrem Character gemäß zu kleiden. Wie aber konnte sie das besser meinte sie als wenn sie ihre langschleppende weiße Atlasrobe über und über mit kaum fingerlangen ausgestopften Täubchen in der Farbe der Unschuld übersäete! Tauben, und gar weiße, sind ja die Sinnbilder der Sanftmuth und Reinheit. Weit und breit wurden bei Händlern derartige Vögel bestellt und es gelang auch, deren mehr als hundert zusammen zu bringen. Wer aber beschreibt das Erstaunen der minniglichen Maid, als sie, so gar zart und lieblich mit den jungen Täubchen geschmückt, vor ihren Verlobten tritt und dieser sich mit allen Zeichen des Abscheus von ihr wendet! Ein Mädchen, welches einem raffinirien Toiletteneffect zu liebe kaltherzig und grau­sam das Leben solch' einer Menge von armen Vögeln opfert, könne nie seine Gattin werden, erklärte er. Und dabei blieb's keine Thränen, keine Bitten halfen, der junge Mann ließ