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Genrernnützige».
Bei dem jetzigen ungesunden Wetter, wo Erkältung, Influenza, Schnupfe«, Husten an der Tagesordnung sind, wirb es Manchem willkommen sein, ein sehr wirksames Mittel gegen solche Fälle kennen zu lernen. Dieses Mittel besteht, wie der „Praktische Wegweiser", Würzburg, schreibt, in einem warmen Wasserbade mit nachfolgender Einpackung. Die Behandlung ist folgendermaßen: Eine Badewanne oder ein der Größe des Patienten entsprechendes Faß wird so weit mit 32 bis 33 Grad R. warmem Wasser gefüllt, daß es dem Patienten, wenn derselbe darin liegt oder sitzt, den ganzen Körper bis unter's Kinn bedeckt; ist kein Thermometer zur Hand, so macht man das Wasser so warm, als es nur möglich ertragen wird. In diesem Bade bleibt der Patient so lange, bis der Körper gut durchwärmt ist und zu schwitzen beginnt, was ungefähr in 20 bis L0 Minuten der Fall ist,' dann zieht er, ohne den Körper abzutrocknen, ein erwärmtes r-ines Hemd an und wird so gleich in eine bereit gehaltene warme Wollendecke fest eingewickelt, daß nur der Kopf frei bleibt, dann mit dem Deckbett fest zugedeckt. So muß der Patient möglichst ruhig liegen und schwitzen, ca. zwei bis drei Stunden,- dann wird der ganze Körper mit einem in kaltes Wasser getauchten und ausgerungenen Handtuch gut abgerieben, zieht dann ein trockenes Hemd an und bleibt noch einige Zeit im Bette. Dies ist ein sicheres und unschädliches Mittel, welches immer mit bestem Erfolge sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen angewendet wird.
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Reinigung von Kellern. Hat man dumpfige Keller, an deren Wänden und Fußböden sich Schimmel bildet, so verfährt man zur Reinigung folgendermaßen: Man bringt in ein tiefes Gefäß etwa 2 bis 4 Pfund Kochsalz, übergießt dasselbe, nachdem mau es in die Mitte des Kellers gestellt, alle Löcher und Thüren zugemacht und an allen Fässern die Spunden fest verschlossen hat, mit Schwefelsäure (auf 2 Pfund Salz 1 Pfund Säure). Nachdem man die Schwefelsäure hinzugegossen hat, entfernt man sich schleunigst. Man läßt nun den Keller zwei bis drei Stunden zu, ohne hineinzugehen, sonst könnte man Gefahr laufen, zu ersticken. Ist die Zeit vorbei, öffnet man alle Kellerlöcher und läßt sie offen, bis das Gas verschwunden ist. Sodann kehrt man an den Wänden und auf dem Fußboden den Schimmel weg. Durch dieses Verfahren wird zugleich der Modergeruch entfernt, der namentlich im Frühjahr sehr störend auf die in den Kellern zur 'Aufbewahrung kommende Milch wirkt und auch leicht zur Schimmelbildung des Weines Veranlassung geben kann.
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Reinigen der Rockkragen vom Haarfett. Man bestreiche den Kragen nicht zu dick mit heißem, gewöhnlichem Tischlerleim und lasse diesen einen halben Tag trocknen. Alsdann trage man ziemlich heiß grüne Seife auf. Nach etwa sechs Stunden bürstet man mit Kornbranntwein und scharfer Bürste beides ab und wird den Kragen vollständig hergestellt und mit der Wolle erhalten finden. Den Strich g'ebt man zuletzt durch Bürsten nach dem Faden mittelst heißen Wassers.
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Peterstttenblätter, in Wasser gelegt, in der Sonne destillirt, bewirken, wie der „Practische Wegweiser", Würzburg, schreibt, einen schönen Teint und mildern, in Com- pressen angewandt, den Kopfschmerz.
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Um ein verregnetes schwarzes Seidenkleid wieder herznstellen, empfiehlt es sich, dasselbe, nachdem ; man es mit einem Tuche rein abgewischt und auf einem Tische - ausgebreitet hat, mit heißem schwarzen Kaffee, welcher vor ■
dem Gebrauch durchgeseiht sein muß, gut anzufeuchten, indem man den Stoff mit einem reinen Schwamm oder einer weichen Bürste überstreicht; bei dieser Behandlung verschwinden alle Flecke und erhält die Seide, wenn man sie danach mit nicht zu heißem Bügeleisen von links plättet, einen schönen, neuen Glanze im Nothialle kann man auch von rechts bügeln,' stets jedoch muß man den Stoff vor der Berührung des Eisens schützen, wozu man sich am besten glanzlosen Zeitungs- oder Löschpapiers bedient.
Hrnnsvistisches.
Die beste Richtung. (In der Damen-Malschule.) „Nun, Caroline, hast Du Dich endlich für eine bestimmte Richtung entschlossen?" — „Jawohl . . . gestern habe ich mich verlobt!"
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Selb st verrat h. Diener: „J h hatte keinen Brennspiritus mehr da, gnädiger Herr, und da hab' ich etwas von Ihrem Cognac genommen!" — Herr: „Doch nicht viel hoffentlich?" — Diener: „I bewahre . . . einen Schluck!"
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Gerechte Strafe. Münchener: „Hab'n Sie aber an' Kropf! Wie hab'n S' denn den 'kriegt?" — Steiermärker : „Der kommt vom Waffertrinken!" — Münchener: „Dös g'schieht Ihne aber g'rad recht!"
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Abgeblitzt. „Ich verkomme in dieser Stadtlust, Arthur — mir fehlt das frische Grün der Wiesen, der Wald mit seinen gefiederten Sängern ..." — „Aber, Kind, das hast Du ja doch Alles auf Deinem Hut!"
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Aus der Töchterschule. „Wie heißt also die leidende Form von „ich liebe?" (Keine Antwort.) „Nun, Johanna, ich werde ..." — „Ich werde . . . nicht geliebt!"
Literarisches
„Aus den Geheimnissen der Modebazare" betitelt sich ein in einem der neuesten Hefte der „Jllustr. Chrsnik der Zeit" (Union Deutschs Verlagsgesellschaft, Stuttgart) erschienener Aufsatz. Klar und allgemein verständlich werden darin die vielfachen Manipulationen und Geschäftskniffe aufgedeckt, w'e solche hin und wieder angewendet worden, um besonders die unbequemen Rückstände, „Ladenhüter" oder „Bowel" genannt, anzubringen. Die Inhaber der Modebazare sind Menschenkenner und haben insbesondere den Frauencharacter bis in die geringsten Einzelheiten studirt. Sie wissen, daß die sparsamste Frau, daß selbst eine Hausfrau, die sonst ein Muster von Klugheit, Sparsamkeit und wirthschaftlicher Geschicklichkeit ist, sich mitunter verleiten läßt, einen für sie vollständig überflüssigen oder wenigstens nicht unbedingt nöthigen Gegenstand zu kaufen, wenn er nur unter besonders verlockenden Bedingungen ausgeboten wird. Auf den Verkauf von „Bowel" sind in großen Modebazaren sogar Prämien ausgesetzt, welche bis zu zwanzig Procent vom Erlös Betragen.
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Illnstrirte Postkarten. Bei der ungeahnten Verbreitung, mit der die illnstrirte Postkarte infolge des. Sammeleifers unserer Tage in verhältnißmägig kurzer Zeit fast die ganze Welt erobert hat, dürften einige Notizen hierüber von Interesse fein, die wir einer Plauderei des bekannten Familienblattes ,,Das Buch für Alle" entnehmen. Die eigentliche illnstrirte Postkarte tauchte zuerst am Rhein auf. Ein dort wohnender Apotheker und Weingutsbesitzer ließ als erster humoristische Zeichnungen im Jahre 1871 auf Postkarten drucken, die er für seine Privatcorrespond: nz und zum Verschicken an die Kundschaft benutzte. Selbst in abgelegenen Gegenden, zum Beispiel der sandigen Mark Brandenburg, wo man ein einsames Gasthaus an einer Chaussee mit einem Garten, der aus drei Oleanderbäumen besteht, trifft, darf man sich nicht mehr wundern, dort eine illnstrirte Postkarte zu bekommen, welche das Local in schönster Perspective und phantastischem Ausschmuck darstellt. Der Restaurateur im Harzer Brockenhause verkauft natürlich ebenfalls illnstrirte Postkarten. Im vorigen Jahre bot ihm eine Gesellschaft 20,000 Mk. jährliche Pacht für das Recht, diesen Artikel auf dem Brocken feilzuhalten. Der Wirth lehnte aber diesen Antrag ab.
Rcdaction: HL Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen.


