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OeineinniLtziger.

Die Behandlung der weißen Wäsche. Tags vor dem Waschen weiche man, wie derPractische Wegweiser", Würzburg, schreibt, sämmtliche weiße Wäsche, welche man zuvor links gemacht hat, in lauwarmem Wasser ein. Am anderen Morgen wird dieselbe abgerieben, Alles gut angeseift in den dazu bestimmten Waschkessel gesteckt und so viel kaltes Wasser darauf gefüllt, daß die Wäsche eben damit bedeckt ist. Nun wird Feuer unter den Kessel gemacht, damit der Inhalt desselben langsam heiß wird. Ist der Eintritt des Kochens nahe, so wird Alles in ein Faß geschüttet und gründlich auf der linken Seite gewaschen, gewendet, ausgerungen und wieder angeseift. Dann wird der Kessel ausgewaschen, die Wäsche wieder hineingelegt, nochmals kaltes Wasser darauf gethan und die Wäsche gekocht. Ist dieselbe ein wenig abgekühlt, so geht es wieder an'S Waschen. Ist das mit Allem ge­schehen, so legt man die Wäsche in ein bereitstehendes Wasch­faß, füllt nochmals kaltes Wasser darauf und läßt sie über Nacht ausziehen. Am nächsten Tage wird sie noch einige Male gespült, durch Blauwasser gezogen und zum Trocknen auf die Leine gehängt. Die so behandelte Wäsche wird blendend weiß. Die Waschbrühe kann noch zum Waschen der | bunten Sachen benutzt werden.

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Stockflecken au# Glacehandschuhen. Wenn die Stockflecken nicht etwa die Farbe des Glacäleders bereits zerstört haben, lassen sich dieselben, wie derPractische Weg­weiser", Würzburg, schreibt, mit Spiritus, dem einige Tropfen Salmiakgeist zugegeben werden, entfernen. Allerdings hängt das Gelingen vollständig von der Art der Farbstoffe, mit denen das Leder gefärbt ist, ab.

V-vnEehteO.

Gegen unbestellte Sendungen hat ein Zahnarzt in Münster ein probates Mittel angewandt. Vor einigen Tagen hatte, so schreibt derselbe, mein Dienstmädchen vom Postboten ein Packet aus Hamburg angenommen. Ich öffnete es und fand zu meinem Erstaunen zwei Kistchen mit Cigarren darin. Die beiliegende Rechnung hatte den gedruckten Ver­merk:Sie empfangen anbei zufolge meines Avises per Post franco ein Zwanzigstel hell, ein Zwanzigstel dunkel Donna Elvira Reinitas Mark 8." Mir war von einem Avis nichts bekannt. Da ich nun ein starker Nichtraucher bin, so wußte ich eigentlich nicht recht, was ich mit den Giftnudelelviras anfangen sollte. Da fiel mir ein, daß ich vor etwa zehn Jahren von einem Cigarrenfritzen in Bremen gleich für 28 Mk. Ante-Portas-Cigarren erhalten hatte. Damals schickte ich dem Hause für den gleichen Betrag Zahnpulver. Ob er davon für seine Angestellten Pfannkuchen gebacken hat, weiß der Kuckuck! Was aber Bremen recht ist, ist Hamburg billig! Ich nahm die Cigarren aus ihren Kistchen und that in jedes der letzteren zwei Fläschchen Mundwasser, legte eine Quittung bei:4 Flaschen Mundwasser L Mk. 2, Mk. 8, Betrag in Cigarren erhalten. Zahnarzt H. P. 8. Theile Ihnen mit, daß ich enragirter Nichtraucher bin und auf weitere Sendungen verzichte," und sandte den Zauber in genau der Packung zurück, in welcher ich überrascht worden war. Bis jetzt schweigt Hamburg. Für meinen Schwieger­vater habe ich ein billiges Weihnachtsgeschenk!

Bei der Kartenlegerin.IhrMann hat Neigung zur Untreue. Gehen Sie ihm ja auf Schritt und Tritt nach!"O, du liebe Zeit, mein Mann ist Landbrief träger!"

Sie hat immer Recht. Sie (der nichts an ihrem Manne recht ist):Aber, Oscar, wie kurz hast Du Dir die Haare doch schneiden lassen!" Er:Aber ich habe mir sie ja gar nicht schneiden lassen!" Sie:So! Nun, dann ist es aber höchste Zeit, daß Du Dir sie schneiden läßt!"

Schwer zu befolgen.* Mutter:Vor allem, Kind, sei mit den Dienstmädchen vorsichtig! Frag' Deinen Mann nach einiger Zeit, ob ihm das Mädchen gefalle und sagt er Ja, dann thu' sie weg!" Tochter:Sagt er aber Nein?" Mutter:Dann thu' sie erst recht weg dann liebt er sie heimlich!"

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Der kluge Piccolo.Herr Oberkellner, darf ich heute Abend in's Theater gehen, es wird nämlich ein Kellner­stück gegeben!"So, wie heißt es denn?"Die Piccolomini!" "

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Durchschaut. Redacteur:Na, bringen Sie den neuen Roman?" Schriftsteller:Noch nicht- aber er ist bis zu dem Selbstmord meines Helden gediehen!" Redac­teur:So, so, und da sind Sie wohl gekommen, um sich einen Vorschuß für das Begräbniß zu holen?"

Aus der Schulzeit.

In derJugend" veröffentlicht Ludwig Fulda die folgende hübscheSchul-Reminiscenz":

Als ich noch in die Schule lief, Da machten mir viel Pein Die Wörter, die den Genitiv Regieren im Latein;

Man schwitzt, wenn man fie mundgelenk Herunterschnurren soll: Begierig, kundig, eingedenk, Theilhaftig, mächtig, voll.

Doch als zuletzt mir starr und steif Die Regel saß im Ohr, Da sagte man, ich sei nun reif Und öffnete das Thor.

O Freiheit, göttliches Geschenk! O, wie die Brust mir schwoll: Begierig, kundig, eingedenk, Theilhaftig, mächtig, voll!

Begierig auf den neuen Tag Und kundig meiner Kraft Und eingedenk, daß jeder Schlag Des Herzens Wunder schafft; Theilhaftig eines Glücks, das nie Zerrinnt in leerem Schein, Und mächtig durch die Phantasie Und voll von Lieb' und Wein.

Die Jahre flogen; es entflog Der Schleier meines Traums; Das Leben ward mein Pädagog, Und statt des Nectarschaums Der Selbsterkinntniß flau Getränk Schlürft' ich mit stillem Groll: Begierig, kundig, eingedenk, Theilhaftig, mächtig, voll.

Begierig auf gesunden Schlaf Und kundig mancher Roth Und eingedenk, wie zahm und brav Die Künste geh'n nach Brod, Theilhaftig einer Würdigkeit, Die steter Sorgen Frucht, Und mächtig durch verwund'nes Leid Und voll von Zweifelsucht.

Was aber thut's? Ein neu' Geschlecht Lernt heute schon Latein Und übt der Jugend heil'ges Recht. Werd' ich begraben sein, Dann stürmt's mit lustigem Geschwenk In's Land hinaus wie toll: Begierig, kundig, eingedenk, Theilhaftig, mächtig, voll.

Redaktionr K. «ch»»da. Druck und «erlag der Brühl'schen UniversitätS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen.