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Hosenschoner für Radfahrer. Practischer als die bloßen Hosenklammern sind die um das untere Beinkleid stulpenartig gelegten Hosenschoner. Ich trage, wie man dem Practischen Wegweiser", Würzburg, schreibt, solche circa 15 Ctm. hoch und erhalte meine Beinkleider dadurch tadellos sauber von Schmutz und von Oelflecken. Da dieselben aber in Geschäften unverhältnißmäßig theuer sind (ich fand die billigsten aus Lodenstoff zu 2,50 Mk.), so lasst ich mir beim Anfertigen meiner Anzüge solche gleich vom Schneider mit- machen und zwar von demselben Stoff, was auch dem Aus­sehen sehr zu gute kommt. Macherlohn nebst Zuthaten (starkes Futter) 50 Pfg. für's Paar. Verschluß durch biet Haken und Oesen.

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Entfernung von Oelflecken ans Lampenglocke«. Gieße zwei Löffel einer leicht erwärmten Auflösung von Pottasche in die Glocke, befeuchte damit die ganze Oberfläche, reibe die Flecken mit einem feinen leinenen Läppchen, spüle hierauf die Glocke mit reinem Wasser nach und trockne sie sorgfältig mit einem feinen, weichen Tuche ab. Durch diese Behandlung schwinden die Flecke und die Glocken erhalten wieder das ursprüngliche schöne matte Aussehen.

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Kitte« von zerbrochenem Porzellangefchirr. Man stoße ein Stück englisches Flintglas zu feinstem Pulver und reibe solches mit Eiweiß gut ab. Hiermit kann man Por­zellan so fest kitten, daß es an derselben Stelle nie wieder zerbricht, nur muß man die Mischung auf einem Stein (wie der Maler seine Farben) außerordentlich fein reiben. Ein anderes Verfahren: Man rühre vier Theile Alabastergyps und einen Theil fein gepulverten Gummi arabicum mit einer kalt gesättigten Boraxlösung zu einem dicken Brei an. Dieser Kitt wird nach ein bis zwei Tagen marmorhart.

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Selbstherftellu«g von Fleckwafser. Man löse ein halbes Pfund Soda auf und gieße das dann lauwarm auf ein halbes Pfund Chlorkalk, den man in einen großen Stein­topf gethan hat. Wenn beides eben verrührt ist, gieße man im Ganzen 3 Liter warmes Regenwasser dazu. Hierauf wird der Topf gut zugedeckt und 24 Stunden stehen gelassen. Am andern Morgen schöpfe man das etwa obenschwimmende Dicke vorsichtig ab und gieße dann alles Klare ganz behutsam durch ein Sieb in einen anderen Topf, von dem aus man es hernach in Flaschen füllt, die man gut verkorkt. Man hat dann für wenige Pfennige einen recht ansehnlichen Vorrath an einem guten Fleckwasser, das alle Wein- und Obstflecken aus der Wäsche entfernt, wenn man die Wäsche einen Moment lang hineinhängt und sofort nachwäscht.

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Feilster- ««d Spiegelscheibe« werden am einfachsten und schnellsten blank, wenn man, tote derPraclische Weg­weiser", Würzburg, schreibt, sie nach dem Waschen und Ab­trocknen nochmals mit einem Klümpchen Seidenpapier abreibt. Dasselbe hinterläßt nicht eine Spur von Flocken, wie das bei Tüchern rc. unvermeidlich ist.

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Einfache Prüfung der Kleiderstoffe bezüglich der Echtheit der Farbe. Lege ein Stückchen des zu prüfenden Stoffes gütige Tage an's Sonnenlicht und vergleiche nach dieser Zeit das dem directen Sonnenlicht ausgesetzte und das zurückbehaltene Stückchen miteinander. Lichtecht ist die Farbe nur dann, wenn teilte merkliche Farbenabweichung zwischen beiden Stoffen zu constatiren ist. Um den farbigen Stoff auf Waschechtheit zu prüfen, bringe man ein Stückchen in Seifenwasser und lasst es in demselben einige Male aufkochen,

wäscht es darauf aus und läßt es trocknen. Unterscheidet sich das getrocknete Stück bezüglich seiner Färbung nicht von dem ungewaschenen, so kann man überzeugt sein, daß die Farbe waschecht ist Diese nur geringe Mühe verursachende Prüfung sollte Niemand versäumen, vorzunehmen.

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Rehkeule auf französische Art. Die gespickte Reh­keule läßt man drei Tage in einer Marinade, die man aus einem Glase Rothwein, einem Glase Essig, etwas Salz, einer starken Prise Pfeffer, Thymian, Lorbeer, Zwiebel und etwas Olivenöl hergestellt hat, brät sie in Butter gar und richtet sie mit folgender Sauce an: Zwei gehackte Zwiebeln dünstet man in Butter braun, fügt etwas von der Marinade, ferner das Bratenjus und etwas Auflösung von Liebigs Fleisch- Extract bei, läßt diese Sauce 3/4 Stunde kochen und drückt sie durch ein Sieb, worauf man sie mit etwas Kartoffelmehl bindet und sie alsdann nochmals aufwallen läßt.

Maßstab. Fritzchen (auf seinen corpulenten Onkel zeigend, der im Erker sitzt und die Zeitung liest):Onkel Eduard hat wohl viel Geld?" Papa:Keineswegs, er bezieht nur eine angemessene Leibrente." Fritzchen:Muß die aber groß fein I"

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Geistesgegenwart. Ein Herr unterhalt eine Gesellschaft durch Nebelbilder, indem er zu jedem Bilde eine Erklärung giebt. Plötzlich versagt der Apparat und die Lein­wand erscheint völlig dunkel. Der Darsteller weiß sich aber zu helfen und erklärt:Kampf zwischen Negern in einem Tunnel."

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Stoßseufzer. Herr (zum Schusterlehrliug, der ihm ein Paar reparirte Stiefel bringt):Die Stiefel sind aber schlecht geputzt. Die Wichse ist wohl knapp bei Euch!" Schusterjunge:Ach nee, ich kriege jenug."

Ein Phantast. Vertheidiger:Wie sehr die Schilde­rungen des Haupt-Belastungszeugen als Uebertreibungcn schlimmster Art aufzufassen sind, beweist uns vor Allem dessen Aussage: Im selben Moment sei der Zug der Secundärbahn v o r b e i g e r a st!"

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Verschnappt. Gast:In solch'einem großen Restau­rant muß doch viel übrig bleiben?" Wirthin:I be­wahre einmal wird's doch aufgegessen!"

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Kindermund. Onkel:Na, Hänschen, thust Du denn auch immer, was Dir die Mama sagt?" Hänschen: Gewiß, Papa thut's ja auch!"

Literarisches

Die Lieferungen 20 bis 22 der Neuen Folge der illustrirten Ausgabe von W. H«imt»urgs Roma««» und Novellen bnngm eine Fortsetzung der kleineren Erzählungen.Der silberne Hirschfänger , der bereits in der 19. Lieferung begonnen hatte, führt zu einem ver­söhnlichen Abschluß. Bernhard, der natürliche Sohn des Fürsten, retter seinem Nebenbuhler, dem Erbprinzen, das Leben mit eigener Gefahr - und so wird der verkannte, unendlich verbitterte und leidenschaftlM junge Mann mit der Hand des von chm geliebten jungen Mädchens belohnt. InGroßmutters Whistkränzchen" erzählt die alte Dame eine Lebensepisode aus ihrer Jugendzeit.Marianne Si-venmg ist ° f rührende Geschichte eines verwachsenen Mädchens, in dessen Herzen am einmal die Siebe aufgegangen ist. Die Lieferungen 22 bis 24 enthalten das erste Dritttheil des RomansHaus Beetzen", der alsbald ourcy die treffende Characterzeichnung des Schlotzherrn und seiner Famui- das Interesse der Leser fesselt. Die Jllustrirung ist gleich deriemgen der früher erschienenen Hefte eine vortreffliche.

und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen.

Redaktion: 8L Schehda. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch-