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Wulff - Dietrich schrickt jäh zusammen und streicht mit der Hand über die Augen.

Wie sehnt er sich nach dem Glück und er soll ihm ent­sagen, damit auf alle Fälle einmal für die Eltern gesorgt ist!

Pia kann er nicht heirothen, eine andere darf er nicht heimführen. Wahrlich nicht?

Wulff-Dietrich richtet sich jählings auf und dehnt mit aufleuchtenden Augen die Arme. Opfert er jetzt um fremder

Liebe willen das Gold, und würde zu schwach und feige sein, es dem eigenen Lebensglück nicht auch darzubringen?

Verflucht sei die Stunde, in welcher er, um des Reich- thums willen, der Liebe entsagen wollte!

Findet er die süße, blondlockige Fee, deren Bild ihm eben so wonnesam vorgegaukelt, dann wird er sie in sein Waldschloß heimführen, gleichviel, ob sie sechzehn Ahnen aufzuweisen hat oder nicht! (Forts, folgt.)

bearbeitet und mit Abbildungen versehen von der Internationalen Schnittmannfaetnr, Dresden.

Sämmtliche Schnittmodelle daselbst erhältlich.

gediegenere Wirkung haben. Man

No. 109

9t». 110.

»0. 106

andere geworden.

Die einfachen Grundformen der gegenwärtigen Mode haben in rich­tiger Consequenz die Ausschmück­ung mit den verschiedenartigsten Garnituren in den Vordergrund treten lassen, die namentlich für den Winter, wo lebhafte Farben weniger angebracht sind, unser Interesse beanspruchen Beson­ders die Flachgarnituren in Form von Borten, Posamenten, Appli- cationen und Aufnäharbeiten sind hochmodern. Sie werden gleich­mäßig über Röcke und Taillen vertheilt und ist die Auswahl in Bezug auf dasWie" der Gar- nirung eine ungemein große.

Unser Modell No. 109 bringt eine sehr hübsche Vorlage für ein einfaches, derartig garnirtes Kleid. Wie ersichtlich, werden Borten und Posamenten sowohl längs als quer gesetzt, je nachdem es für die Figur vortheilhaft ist. Applicationen und Aufnäharbeiten breiten sich meist dergestalt über das ganze Costüm aus, daß sie nach dem Taillenschluß zu am dichtesten sind und sich auf der Taille, hauptsächlich aber auf dem Rock, dann in leichtem Muster

bauschig garnirten Taillen sind durch ziemlich anliegende und nur im Taillenschluß wenig

liebt zu werden verspricht, denn sie wird nicht nur bei Kleidern angebracht, sondern man trägt sie sogar zu Män­teln und Jackets.

Bei leichten Stoffen wird der Aermel immer noch sehr gern gepufft, gerafft oder in Querfältchen geordnet, wie an dem Gesellschaftskleid, Mo­dell No. 110, zu ersehen ist. Diese elegante Vorlage dürfte für den Winter wohl öfters in Anwendung kommen; der reiche Besatz von Spitzen und Einsätzen kann auch durch einen mit breiten Streifen durchwebten Stoff ersetzt wer­den.

Desgleichen giebt die Toi­lette Fig. 107 ein für die verschiedensten gesellschaftlichen Zwecke passendes Costüm wie­der, an welchem besonders der linksseitige Schluß, der ja diesen Sommer so beliebt war, in neuer, eigenartiger Manier zur Geltung kommt, denn während die rechte Seite ziemlich glatt mit dem Oberstoff bespannt ist, wird die ganze Breite des Stoffes

mäßiger Keulen- oder Puffenform gearbeitet und oben sehr oft mit einer kleinen, quer abstehenden Epaulette versehen, welche diesen

Winter allgemein sehr be­

worben; durch alle diese Einzelheiten äußeren Umrisse der Erscheinung durchaus

wählt sie in gleichfarbiger oder abstechender Seide und umrandet Kragen, Gürtel, Epaulettes, Falten, ja sogar die jetzt modernen Gürtel­schleifen damit; kurz, man bringt sie so viel als mög­lich an.

Diese Vorliebe für Garni­turen zeigt sich sogar bei den sonst durchaus einfach gehaltenen Schneideikleidern, wovon Modell No. 106, wel­ches eine elegante Prome­nadentoilette darstellt, ein be­redtes Zeugniß ablegt. Hier ist Weste und Jacke reich mit Soutache benäht, während der Rock nur durch Stepp­nähte verziert wird. Die glatt anliegenden Schneidertaillen erhalten die Garnituren in Form von Husarenverschnü­rungen, großgemusterten Auf­näharbeiten oder den Mittel­schluß entlang laufendenPosa- mentenborten aufgesetzt, und werden auch die Röcke fast ausnahmslosübereinstimmend garnirt.

Zu all' diesen Kleidern sind die Aermel meist in

eingereihte Formen abgelöst sind, wie gesagt, die

große Veränderung, fpeciell was die äußeren Umrisse der Figur anlangt, vollzogen, fast ohne daß wir etwas davon bemerkten und jetzt, wo wir uns für den Herbst und Winter equipiren wollen, sehen wir mit Erstaunen den beträchtlichen Unterschied. Wäh­rend im Vorjahre Taillen und Aermel und Röcke noch bau­schend und abstehend waren, find sie in dieser Saison in allen Linien schlanker und anschmie- gender geworden. Weite Aermel kommen heute überhaupt nicht mehr in Frage, obgleich der bis oben glatt anliegende Aermel noch nicht der heutigen Mode­vorschrift entspricht.

Auch die weiten Röcke werden durch engere, 3 bis 4 Meter weite ersetzt, deren unterer Rand nur 30 Ctm. hoch ist und wenig gesteift wird. Die reich und

. auf

gerafft und unter einem vollen befestigt.

auch in allmähliger, schritt­weiser Entwicklung zu einer bestimmten Form.

So hat sich z. B. im Laufe des verfloffenen Sommers eine

No. 107

der linken Schulter zusammen- Jahot von Spitzen und Gaze

Die wechselnde Mode bringt oft große Ueberraschungen, wenn sie tn rechter Launenhaftigkeit für irgend eine Neuheit sich plötzlich entscheidet; häufig aber erreicht sie die augenfälligste Veränderung

decken, sehr vortheilhaft. Ferner sind als Garnituren die längere Zeit in Vergessenheit gerathenen Passepoils zu nennen, welche durch ihre Einfachheit eine um so

verlieren. Im klebrigen sind auch andersfarbige Einsätze für Taillen und Röcke gleichmäßig beliebt, und besonders für starke Damen sind die schmalen Längseinsätze, welche die Seitennähte des Rockes