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Sie sank
ihrem Herzen:
in
Dich grüßen !"
*
Noch Perlte
der
„Feinslieb, ich thue
. Fernab in dem Theil des Parkes, welcher sich jenseits des Kurhauses erstreckt, befand sich ein lauschiges, umwachsenes Sitzpiätzchen, welches das junge Mädchen unbemerkt zu erreichen hoffte.
Kaum aber, daß sie in die schattigen Anlagen einge- treten war, klang ihr ein eiliger Schritt entgegen, und scharf um das Fliedergesträuch biegend, stand Hellmuth vor ihr, ehe sie Zeit fand, ihrer Betroffenheit Herr zu werden. Und abermals schallte ihr der Jubellaut glückseligster Ueber- raschung von seinen Lippen entgegen: „Lilian!" Sie hatte me bebende Hand auf das Herz gepreßt, einen Augenblick sanken lhre dunklen Wimpern tief auf die Wangen hernieder, ~ mehr als daß sie es sab, wie er ihr
beide Hande stürmisch entgegenbot.
Und nun schaute sie ihn an, — willenlos, überselig, unvermögend, die Seligkeit zu verbergen, welche sie heiß durchschauerte. Sie hatte sich niemals verstellen, niemals ihre leidenschaftliche Erregtheit zügeln können, weder im Guten noch im Bösen. Was sie fühlte und empfand, das
Die Thüre, welche aus P-as Zimmer nach dem kleinen Nebengemach, in welchem Dorette schlief, führte, knarrte teste in den Angeln.
s-, ®ie Alte stand mit einem Licht in der Hand auf der Schwelle, ihr runzeliches Gesicht lächelte wie verklärt!
, . bp liebe Zeit! über solch eine Ueberraschung! da hat der Thurmwächter von Rheinstein den Damen ein Ständchen gebracht! Ich sagte ja gleich, der Mensch ist UnJT gnädigen Fräuleins, und wie Com- tc^e <mt,r ^zahlte, daß er auf dem Horn vorgeblasen habe, sw6 Cs J?" gefunden habe — da dachte tch gleich. „Na, da wird er wohl manchmal oben von dem Thurm heruntertuten! und nun kommt er aar im Kabn angefahren! Schön hat'er geblafen! prachtvoll schön! Du
Während des erregt hervorgesprudelten Wortschwalls der Alten hatte Pia Zeit gefunden, sich zu sammeln.
Sie wandte das Gesicht zur Seite und lachte ein wenig gewaltsam. „Ja, der Thurmwächter vom Rheinstein!" nickte sie hastig, „ganz recht, er war es! Sie haben ihn also auch erkannt? £), wir wollen Fränzchen morgen mit diesem originellen Verehrer necken! Nun aber gute Nachr Dorette, wir wollen den versäumten Schlaf schnell 'nachholen'"
„Ja, das wollen wir! o, und Comteffe soll morgen Augen machen!! — Wünsche gehorsamst gute Nackt gnädiges Fräulein!" '
„Schlafen Sie wohl, Dorette!"
Die Thüre schloß sich und das bleiche Mondlicht fluthcte abermals durch das Thurmstübchen. Pia aber irat an das Fenster, lehnte die Stirn gegen die Scheiben und blickte voll süßer Träumerei in die still- Nacht hinaus.
Von der Clemenscapelle herüber tönten Glockenschläqe ein paar dunkle Wolken traten vor den Mond, und P-as Blick grüßte noch einmal hinab nach dem Rhein, dessen Wogen soeben den Geliebten zu ihr getragen!
Schwer fielen die Lider über ihre Augen. c;v tnübe in die Kissen zurück und noch einmal klang es wie leiser Wiederhall 2- :r-— .
„Stnbbufhg hält die Maiennacht lch sie sicher geweckt, daß sie und Comteffe das Ständchen
Jetzt Berg unv ^.hal umfangen, I hätten hören müssen!"
Da komme ich burch bie Büsche sacht, 1 ---- "
Zum Kettenschloß gegangen!
Im Garten rauscht bet Linbenbaum, Ich stsig' in seine Aeste Unb singe aus bem grünen Baum Hinauf zur hohen Veste; Jung'Werner ist ber glückseligste Mann Im römischen Reich geworben, Doch wer solch Glück ihm angethan, Das sagt er nicht mit Worten, Das schließt sich nur in Tönen ein, Wie wunberschön ist's boch im Mai'n — Feinslieb, ich thue Dich grüßen!"
Pia kannte diese Riedel'sche Composition und hatte das Duett schon öfters gesungen- - ihr Herz schlug hoch auf, übervoll des Glückes, welches die Brust zu zersprengen droht, und sich kaum dessen bewußt, was sie that, sang sie mit köstlicher, seelenvoller Stimme die Antwort.
Die Trompete verstummte, mit weitausgebreiteten Armen, den Kopf zurückgeneigt in entzücktem Schauen, stand er im Kahne und fühlte, wie die süße Stimme ihm Herz und Seele erbeben machte:
„Im Wipfel hoch bie Nachtigall Stimmt ein mit süßem Schlagen — Durch Berg unb Thal wirb weit ber Schall Der Schall bes Liebs getragen. — Drob schauen rings bie Vöglein auf. Der Sang thät sie erw-cken, Balb schmettert laut ber Helle Häuf' Aus Busch unb Zweig unb Hecken! „Margaretha ist bie glückseligste Maid Im römischen Reich geworben, Doch wer bas Glück ihr angethan,! Das sagt sie nicht mit Worten! Das schließt sich nut in Töne ein __
Wie wunbetschön ist's boch im Mai'n, Feinslieb, ich thue Dich grüßen!"
Frühthau an den Blüthen und Wea- grasern, als Pia leichtfüßig durch die Gartenanlagen schritt. Die Luft, welche schwül wie vor einem Gewitter geworden, hatte sie aus dem engen, heißen Stübchen in das Frne getrieben. Sie sehnte sich nach einer Stunde der Einsamkeit, um sich hier in Gottes schöner Natur ihres Mit jauchzendem Klang setzie die Trompete wieder ein I S," bewußt zu werden. Wer mochte
- Ihr Ton mischte sich mit der klaren Mädchenstimme^ aönnen werde ' ° 4 tt)onn£boIIe8 Alleinsein
®T bUE-hi, „„b ia no4 ei„mal
Geist geht um!" !wmsrrunren.„des Sakklngers stahlen durch die Dunstschleier, welche sich düster und dichter
Pre6t£?ia Hände gegen die glühenden Mngen'gMä?rtem °Uf
neben ihr in der Vase duftete,und" [d)[cubcrtc bitttib^in I lieber J^ttlfenbur^ und Sonneck stiegen dunkle Wolken
den Kahn. ’ 9 I ewpor, welche wohl ein Gewitter anmeldeten, und die Wogen
„Lilian!" klang es wie ein halberstickter Jubelschrei ru tm Schatten der Berge dunkelgrün
über die schimmernde Fluth und bald tönte es nur fern her 2 ™ üßesEcha: „Das schließt sich nur in Töne ein, '°i£ wunderschön ist's doch im Mai'n, Feinslieb, laß Dich


