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oder nicht.

(Fortsetzung folgt.)

angeguckt?" Aber Hannchen schüttelte lebhaft den Kops. Nach und nach gewann sie die Sprache zurück und erzählte, was sie gesehen hatte. Das Bild hätte sie nicht erschreckt, ganz gewiß nicht! Sie kannte es jetzt ja genau und fürchtete sich nicht mehr davor- sie sähe gar nicht einmal darauf hin, wenn sie vorbei ginge. Nein, aber als sie schon vorüber gewesen sei, hätte sie durch die Scheiben der Thür zum Zimmer des seltgen Herrn Regierungsrath Licht gesehen und da sei sie neugierig geworden, was das wohl bedeuten möchte. Auf den Zehenspitzen hätte sie,,, durch einen Riß in dem grünen Vorhang hinter den Scheiben hineingelugt und da hätte sie ihn gesehen. Er sei es gewesen, gewiß und wahr­haftig, ganz genau so wie auf dem Bilde, das bei der Frau Regierungsrath in ihrem Wohnzimmer hinge, und das sie erst vor ein paar Tagen sich augeschaut hätte, als Johanne dort aufräumte. Und wie sie ihn dort gesehen hätte, da wäre es ihr gewesen, als wenn eine kalte Hand sich ihr um den Hals legte, und sie hätte laut aufschreien müssen. Wenn es aber Caroline nicht glaubte, sollte sie doch selbst hinousgehcn und nachschauen und sagen, ob sie gelogen hätte

Kalte Füße als Ursache zahlreicher Erkältungs­krankheiten.

Von Dr. Otto Gotthilf.

------- (Nachdruck verboten.)

Kopf kühl, Füße warm!" ist eine allbekannte, sehr wahre Gesundheitsregel. Denn kalte Füße machen ihren schädlich durchkältenden Einfluß auf den ganzen Körper geltend. Sehr anschaulich hat dies Professor Winternitz durch folgen­des Experiment bewiesen: Beim Gebrauch eines kalten Fuß­bades führte er in den äußeren Gehörgang ein Thermometer ein, und dieses zeigte schon nach 10 Minuten eine Erniedri­gung der Temperatur im Ohre um reichlich einen halben Grad. Bei vielen Personen äußert sich auch der Einfluß kalter Füße auf den übrigen Körper dadurch, daß sie sofort in heftiges Niesen ausbrechen. Di- Nase erweist sich dabei gleichsam als ein Warner und Wächter der Gesundheit, indem sie uns darauf aufmerksam macht, daß eine Gesundheits­schädigung droht. Dauert diese erkältende Ursache längere Zeit an, wie es z. B. beim Fahren im Schlitten oder beim Sitzen in kalten Räumen geschehen kann, so tritt meist eine mehr oder weniger ernste Erkrankung ein: Schnupfen, Katarrh der Athmungswege, Rheumatismus u. s. w.

Noch bedeutend schädlicher aber wird die Einwirkung kalter Füße auf den allgemeinen Gesundheitszustand, wenn eine Durchnässung als Ursache zu Grunde liegt. Jede Mutter weiß dies und wacht deshalb mit Argusaugen über den sofortigen Wechsel des Fußzeuges der Kinder, sobald sie mit nassen Füßen nach Hause kommen, ja am liebsten ließe sie ihre Lieblinge bei feuchtem Wetter gar nicht hinaus, vor lauter Angst, daß sie sich durch nasse Füße eine heftige Er­kältung zuziehen können. Professor Rumpel hat durch genaue Untersuchungen festgestellt, daß der Wärmeverlust durch feuchte Bekleidung dreimal so groß ist, als wenn die betreffenden Gliedmaßen ganz unbekleidet wären. Wenn wir also bei naßkalter Witterung oder im Winter bei Eis und Schnee barfuß draußen herumgehen würden, so verlöre unser Körper nur ein Drittel der Wärme wie bei durchnäßter Fußbeklei­dung. In höchst anschaulicher Weise erläutert dies auch Professor von Pettenkofer folgendermaßen: Wenn man an der Fußbekleidung nur 3 Loth Wolle durchnäßt hat, so ist I zur Verdunstung des darin angehäuften Wassers ebenso viel Wärme erforderlich, als man nöthig haben würde, um ein halbes Pfund Wasser von 0 Grad bis zum Sieden zu erhitzen oder um mehr als ein halbes Pfund Eis zum Schmelzen zu I bringen. Diese Wärmemenge wird fast ausschließlich geliefert

eröffnet, daß eine Speculation sehlgeschlagen ist, aus die ich I gehofft hatte, und daß ich einen für mich recht erheblichen Posten eingebüßt habe. Man hat ja so seine Unglückstage."

Der Blick, den er dem Fremden zuwarf, sagte deutlich I genug, was er in Wahrheit für das Unglück dieses Tages halte, doch verbarg die Dämmerung, durch schwere, vom Sturmwind gepeitschte Regenwolken verfrüht und vermehrt, bereits sein Gesicht.

Also recht bescheiden einrichten," sagte er noch einmal, ich werde thun, was ich kann, aber es wird nur wenig sein. Hub reisen Sie mit dem nächsten Zuge."

Der Kranke, den die Schwäche niedergeworfen hatte, I nachdem die anfängliche Erregung geschwunden war, erhob sich mühsam und hielt ihm die abgemagerte Hand entgegen. Ich danke Ihnen," sagte er,es ist wohl das erste Mal im Leben, daß ich dazu in Wahrheit Anlaß habe. Ich werde Ihnen nicht lange zur Last fallen."

Ungern ergriff der Doctor die dargebotene Hand- feucht und kalt lag sie in der seinen, und für einen Augenblick durchlief ihn das Gefühl, daß es die Hand eines Todten sei, die er halte. Rasch aber wies er den Dämmerungsspuk von sich hinweg.

Reisen Sie, reisen Sie," sagte er und wollte sich los machen. Der Fremde hielt jedoch seine Hand noch fest und sagte mit stockender Stimme:Wenn es vorbei ist mit mir, Sie werden es ja schon erfahren, dann könnten Sie es ihr wohl sagen, daß ich hier gewesen bin und daß ich sie immer lieb gehabt habe, und daß"

Dann vielleicht, wir werden sehen."

Ohne Abschiedsgruß verließ der Doctor den Kranken, nachdem er den Riegel zurückgeschoben und die Thür geöffnet hatte. Im Vorübergehen sprach er noch ein paar heitere, freundliche Worte mit der Wirthin, ließ sich über die Tugenden und Fehler ihres Erstgeborenen unterrichten und lachte herz­lich über einen seiner Streiche, den sie erzählte. Als sie nach dem Kranken fragte, entgegnete er:Ich habe ihn sehr eingehend untersucht. Es ist ein schwerer Fall, er muß zu einem Specialisten. Heute Abend fährt er nach Berlin." Dann verabschiedete er sich mit einem Scherzwort und trat auf die Straße hinaus.

Der Sturmwind fuhr ihm entgegen, heulte um ihn her, suchte ihn zu packen und niederzuwerfen. Aber der Doctor hatte einen festen Gang und fürchtete sich nicht vor dem Sturm. Erhobenen Hauptes schritt er dahin, gerade vor sich den Blick gerichtet, als sei dort in der Ferne ein Ziel, dem er zustrebe und das er erreichen müsse. Er schaute nicht vor sich nieder auf den dunklen Weg, er schaute nicht empor zu den dunklen Wolken. Er sah es nicht, daß die wilden Massen dort oben gerade über seinem Haupte sich zusammenballten zu einem finsteren Knäuel, so schwarz, drohend und unheil­verkündend, als müsse ein Blitz daraus niederfahren und ihn zerschmettern. Er ging unbeirrt vorwärts, die Seele erfüllt von dem Gefühl eines freudigen Triumphes, den Schatten von seinem Wege entfernt zu haben, der vor ihm aufgetaucht war aus den Tiefen der Vergangenheit.

Ein anderer aber stieg empor am Abend dieses selben Tages im Hause der Schatten. Seine Zeit war gekommen, und er erschien. Er war so oft gerufen worden, daß er nun endlich gehorchte. Der Geist fand einen Körper, ward sichtbar und wandelte. Und indem er wieder Menschengestalt annahm, eine Gestalt gleich jener, die schon vermodert und zu Staub geworden war, weckte er einen Schauder, der das Haus durchzitterte von der Erde bis hinauf in den Giebel.

Hannchen Bäsmann war es, die ihn zuerst erblickte. Mit einem furchtbaren Angstschrei stürzte sie hinein in die Küche, die Köchin erschreckend, die allein darin schaffte. Zu­erst vermochte das Kind kein Wort hervorzubringen- stam­melnde, unverständliche Laute kamen aus dem Munde der Kleinen, als sei die Krankheit ihres Vaters plötzlich auf sie übergegangen. Caroline schalt sie wegen ihrer Angst und sagte:Dem ollen Ritter hat Dich woll wieder mal schief