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„Hier stehen Buchstaben," fuhr sie fort, „W. v. D-, Sie stammen gewiß aus einer adeligen Familie, Herr Waldmann."
Dieser zuckte die Achseln und schwieg.
Herr von Bornheim nahm jetzt ebenfalls den Ring und betrachtete ihn mit sichtlicher Unruhe- Dann fragte er hastig: „Wie alt find Sie denn eigentlich?"
„Leider schon sechrundzwanzig Jahre, ein wenig zu alt für einen Volontär."
„Das meinte ich- nicht, Sie find also im Jahre 1861 geboren ?"
„Ja, das ist Thatsachs, meinen Geburtstag verlegte man jedoch auf den Tag meiner Auffindung."
„Haben Sie auch die Kette bewahrt?" fragte Bornheim, dessen Unruhe zu steigen schien, hastig weiter.
„Gewiß, ich trage ste an meiner Uhr. Beides wird wohl von meiner Mutter herrühren."
„Sehr wahrscheinlich," nickte Bornheim, auch die Kette, welche Waldmann abnestelte, betrachtend, wobei seins Hand merklich zitterte.
„Regt Dich die Sache auf, lieber Ulrich?" fragte seine Frau verwundert.
„O nein."
Die Antwort klang zerstreut, wiederholt ruhte Bornheims ängstlich forschender Blick auf dem Gesicht des jungen Mannes, welcher sich gerade mit einer eigentümlichen Bewegung des Kopfes umwandte.
Der Gutsbesitzer fuhr erschreckt zusammen und fragte dann mit unsicherer Stimme, ob er auch den Streifen Papier noch besitze.
Waldmann nahm seine Brieftasche hervor und zog aus einer inneren Abtheilung derselben den Papierstreifen, welchen er Bornheim überreichte.
„Darf ich dies Papier auf eine Viertelstunde behalten, Herr Waldmann? — Die Sache interesstrt mich außer« gewöhnlich."
„Recht gern, ich bewahre e» als eine Art Reliquie." „Ich danke Ihnen!"
Das Thema war hiermit geschlossen.
Der junge Mann folgte nach dem Kaffee dem Gutsherrn, um mit ihm einen Ritt durch Wald und Feld zu machen.
VIII.
Vor einem der Thore der Residenzstadt X. lag ganz abseits von einem parkähnlichen Garten umschlossen, ein zwei» stückiges Haus, welches von einem stadtbekannten Menschenfeind bewohnt wurde- Es war dies ein Hauptmann außer Dienst, der von Rautenstern hieß und sehr reich sein sollte. Der Volkmund dichtete ihm viele Millionen an, welche er in seinem Keller vergraben habe und Nacht» von zwei fürchter« liehen Bluthunden bewachen lasse. In Wirklichkeit besaß er ein namhaftes Vermögen und zwei alte Dienstboten, ein männliches Factotum für Alles und eine griesgrämige Köchin, welche mit ihrem Herrn die einzigen Bewohner de« geräumigen Haufe» waren, von dem sie die Parterre-Räume, der Hauptmann den oberen Stock bewohnte.
Man erzählte sich, wie bemerkt, die absurdesten Märchen von diesem Hause, dessen Garten durch eine hohe mit Glassplittern und eisernen Spitzen versehene Mauer von der Außenwelt abgeschlossen war. So ging die Sage, daß der Hauptmann von Rautenstern ein äußerst gewaltthätiger Mann gewesen sei, welcher 1866 im böhmischen Feldzuge einen {einer eigenen Soldaten eine» geringfügigen Subordinations« vergehens halber erstochen habe- Daß er dafür, feiner vor dem Feind bewiesenen Tapferkeit und sonstigen Verdienste wegen, nur zu einer mehrjährigen Festungshaft, dis er alljährlich mit acht Wochen habe abbüßen dürfen, verurtheilt, aber im Dienst belassen worden fei. Nachdem er jedoch im französischen Kriege wieder eine solche Gewaltthat begangen habe, sollte man ihn auf Allerhöchsten Befehl sofort kasstrt haben.
Wenn diese Geschichte auch über das Ziel hinausschoß, so hatte der Bolksmund doch im Ganzen die Wahrheit ge
troffen. Haupirnann Rautenstern war ehedem in der Thal ein äußerst jähzorniger Mann gewesen, den nur, wenn er sich von Vorgesetzten oder ^Untergebenen beleidigt glaubte, seine hohe militärische Begabung und Tüchtigkeit vor der Strafe bewahrt hatten, die er häufig verdient. Die eiserne Disciplin hatte ihn bislang vor dem Aeußsrsten bewahrt, — da aber vom Jähzorn bis zur Gewaltthäligkeit bekanntlich nur ein kleiner Schritt ist, so sollte der blutige Krieg, wo ein Menschenleben nicht schwer in die Waage fällt, ihn bald zu jenem Aeußersten treiben. Es war ein gemeiner Soldat, nur fein Bursche, den er in blinder Wuth mit dem Degen durchrannte, der atme Kerl wäre vielleicht in der nächsten Schlacht doch so wie so gefallen, aber — es war und blieb ein Mord!
Hauptmann von Rautenstern wurde nicht verhaftet, weil er nach geschehener That seine Compagnie sogleich dem Feind entgegenführen mußte. Es war dies für ihn ein glücklicher Zufall, da seine Umsicht und tollkühne, todesverachtende Tapferkeit die Allerhöchste Anerkennung fanden. Er sollte befördert und decorirt werden, als die furchtbare Denunciation dazwischen trat und Beider verhinderte. Der Erstochene hatte die Subordination verletzt, ihm den Gehorsam verweigert, man verschob das Urtheil bis zum Frieden, weil ein Offizier wie Rautenstern noch nicht entbehrt werden konnte. Ob er Gewissensbisse hatte? Es war schwer zu sagen, denn der Hauptmann zeigte keine Veränderung in seinem Wesen, streng, stolz, verschlossen, besaß er weder Freunde noch Beliebtheit bei seiner Compagnie, die ihn fürchtete und haßte, aber seine tollkühne Tapferkeit, für welche kein Hinderniß zu existiren schien, bewunderte. Dttser letzteren hatte er es denn auch zu verdanken, daß fein Urtheil später so milde ausfiel. Er blieb in der That im Dienst, jedoch ohne Aussicht auf Beförderung und mit einer alljährlich sich wiederholenden achtwöchentlichen Festungshaft.
Der Volksmund hatte also, abgesehen von der Verdoppelung des Mordes, in diesem Punkte die Wahrheit gesprochen. Was aber die zweite Gewaltthat, welche Cassation zur Folge gehabt haben sollte, anbetraf, so war dies nur eine Verwundung gewesen, von welcher das arme Opfer wieder genesen war, man dem unseligen Hauptmann jetzt jedoch bedeutet hatte, seinen Abschied einzureichen, der ihm auch sofort, indeß ohne die Erlaudniß, Uniform zu tragen, bewilligt worden war. — Er verließ hierauf die Garnisonstadt und begab sich nach her Residenz, wo er sich das einsam gelegene Gartenhaus kaufte und ein abgeschlossenes, einsiedlerisches Leben führte- Niemand wußte oder ahnte es nur, daß das Factotum, eine bekannte Erscheinung bei den Krämern, Bäckern und Fleischern, das letzte Opfer des jähzornigen Hauptmanns und von ihm lebenslänglich als Diener engagirt worden war.
(Fortsetzung folgt.)
Gtiquettefragen.
E« gibt zwei grundverschiedene Dinge, die beide mit dem Namen Etiquette bezeichnet werden; ba« eine ist da« an den meisten Höfen übliche Ceremoniell, eine Sammlung alter, nicht selten veralteter Formeln für den Verkehr des Herrscher» und seine» Hofstaate«, ba« anbere ba» Gesetzbuch der in der guten Gesellschaft üblichen Umgangsformen, die — im Gegensätze zu der vollkommen erstarrten Hofetiquette — fortwährend in Umwandlung begriffen find und den Evolutionen der Gesellschaft folgen. Noch vor nicht allzu langer Zeit waren diese Umgangsformen für die verschiedenen Gesellschaft«, klaffen verschieden; für gewisse Klaffen (und nicht etwa bloß für die unteren) gab e» überhaupt keine gesetzmäßig bestimmten Formen de» Verkehre« untereinander; für diese Klassen beschränkte sich die Kenntniß der Etiquette auf dasjenige, was für den Umgang mit Höhergestellten nothwendig war. Mit dem fortschreitenden Siege der demokratischen Anschauungen ist die» ander», besser geworden. Eine Erscheinung, die in der ganzen Entwicklungsgeschichte der Menschheit wahrnehmbar ist, zeigt sich auch hier. Der Sieger tritt aus die höhere


