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als nöthig und ein Stückchen Preßhefe. Wenn dieser Teig gut verrührt ist, wird er auf das Nudelbrett gegeben, fein abgearbeitet und schließlich zu kleinen, einen Finger langen und ebenso starken Würstchen geformt. Diese Würstchen schichtet man nun knapp aneinander in die Pfanne, worin man früher Butter zergehen ließ, bestreicht sie obenauf gleich­falls mit zerlassener Butter und läßt fie an lauem Orte auf- gehen. Dann werden ste in die Röhre gegeben und schön goldbraun backen gelassen. *

Geflöhtes Hammelfleisch mit Salzkartoffeln. Man läßt in einem Tiegel Butter zergehen, ist die» geschehen, so thut man fein gehackte Chalotten nebst etwa« Mehl dazu, läßt es gut durchschwitzen, gießt etwas Brühe und Essig daran, jedoch von letzterem nur so viel, daß die Sauce herz­haft schmeckt, legt nun das vorher gekochte und dann in dünne Scheiben geschnittene Fleisch in die Sauce und läßt es kurz und sämig stehen.

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Lungenmus mit Salzkartoffeln. Eine Lung« und Herz wird in reichlich Wasser, Salz und für 5 Pfg. Wurzeln weichgekocht, dann fein gewiegt in steigende Butter oder Fett gethan, einige Minuten darin dünsten lassen, dann mit einem Lössel Mehl gestäubt, mit so viel Brühe aufgefüllt, daß es einen dicken, aber nicht trockenen Brei gibt, mit Salz und Pfeffer gewürzt und noch 5 Minuten kochen lassen; dazu gibt man Salzkartoffeln.

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Reisspeise mit Schweinefleisch. Eine feinge. schnittene Zwiebel wird mit 100 Gramm Fett gedämpft und der in Wasser weichgekochte Reis dazugefügt; zugleich wird Vr Psd. Schweinefleisch mit Zwiebel, Salz und Pfeffer in Vs Liter Wasser, mit ein wenig schwarzer Brodrinde kurz eingebraten, dann feingewiegt und mit 15 Pfg. geriebenen Schweizerkäse unter den Reis gemischt; eine runde Bratform wird mit Butter ausgestrichen, der Reis hineingegeben mit der Brühe vom Fleisch und so viel Wasser aufgefüllt, daß e» den Reis gerade bedeckt; 50 Gramm Butter werden in kleinen Stückchen darüber geschnitten und die Masse im Rohr gebacken.

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Eier auf Butter oder Spiegeleier. Zu 6 bi» 8 Eiern werden zwei Löffel Butter in einem Tiegel übers Feuer gesetzt- Sobald die Butter nun wie Schaum in die Höhe steigt, schlägt man die Eier hinein, bestreut fie mit Salz und läßt sie bei gelindem Feuer so lange stehen, bis da« Weiße fest ist. Auch kann man ste in einer Windbeutel» form bereiten und in jedes Näpfchen ein Ei schlagen, wodurch die Spiegeleier beim Anrichttn ein zierliches Ansehen bekommen.

Kalbseoteletten nach flämischer Methode. Man entfernt die Knochen von den Coteletten, die man hierauf salzt und in Butter auf beiden Seiten braun anbraten läßt. Alsdann gießt man eine Taffe aufgelösten Liebigs Fleifch- extract und ein Glas Weißwein darüber, fügt einen Löffel gehackte Capern hinzu, dünstet die Coteletten langsam weich, gießt die Brühe durch ein Sieb, verdickt dieselbe mit etwas Kartoffelmehl und schüttet diese Sauce über die Coteletten.

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Gebratene Nudeln. *Zu gebratenen, eigentlich ge­backenen Nudeln wird ein Nudelteich aus Eiern und Mehl bereitet, so fest, daß er sich mittelst des Nudelholzes zu dünnen Nudelplätzen auswellen läßt. Diese Plätze werden, wenn sie an der Lust etwas getrocknet find, in fingerbreite Streifen geschnitten, in Salzwaffer 10 Minuten lang gekocht und zum Abtropfen in einen Durchschlag geschüttet. Unter­dessen wird in einer Pfannkuchenpfanne Schmalz heiß gemacht, ein Theil der Nudeln hineingeschüttet und dieselben wie Pfannkuchen auf beiden Seiten hübsch braun und rasch ge­backen.

VermMehtes.

Das Stopfen der Gänse. Daß das Gänsemästen auf diese Weise eine abscheuliche Quälerei ist, daß es mit­leidlos und anwidernd, weil die geplagten Gänse sich mit den Flügeln und Füßen gegen eine solche unvernünftige Ueber- fütterung sträuben, ausgeführt wird, daß die Folge einer solchen unnatürlichen Mästung auch ein ungesundes Fletsch sein muß da» Fleisch zu Tode gequälter Thiere hat sich oft schon als geradezu vergiftend erwiesen dar ist allzu­bekannt, als daß wir dabei verweilen sollten. Leider läßt sich unschwer diese scheußliche Quälerei als eine Uebertretung des Thierschutz-Paragraphen beweisen und als solche int Ver­waltungswege verbieten. Wir bitten daher alle Thierfreunde in Stadt und Land gerade in der Jetztzeit, in der benannte Thierquälerei stattfindet, fich der Sache recht warm anzu­nehmen und auf kräftige Weise entgegen zu arbeiten.

Gießener Thierschutzverein.

Die letzte Möglichkeit. Sie kennen den Förster Kneisenberg. Denken Sie, was ihm neulich pasfirt ist. Sie wissen, sein Revier wird viel von Wilddieben heimgesucht. Wenn er nicht seinen Cäsar hätte, er wüßte fich vor den Schuften nicht mehr zu helfen. Cäsar aber stellt ihm jeden Wilddieb. Auf den unglaublich feinen Instinkt dieses Thieres kann er sich ganz verlassen. Cäsar hat noch nie gefehlt. Am vorigen Sonnabend faßt Cäsar drüben am Hirschgraben eine Fährte auf. Bald darauf hört ihn der Förster bellen. Er weiß, Cäsar ist einem Wilddiebe auf der Spur. Er eilt hinzu. Richtig, stellt das Thier einen alten Handelsjuden. Der Förster fährt ihn an und sagt ihm bett Waldfrevel auf den Kopf zu. Der Alte betheuert seine Unschuld. Kneisen­berg aber vertraut auf seinen Cäsar. Der Jude muß alle seine Päckchen aufbinden, alle seine Taschen umdrehen. Es findet fich niches von Wild vor. Er betheuert und klagt, daß er einen Stein erbarmen könnte. Aber Cäsar ist un­fehlbar. Immer heftiger fährt der Förster den Juden an: Donnerwetter, Sie müssen etwas von Wild bei fich haben, oder gehabt haben. Der Hund hat Sie gestellt. Der Hund irrt fich nie." Vergebliches Betheuern.Das wird fich zeigen!" ruft Kneisenberg und will den Alten vor fich her­treiben. Der Halbtodtgeängsiigte bricht in Wehklagen aus. Aber alles Bitten und Beschwören prallt an dem Förster ab. Auf einmal scheint dem Händler in seiner Herzensangst ein Licht aufzugehen.Herr Förster!"Was soll sein?" ruft er.Sollte Ihr Hund vielleicht meinen Namen ge­rochen haben? Ich heiße Hirsch!"

Gelungene Ausrede. *Sie haben ja schon seit zwei Jahren Ausverkauf wegen Todesfall!"Ich kann meine gute Frau eben nicht vergessen!"

Literarisches.

ZumKapitelderSuppen. Es ist eine bedauerliche Er­scheinung, daß unsere Köchinnen die Suppe meist als bloße Nebensache behandeln und nicht begreifen können, daß sie besonders bei dem ein­fach bürgerlichen Tische einen der wichtigsten Bestandtheile der gesammten Mahlzeit ausmacht. In Wahrheit bildet die Suppe mit Rücksicht auf Appetit und Verdauung eine schätzbare Einleitung des Mahles, da sie den Magen anregt, ohne ihn zu belasten, ihn sozusagen in die rechte Stimmung bringt und in schonendster Weise auf die kommenden An­strengungen vorbereitet. Die Suppe ist deßhalb keine beiläufige, sondern eine höchstwichtige Sache. Die Zahl der möglichen Suppen ist geradezu unbe­rechenbar, und von der berühmten Soupe ä la Camerani, die in einer Portion für zwei Personen auf beinahe 50 Mark (!) zu stehen kommt, brs zur sogenannten Bettelmannssuppe (Schwarzbrot mit Salz in Wasser) sind nach dem Preise wie nach dem Nährwerthe sehr große Verschiedenheiten möglich. In der vielgelelenen ZeitschriftHeimchen am Herd* (Verlag des Universum in Dresden) finden wir einen sehr interessanten Aufsatz über das Kapitel von den Suppen. Wir können den Hausfrauen sehr empfehlen, diesen Artikel zu lesen. Die Nummer desHeimchen am Herd" (No. 7) kostet nur 10 Pfg.

Redaktion: A. Echeyda. Druck und Verlag der Brühl'schen UniverstMS^Such- und «teindriickerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen.