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Nr. 148
Sa«s Og des 14. Deeember
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Unterhaltungsblatt Mr Gießener Anzeiger (Oeneral-Anpiger),
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Im Himmel.
Novelle von Konrad Telmann.
(Fortsetzung.)
lieber da« Antlitz der jungen Dame war ein paar Mal ein verräterischer Lachreiz hingehuscht und einmal drehte sie sich sogar halb um, al« ob sie dem Sprecher ihre heiteren Mienen verbergen wollte, um ihn nicht au« dem Text zu bringen. Sie fand da« offenbar alle« sehr drollig, was er vorbrachte und wie er'« vorbrachte. Uebrigens stellte sie sich aber, als hätte sie nur nach dem Storchenneste auf einem der alten Festungsthore der Stadt geblickt und sagte, sich wieder zu ihm zurückwendend, ganz ernsthaft: „Sie wollen also durch» au« nicht hetrathen?"
„61" machte er mit einer abwehrenden Bewegung und sah ganz bestürzt au«, „im Gegentheil. Ich bitte Sie — wie können Sie da« von mir glauben? Ich würde sehr gern —" Er sah sie mit einer gewissen schüchternen Bewunderung von der Seite an. „Wenn ich mich endlich einmal verliebe — und ich glaube, ich werde mich nun sehr plötzlich einmal verlieben — ganz unvermuthet, ganz wie mit einem Blitzstrahl aus heiterem Himmel, — dann — dann — vorausgesetzt natürlich, daß ich nicht vorbeiliebe —"
Seine Stimme hatte jetzt einen zagenden, schmelzenden Ton angenommen.
„Nun," sagte sie mit heiterer Unbefangenheit, „dann begreife ich aber doch nicht, weshalb Sie nicht geblieben sind und sich die Ihnen Bestimmte nicht wenigstens einmal angeschaut haben. Man hätte doch nicht wissen können, ob der Blitzstrahl nicht plötzlich gekommen wäre. Oder kannten Sie üe schon?"
6r schüttelte mit dem Kopf. „Nein. Aber sehen Sie: Ersten» denke ich von der Ehe so hoch und heilig, daß ich von vornherein jede derartige HeirathrverMittelung für unmoralisch halte und verwerfe. Ehen — wahre Ehen, Sie verstehen wich — werden allein im Himmel geschloffen, da« ist ein Mnes, ewige« Wahrwort. Unvorbereitet, unwiffentlich muß
finden, lieben und sich zusammenthun. Aller Andere ist
verwerflich. Und dann zweiten« —" er schüttelte sich leicht, — „eine Landpomeranze, wissen Sie —"
„Ah so!" Sie interesfirte sich allmälig sichtlich für den Fall. „Eine Landpomeranze hat Ihr Onkel Ihnen zugedacht? Da« ist freilich stark. Sehr garstig wahrscheinlich?"
„Wahrscheinlich. Ich kenne sie, wie gesagt, nicht. Mein Onkel denkt ja natürlich mehr an die künftige Wirthin von Storkow, al« an meine Frau- Eine tüchtige Landwirthin, — das ist sein Gesichtspunkt. Und auf's Land paßt nur, wer auf dem Lande geboren ist, das ist feine Meinung. Er sagt: Städterinnen halten'» da nicht au«. Sie können sich denken, daß er und ich auf diese Art nie zusammenkommen können. Und nun gar eine Landpastorentochter — Sie müssen zugeben, da« ist ein entsetzlicher Gedanke."
„Ja, allerdings," bestätigte sie lachend. „Dann begreife ich —"
„Nicht wahr? Da« ist doch so ziemlich das Schlimmste, was es geben kann: solche tüchtigen, hausbackenen, urgesunden frommen Mädchen mit derben Schuhen, sehr viel Bildung und solider, handfester Langweiligkeit, rothbackig und voll unerschütterlicher Biederkeit- Die bloße Vorstellung macht Einen schaudern. Einmal hab' ich eine getroffen, die pries mir das Landleben in wahrhaft blendenden Farben und al» ich ihr sagte, mir ginge auf dem Lande zu wenig vor, erwiderte sie mir, da» könnte man doch nicht sagen, sie hätten erst unlängst eine — Mondfinsterniß gehabt. Seitdem —"
Die junge Dame hatte wiederum hell aufgelacht. „Und da» hat Sie für immer abgeschreckt von dieser Menschenklaffe. Sehr natürlich. Diese pausbackige Landpomeranze wird sich voraussichtlich mit einem Candidaten trösten, das thun sie ja meistens."
„Gerade das, wa» ich auch denke," gab er heiter zu. „Sie ist nämlich eine Nichte des Storkower Pastors und der biedere Alte, der ein Herz und eine Seele mit meinem guten Onkel ist, läßt sie auf dessen Anregung hin zum Besuch kommen, — ich weiß nicht, von woher, aus Buxtehude wahrscheinlich, — weil die beiden edlen Greise der festen Ueberzeugung sind, sie paßte zu mir — b. h. zur Gutsfrau von Storkow — und wenn ich sie nur erst sähe — na, und so weiter. Darunter haben wir nun einen dicken Strich gezogen. Ex est. I Und heute Abend kommt dar Gänschen an. Ich freue mich


