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in aufrechter, fast feierlicher Haltung erwartete.

Maud sah noch bleicher und angegriffener au«, al» gestern; aber auf ihrem schönen Gesicht war zugleich ein Ausdruck von Entschlossenheit, den sich der Besucher wohl kaum al» ein günstiges Vorzeichen für den Verlauf ihrer

Er wollte die Conversation mit einer artigen Phrase beginnen. Maud aber unterbrach ihn, ehe er über die ersten Worte hinausgekommen war, indem sie ernsten Tone» sagte: Ich würde nicht die Unschicklichkeit begangen haben, Sie hier ganz allein zu empfangen, wenn ich nicht den dringenden Wunsch gehegt hätte, mit Ihnen zu sprechen. Ich erwarte von Ihrer Ritterlichkeit, daß Sie e» mir nicht allzu schwer

zu erkundigen. Der würdevolle Chinese gewisse Dienst« leistungen, wie die des Hausmeisters oder des Koche«, werden in den Häusern der in Japan ansässigen Fremd en fast im nee von Chinesen besorgt kam mit der Antwort zurück, daß die Schwester des Consul» zu ihrem Bedauern durch Unwohl« sein verhindert sei, Besuche zu empfangen, daß aber Miß Donaldson Herrn Ellis bitten lasse, etnzutreten.

Er zögerte natürlich nicht, einer so willkommenen Ein« ladung Folge zu leisten und verneigte sich gleich darauf tief vor der jungen Dame, die ihn mitten in dem Empfangssalon

verdächtig gewesen, daß die großen Versicherungssummen un­bedenklich an die vom Doctor Frazer vorgeschobenen Mittels­personen ausgezahlt wurden-

Rur in dem letzten Fall, der ein blühendes junges Mäd­chen betraf, schöpfte man Verdacht. Die Leiche wurde secirt und es wurde mit Bestimmtheit festgestellt, daß die Unglück­liche da» Opfer einer Vergiftung geworden sei. Die darauf eingeleitete Untersuchung führte dann zu der Entdeckung, daß kein Anderer al» Doctor Dugald Fcazer, der Bräutigam der Verstorbenen und seinem Berufe nach ein junger, talentvoller

machen werden."

Gewiß nicht sobald Sie mich darüber aufgeklärt haben werden, in welcher Weise ich e» Ihnen zu erleichtern vermag."

O, Sie wissen recht gut, um wa» e» sich dabei einzig handeln kann. Die letzten Worte, die gestern zwischen uns gewechselt wurden, bevor ich in den Garten hinaus flüchtete, müßten es Ihnen offenbart haben, auch wenn Sie es nicht schon vorher errathen hätten."

Dieser Worte erinnere ich mich allerdings sehr wohl, Fräulein Maud, und ich erinnere mich Ihrer mit tiefem Be« dauern; denn ich verhehle Ihnen nicht, daß sie mir in dem Augenblick, da sie gesprochen wurden, als ebenso grausam wie unbegreiflich erschienen. Aber ich kam hierher in der festen Ueberzeugung, daß Sie heute geneigt sein werden, sie zurück­zunehmen, denn ich habe in meinem Gedächtniß bi» jetzt ver­geblich nach einer Erklärung gesucht für Ihr seltsames Be­nehmen."

So wollen Sie mich also dennoch zwingen, auszusprechen, was Sie als Gentleman einem jungen Mädchen wahrlich hätten ersparen sollen. Mein Oheim und meine Mutter haben mir gesagt, daß Sie" sie zögerte und eine purpurne Blutwelle färbte ihr blasses Gesichtchen,daß Sie bei

ihnen um meine Hand angehalten hätten."

i Thomas Ellis bemühte sich, seinem Antlitz einen Ausdruck i* des Erstaunen» zu geben.

Aber, mein theuerste» Fräulein, es bedurfte doch wohl nicht erst der Mittheilung von Seiten Ihrer Verwandten, um Sie über meine Wünsche und Hoffnungen zu unterrichten. Meine Verehrung für Ihre anbetungswürdige Person war zu groß, al» daß ich im Stande gewesen wäre, sie Ihnen zu verbergen, und wenn ich auch jetzt zum ersten Mal den Muth finde, rückhaltlos auszusprechen"

Maud erhob wie abwehrend die Hand und hinderte ihn § beinahe heftig, die begonnene Rede zu Ende zu bringen.

Nein, nein, ich will nicht hören, wa« Sie mir da sagen wollen. Sie sehen doch wohl, daß ich Ihnen nicht die Ant­wort geben könnte, die Sie erwarten."

Und warum können Sie es nicht? Was ist es, das Sie seit gestern anderen Sinnes gemacht hat?"

Seit gestern? Sie irren, Herr Ellis, wenn Sie glauben, daß ich über Ihren Antrag jemals ander» gedacht hätte, als gestern und heute- Ich weiß ja die Ehre zu wür­digen, die Sie mir armem und unbedeutendem Mädchen damit erweisen; darüber aber, daß ich sie nicht würde annehmen : können, bin ich bei mir selber niemals im Zweifel gewesen.

Sie versetzen mich in grenzenlose Bestürzung, mein Fräulein; aber verzeihen Sie mir diese Offenheit Sie bereiten mir auch eine große Ueberraschung. Denn an einem

Arzt, der Mörder gewesen war.

Selbstverständlich kamen jetzt nach und nach auch die drei anderen räthselhaften Todesfälle zur Sprache, und es hatte keine besonderen Schwierigkeiten mehr, zu erweisen, daß er behufs Erlangung der Versicherungssumme diese bedauerns- , ------ -

werthsn Wesen ebenfalls und zwar unter rafstnirter Befeiti- - Unterhaltung deuten mochte, gung aller Verdachtsmomente durch Gift aus der Welt ge- 5 "E-> Gnneri

schafft habe."

Der Kerl muß ja ein vollkommener Tiger in Menschen- j gestalt gewesen sein!" rief Georg, obwohl er der Erzählung - eigentlich nur mit halbem Ohr zugehört hatte.Hoffentlich hat man nicht gezögert, ihn zum Lohn für feine Scheußlich- - feiten aufzuhängen." I

Man hätte es wohl gethan, wenn man seiner habhaft geworden wäre. Aber er war klug genug gewesen, nicht auf das Ergebniß der Untersuchung zu warten. An dem Tage, da fich der erste Verdacht gegen ihn erhob, war er auch schon verschwunden. Und ich habe bi» auf diese Stunde nichts davon gehört, daß man ihn gefunden hätte."

So müssen Sie in Amerika eine verteufelt schlechte Polizei haben oder der Schurke ist in jeder Beziehung ein geborenes Verbrechergenie gewesen. Aber sagen Sie mir doch, Mr. Norton, wie Sie gerade in dieser schönen Nacht und ; auf dem Heimweg von einem fröhlichen Feste der Erinnerung : an jenen unheimlichen Mordgesellen verfallen konnten."

Der Amerikaner antwortete nicht sogleich; aber nach einer kleinen Weile sagte er gelassen:Vielleicht hat mich die Katze, die ihren Durst nach Champagner so theuer bezahlen mußte, auf ihn gebracht. Und da wir eben wieder zu dem Cham­pagner der Herrn Thomas Ellis zurückgekehrt sind, so ge­statten Sie mir wohl noch eine Bemerkung. Ich möchte Sie vor der Freundschaft dieses Mannes warnen; denn ich glaube nicht, daß er es gut mit Ihnen im Sinne hat."

Ich danke Ihnen," erwiderte Georg lächelnd.Seine plötzlich erwachte Zuneigung ist, offen gestanden, auch mir einigermaßen verdächtig gewesen. Und ich werde gewiß nichts dazu thun, das Vergnügen seiner Gesellschaft allzuhäufig zu

Sie hatten den Garten ihres Bungalow erreicht. Der chinesische Momban (Wächter) des Hauses, der eben mit seiner Klapper die übliche Runde machte, öffnete ihnen die Thür und eine Minute später reichten sie sich die Hände, um sich Gute Nacht" zu wünschen.

Gehen Sie ihm aus dem Wege, so weit Sie nur immer können," sagte Abraham Norton, zu Georgs Ueberraschung noch einmal auf den Gegenstand ihres Gesprächs zurückkommend. Und lassen Sie sich jedenfalls nie wieder darauf ein, mit ihm zu trinken."

Aber Verehrtester Sie glauben doch nicht etwa, daß er"

Ich bitte Sie, mich nicht nach den Gründen für meine Warnung zu fragen," fiel ihm der Amerikaner in die Rede. In einigen Tagen wird es mir, wie ich denke, gestattet fein, sie Ihnen zu nennen." c

Er grüßte noch einmal und wandte sich, lebe weitere Frage damit abschneidend, feinen Zimmern zu.

VI.

Am folgenden Tage um die hergebrachte Besuchsstunde war es, als Thomas Ellis sich durch den Comprador (Haus­meister) bei den Damen des Elmsley'schen Hauses melden ließ, um sich als aufmerksamer Cavalier nach ihrem Befinden

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