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obwohl der alte Admiral in einen da» Seewesen betreffenden ! Artikel der Zeitung vertieft war.
Sir Fulke sah gleichgiltig auf.
„Was ist es, Helene? Ein Antrag für Triffa? Wenn er nur einigermaßen wünfchenswerth ist, thätest Du gut, ihn anzunehmen, denn ich sehe schon, Du hast keine Ruhe, bevor Du das Kind nicht unter die Haube gebracht hast.
„Mein lieber Onkel, wie unfreundlich von Dir, so zu sprechen!" versetzte die Lady ärgerlich. „Wir haben noch ^abre lang Zeit, ehe wir über dar Kind etwas entscheiden
. . ich meine natürlich, wenn sich inzwischen nichts sehr An- nehmbares bieten sollte - . . aber davon ist ja jetzt gar keine Rede. Dies hier ist nichts weiter, als ein höfliches Billet vom Herzog von Dunbar. Er stellt für morgen Abend mir und meinen Töchtern seine Loge in der Oper zur Verfügung. Natürlich weiß er nicht, daß Miß Cora nicht meine Tochter ist, aber er ist ja Triffa vorgestellt worden und jedenfalls gilt ihr diese Aufmerksamkeit." „, , ,
Sir Fulke räusperte sich und nahm trotz seiner vorherigen Zerstreutheit seiner Nichte das Briefchen aus der Hand.
Er las es sehr bedächtig und gab es der Frau Digby dann mit sehr nachdenklicher Miene wieder zurück.
„Ist der Herzog, seitdem er bei mir war, hier gewesen?
einmal, Onkel, doch blieb er nicht lange," erwiderte seine Nichte triumphirend, „und ich muß in der That gestehen, daß er mir bei seinem Besuche sehr zerstreut vorkam. Er sah Triffa immer an, als ob er nicht recht wisse, worüber er mit
„LHenbar wußte er nicht, ob sie schon in die Gesellschaft eingeführt ist und hiermit zieht er sich nun geschickt aus der Affaire," fuhr sie mit einem Blick auf das Billet fort. „Ohne Zweifel wird er im Laufe des Abends einmal in die Loge kommen ... da« gibt ihm die beste Gelegenheit."
„Wozu, Nichte?" fragte der Admiral ärgerlich.
„Um näher mit Triffa bekannt zu werden, Onkel. S e ist noch zu jung, daß er nicht recht weiß, auf welche Weife er ihr Aufmerksamkeiten, wie er sie anderen jungen Damen KE'. Und wer wird Dich noch begleiten? Cora natürlich. Sie schwärmt für Musik und die Einladung gilt ebenso gut ihr, als Triffa." , L x .
Frau Digby zögerte mit der Antwort. „
„Ich halte es sür unvorsichtig, Onkel, Cora mitzunehmen, sagte sie endlich. „Es stellt sie Triffa zu sehr gleich.und namentlich würde Granville viel um sie sein, was ich möglichst zu vermeiden suche. Nein, ich halte es nicht für g^athen es ist überhaupt gar nicht nöthig, daß sie von der Gelegenheit zu einem solchen Vergnügen erfährt."
^Helttre^Du^glaubst vermutlich nicht an Vorherbestim« mUn^„8te6e^Onkel, welche Frage! Natürlich glaube ich daran!" ltef ^Dann^nW Dir Dein Glaube wenig, wenn Du Deiner Tochter Erfolg nicht derl Zufälligkeiten /ne« Abends aurzu- fetzen wagst," versetzte Str Fulke sarkastisch. »Wenn der Lerzoa Deine Tochter nur in Abwesenheit ihrer schönen Gefährtin bewundert, wird Triffa ein sehr unbefriedigtes Leben daraus erwachsen, Helene." , .,f
„Lieber Onkel, Mädchen ihrer Klaffe sind so schlau . . . auch Du hast Dich von dieser Cora ganz blenden laffen, erwiderte Frau Digby etwas kleinlaut. ,
„Wohl möglich! Du siehst aber, daß mir das allerhand kleine Sorgen erspart, lachte der alte Admiral, und Du würdest Dir viel Mühe sparen, wenn Du den Dingen ruhig ihren,Lauf tt^ßest-^u, @oro mitgehe?" fragte Frau Digby in ängstlicher Erwartung.
„Durchaus nicht .... wenn Du willst, kann ich sie ja an einem anderen Abend hinführen," entgegnete der Ad. miral, „und ich kann ihr auch, wenn sie es wünscht, Ge»
legenhelt geben, sich dem Herzog zu nähern, wenn ich es ihres Friedens wegen sür rathsam hielte. Du aber kannst thun, war Du willst .... ich überlaffe da» ganz Deinem Gutdünken."
Und Sir Fulke wandte sich wieder seiner Zeitung zu.
Das war eine peinliche Alternative. Frau Digby prüfte mit scharfem Blicke die scheinbar unbekümmerten Züge ihres Onkels, aber derselbe schien ganz in seine Zeitung vertieft zu sein und das soeben behandelte Thema ganz ver. gessen zu haben, so daß sie sich endlich damit beruhigte, er habe ihr wohl nur einen kleinen Schreck einjagen wollen, ohne es jedoch ernstlich zu meinen. Und lächelnd ließ sie den alten Herrn bei seiner Lectüre, und begab sich zu Triffa, um dieser die Neuigkeit mitzutheilen und sich wegen ihres Bedenkens mit dieser zu berathen.
„Natürlich nicht, Mama," sagte Triffa, nachdem die Mutter ihr ihre Bedenken mitgetheilt hatte. „Cora ist ja ganz gut an ihrem Platze, und stets bereit, mir Alles zu Gefallen zu thun, auch drängt sie sich durchaus nicht vor, aber... ich weiß felbst nicht, wie es kommt ... wo sie auch ist, weiß sie immer auf ganz seltsame Weise die Leute an sich heranzuziehen. Ich denke zuweilen, daß sie ein Zauber- mittel besitzen muß, womit sie Jeden an sich feffett.
„Liebes Kind, ihre ganze Erscheinung und ihr Wesen haben etwas sehr Fremdartiges an sich," tröstete Frau Digby ihre Tochter; „aber was wirkliche Schönheit anbelangt, fo kann sie sich nicht mit einem so vornehmen und hübschen Mädchen wie Du vergleichen." ,
„Ich kann aber nicht einsehen, wie sie die Leute trotz, dem anziehen kann," lautete die Antwort. „Uebrigens stimme ich Dir bei. Die Sache ist sehr einfach. Der Herzog hat sie - das weiß ich — kaum gesehen, daher gilt seine Auf- merksamkeit mir." , .„
„Und das Beste, was wir thun können, meine Liebe, ist, es bei unserer Absicht zu lasten," entgegnete die Mutter. „Du bist sür Dein Alter ein sehr verständiges Mädchen. Jetzt laß uns aber Deine Toilette für heute Abend überlegen. Es muß etwas ganz anderes fein, als Du bei te* DnM* Gesellschaft trugst, und doch weiß ich kaum, was Dich besser
Und es fand eine eifrige Berathung zwischen Mutter und Tochter statt, die mit der Wahl eines weißen Mullkleides mit grüner Garnirung endigte. .....
„Und ich werde Dir meine Smaragden dazu geben, setzte Frau Digby hinzu. .'Diese Pasten für Dein A ter, und wenn Du dann nicht bezaubernd bist, da habe ich keinen Geschmack und verstehe nichts von Schönheit. Meine Trista soll heute Abend die Schönste sein." ______
Frau Digby-Hattt Recht. Triffa sah in ihrem rasch arrangirten Costüm reizend aus.
Cora folgte ihrer Abfahrt mit einem Gefühl der Er« leichterung, das jene gewiß nicht ahnten.
„Gott fei Dank!" murmelte sie- „Diese Gefahr wäre mir wenigstens erspart geblieben! Es wäre doch möglich gewesen, daß er mich wieder erkannte !"
Sie nahm ein Buch zur Hand, doch sie la» wohl k« darin! Bei ihren träumerischen Gedanken und der allmAg einbrechenden Dunkelheit verschwommen ihr die Buchfiavm bQlb Undta"^Dämmerung und der Stille ringsum fettje sich ein leiser Schlaf auf ihre Augenlider herab aus dem sie sogar ein schwaches Klingeln und leise Fußtritte, die dem Zimmer näherten, nicht erweckten.
Das Opernhaus war schon ziemlich gefüllt, als F Digby mit ihrem Sohn und ihrer Tochter in der Loge ^^^Die ^Operngläser wendeten sich in sehr schmeichelhafte^ Weise der Loge zu, und Frau Digby konnte bemerken, in unverholener Bewunderung des schönen jungen M 4 Worte und Blicke ausgetauscht wurden.
Wer ist sie? Das ist Dunbars Loge. Ich 10linw


