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düsterer Entschlossenheit lag darauf. „Mama," sagte er end- [ich, „ich werde meine höchste Ehre darin suchen, Dir irdes Opfer, da» Du mir gebracht, zu vergüten und ich will alle Kraft meines Leben einsetzen, um Deine Liebe und Treue zu vergelten und Dein Alter sorgenfrei und freundlich zu gestatten. c»ch werde mein Versprechen halten, so wahr ich an Gott glaube Doch von Jadwiga kannst Du mich nicht mehr trennen, ebenso wie kein Anderer es. kann. Was mir von außen an Tadel und Schmähungen darüber wird, werde «h überwinde« und durch verdoppelte Thätigkeit auch unsere materiellen Sorgen verringern. Meine Standesehre verletze ich durch eine Leirath mit Jadwiga nicht, denn ste ist rein und tugendhaft wie eine Heilige. Darum ist es jetzt auch meine Pflicht, da, junge Mädchen, welches bis heute unter unserer Obhut stand, vor jeder Beschimpfung zu schützen und ihr die «eimath zu
i geben, derer sie würdig ist!" r, ,
I Die Edelfrau sprang heftig empor, sie bebte vor Zorn. „Nein, nein," rief sie außer sich, »tausendmal nein! Ich will nicht und Du mußt gehorchen! Du hast Pflichten gegen mich zu erfüllen, Roman, wage es, sie zu umgehen! Es sind heilige, von Gott selbst eingesetzte Sohnespflichten! Unsere Verhältntffe erfordern es, daß Du eine reiche Erbin wählst und nicht em arme« Mädchen. Der Graf Kwilecki wird Dir mit Freude« seine Tochter Spiridia zur Gattin geben. Sie ist das reichste Edelsräulein in ganz Polen und Deine Standesgenoflen werden Dich um diese glänzende Partie beneiden! Du darfst nur
I die Hand nach dem kostbaren Kleinod ausstrecken, so ist er I Dein, ich weiß es gewiß!"
Roman richtete sich langsam empor und starrte wie geister-
°Frau von Bielinrka rührte sich nicht. Wie in starrem I Entsetzen blickte sie mit großen, weit auf^risienen Augen ihrem Sohne in das hübsche, erregte Gesicht. Aber dann riß sie mit einem schnellen Ruck ihre Hände aus den seinen und stieß ihn heftig von sich fort. Das unerwartete Geständniß hatte die träge Frau plötzlich aus ihrer Apathie gerüttelt- Sie verfiel in ein leidenschaftliches Weinen und Schluchzen und brach dann in zornige Worte aus, in harte Anklagen und Verwünschungen. I
„Roman, Roman," schrie sie laut. »Bist Du von Sinnen, I Du beleidigst mich aus den Tod! Das wagst Du mir zu g - stehen, das willst Du mir anthun? O, die Schande, die Schmach!" — Dann lachte sie nervös. — „Es ist rem zum I Verrücktwerden, mein Roman liebt eine Betteldirne I Habe ich I dies wohl um Dich verdient? O Jesus, o Maria, erbarme I Dich meiner!" — Sie schlug schmerzvoll die Hände über ihrem Kopfe zusammen und stöhnte. — „Ach, Roman, ich habe auf der ganzen Erdenwelt nichts Besieres und Lieberes als Dich, Du bist mein Stolz, meine Hoffnung, und nun muß ich das an Dir erleben. Kannst Du, der einzige Sohn, der Erbe eines alten, angesehenen Namens, Allem Hohn sprechen, was in unserem Lande Sitte und Ehre ist? Wenn Du müßtest, was ich früher um Dich gelitten und wie geduldig ich alle Qualen ertrug um Deinetwillen! Ach, ich hoffte, Du würdest mich einstmals Herzeleid und Sorgen vergeffen machen — ich habe sogar meinen Gatten sterben sehen ohne Thränen, denn alle meine Liebe und Zärtlichkeit gehörte nur Dir allein. Und Dich einst glücklich zu sehen, reich und in glänzenden Verhält. Nissen, das war mein Traum, meine Hoffnung, — Da, Du lohnst mir schlecht dafür! Zum Gespött der Leute willst Du Dich und mich machen, zu Grunde willst Du uns richten! Veraißt Du ganz unsere kritische pecuniäre Lage oder hat Dich hundert Rubel, die uns Schmul hergegeben hat, es ist nichts weiter von ihm zu erwarten. Die Reoenüsn des Gutes sind kümmerlich, ich frage Dich, Roman, was soll werden? - Ich denke, Du mußt Dir selbst sagen, daß Dein Vorhaben mehr wie Wahnsinn, daß es sündhaft ist!" m
Roman hatte schweigend zugehört, er gab keinen Laut von sich, keine Muskel zuckte in seinem Gesicht, aber ein Zug von
„Ich möchte Dich gern glücklich sehen, mein lieber Sohn fuhr schmeichelnd die Pani Casimira fort, indem sie liebko end seine Wangen strich. „Thu> mir's zu Liebe, erfülle meine* Wunsch, halte um Comteffe Spiridia an, Du wirst keinen Korb bekommen- Ach, Roman, Du mußt Deine alte, arme Mr- tuschka nicht zur Verzweiflung bringen, ihr nicht mit Deine* Thorheiten das Herz brechen, ich habe Dich ia so lieb, so un- endlich lieb!" — Und nun schlang sie, in Thränen ausbrechend, beide Arme um seinen Hals und schluchzte unter Küssen: „Ach, Du, Du, mein Kind, mein Romanek, beweise [Stzt Deine Liebe und Ehrfurcht gegen mich, heirathe Spiridia und mache uns Beide glücklich! Roman, ich bitte Dich, — Roman, hörst Du, id) "Der JÄbetttuxnn drängte sanft die weinende Frau von sich fort und auf das Ruhebett zurück. »Du verlangst U*- mögliches von mit," sagte er dumpf, „da Dir gewöhnttch in allen Stücken nachgebe, so möchtest Du, daß ich Dir wie ein Sclave gehorche. Aber was diese Sache betrifft, werde ich handeln, wie es mir gefällt. Ich lasse michnicht verkaufen, verstehst Du mich?" Er wandte sich unwillig von ihr ab, nahm seine Mütze und ging ohne Gruß zur Thür.
„Das soll also heißen: Du willst die Comteffe nicht, schrie Frau von Bielinska gellend auf. „Ach, Du schlechter Sohn, so lohnst Du mir!" — Und nun fing sie meder <m zu jammern und zu weinen, sie riß ihr Taschentuch in kleine | Fetzen und warf sie Roman vor bte Füße, sie raste förmlich I vor ohnmächtigem Zorn und zerrte mit den bebenden Fingern I an ihrem Haar herum. . n.
Roman fühlte, wie ihm alle« Blut zu Kopfe stieg, er I mußte sich gewaltsam beherrschen, um den Respect und die I Pietät vor seiner Mutter aufrecht zu erhalten.
I „Gönne mir ein wenig Ruhe, Mama," sagte er endlich | mit mühsam errungener Fassung. „Ich kann heute nicht mehr I mit Dir darüber sprechen — vielleicht morgen oder spater.
Die Edelfrau hüllte das Gesicht in ihr Kleid und wim merte wie ein kleines Kind. „Gut, Roman," sagte sie matt, „morgen wirst Du hoffentlich vernünftig sein, denn Deim Weigerung würde mir den Tod geben. Ja, ich fühle Leben ernstlich bedroht, denn meine Pulse stocken und mich ve läßt alle Kraft. Rufe Bronislawa herbei, sie fall mir me nen Karmelitergeist bringen." Sie warf den Kopf in die Potfier i zurück und schloß die Augen.
Frau habe nun den Aerger davon!" — Sie schluchzte kläg- I li$ auf. den Lieutenant Wytek nach ihr sragen," ver- I setzte Roman schnell- „Sollte sie nicht dort suche ch in der Stadt und Umgegend nach ihr. Ich muß sie finden, i ehe die Nacht hereinbricht! Ich muß —" .
„Was fällt Dir ein, Roman," fiel ihm die Eoelfrau in s I Wort. „Bedenke doch nur, ob sich das für Dich schicken.wird? I Du kannst doch dem Mädchen nicht überall nachlaufen? Was würden die Leute davon denke«? Uebrigen« keunst Du ihren eigensinnigen Trotzkopf ebenso gut wie ich. W.llsieeinmal von Czenstochau fort, so wird sie gehen, dar kannst Du sicher glauben! Die Jadwiga läßt sich nicht halten, nicht zwingem wenn ste nicht will — und von Dir am allerwenigsten, ich $ „Das werde ich ja sehen!" erwiderte Roman gereizt- — Und ich will Alles aufbieten, Alles, um das Mädchen wieder auf den Edelhof zurückzubringen. Sie muß wiederkommen, Mama, sie muß — wenn nicht mein Lebensglück in Trümmer 0<$e"„®ei« Lebensglück? - Was hat das mit Jadwiga zu ^^Roman glitt vor feiner Mutter auf die Knies und umfaßte leidenschaftlich ihre Hände - er zitterte an allen Gtte- der«. „Matuschka," rief er feurig, „ich kann es Dir nicht länger verschweigen! Ich liebe Jadwiga — l ebe sie unendlich - mehr, wie ich sagen kann. Darum zerreißt ihr Kummer, ihr Fortgehen mein Herz. Und Du bist nicht böse darüber, nicht wahr? Du schiltst Deinen Romanek nicht aus deshalb? O, sei gut, sei gut, Matuschka, und mache mich nicht Unglück» sich! Nimm sie freundlich auf und habe sie lieb, denn sie ist meine Braut. — Und nun will ich gleich fort und sie suchen,


