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vielleicht nach Wiesbaden oder Homburg, damit sie auf andere Gedanken kommt und ihrem Kummer nicht nachhängen kann."
„Das wäre ein gutes Mittel; die Jugend ist ja allen neue« Eindrücken geneigt und hoffentlich sitzt diese Liebe noch nicht allzu fest in Comteß Luciens Herzchen."
„Woher stammten jene Vergißmeinnicht, die Lucie gestern den ganzen Tag trug? Doch nicht von Ihnen?"
„Nein, Frau Gräfin," sagte Albrecht von Laffow in seiner treuherzigen Weise, „dann hätte ich die Blumen vor Ihren Augen der jungen Dame übergeben."
(Fortsetzung folgt.)
Gemeinnütziges.
Krankenpflege im Hause. Da dem weiblichen Theil doch überwiegend die Pflege eines Kranken obliegt, hat die Hausfrau vor Allem die schwierige Aufgabe, sich in lebem Krankheitsfalle die Besonnenheit zu bewahren. Nicht nur bet besonderen Unglücksfällen, sondern auch bei Symptomen einer Krankheit sollte sofort der Arzt gerufen, nicht erst alle erdenk- lichen Mittel probirt werden; wie oft hätte der Arzt 12 oder 24 Stunden früher den Kranken retten können, und nun kommt die Hülfe zu spät. Zeit und Stunde waren um, sagt man. Wohl denen, die ein theures Glied verloren, wenn sie das Bewußtsein trösten kann, alles gethan zu haben, was in ihren Kräften stand. Wenn die ganze Pflege nur im Em- geben der Medizin besteht, ist es geradezu ein Wunder, wenn der Kranke wieder gefund wird. Selbst beim günstigsten Verlauf kostet eine Krankheit viel Geld, auch der sparsamste Mensch ist gezwungen, in solchen Tagen den Kostenpunkt unberücksichtigt zu lasten. Erkrankt der Hausherr oder ein Kind, so ist es in den meisten Fällen die liebende Gattin und Mutter, welche die Pflege übernimmt. Was ihr an Ver- ständniß fehlt, thut die Angst; das Gefühl sagt ihr, was sie zu thun hat. Sie kommt mit peinlichster Genauigkeit den Verordnungen des Arztes nach, sie beobachtet den Athem, mißt die Fiebergrade, sorgt für regelmäßige Zimmertemperatur, im Sommer für Kühlung durch Aufstellen von Eis und Auf- Hängen naster Tücher und bereitet ein gutes Lager, glättet die Kopfkissen, ist überhaupt bemüht, dem lieben Kranken zede Erleichterung zu verschaffen, wie durch kühlende Getränke zur Stillung des Fieberdurstes und auch das Fernhalten jeder Aufregung «ach Möglichkeit. Wie anders aber ist es bei einer plötzlichen Erkrankung der Hausfrau selbst, wenn nur ein junges unerfahrene» Mädchen da ist. Schon in einer kinderlosen Familie ist es traurig, sind aber noch kleine Kinder da, ist es das reine Chaos. Handelt es sich um eine kleine leichte Erkrankung, so genügt hier schon absolute Ruhe, um den schwachen Kräften wieder aufzuhelfen und es mag ein paar Tage so gehen, aber wie geht es. — Bei ernstlicher Krankheit muß deshalb sofort für eine gute Wärterin gesorgt werden, wenn Niemand von der Familie der Patientin die Pflege übernehmen kann. Ist die eigentliche Krankheit über- wunden, muß die Wärterin noch für kurze Zeit bei der Kranken bleiben, damit sie sich recht schonen und kräftigen kann; sie kommt sonst zu leicht in Versuchung, da und dort zuzugreifen, wenn sie merkt, daß es fehlt. Ein Rückfall ist ja so häufig gefährlicher als die eben überstandene Krankheit.
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Wattirte Bettdecken zu waschen. Eine wattirte Decke weicht man einen Tag in kaltem Wasser, welches man zuweilen erneuert, ein und reinigt dieselbe, wenn der Staub ausgi zogen ist, auf einem Tisch mit der Bürste und kalter, recht fetter Seifenlauge. Ist die Decke allenthalben gründlich abgeseift, so taucht man sie in ein Faß mit Wasser, spült sie in frischem Wasser, dar man mehrmals erneuert, recht klar, läßt die Decke von zwei Personen recht trocken auswringen
und dann auch glatt ausschlagen. Letzteres läßt man wiederholen, bevor ste trocken ist.
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Mittel, um Obst- und Rothweinflecken aus Wäsche zn entfernen. Man wäscht dar befleckte Stück zuerst in reinem Wasser, alsdann mit Seife und schlägt es über die Seine. Hierauf bildet man aus Carton eine Art Trichter, zündet darunter etwas Schwefel an und hält einen Fleck nach dem andern an die obere kleine Oeffnung der Trichters. Das ganze Stück wird darauf nochmals gewaschen und in sehr klarem Wasser gespült. Hat man bei diesem Verfahren die gehörige Sorgfalt beobachtet, so kann man darauf rechnen, daß alle Flecken verschwunden sind.
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Gedämpfte Kartoffeln sind weit nahrhafter und von besserem Geschmacks, als solche in Wasser gekochte, da bei ersteren der Wassergehalt der Kartoffeln vermindert und deren Nährsalze erhalten bleiben, während beim Kochen in Wasser der Wassergehalt noch vermehrt wird und die Nährsalze größtenteils verloren gehen.
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Senssauce zu Suppenfleisch. Ein Theelöffel voll Mehl, 2 Eidotter, 1 Eßlöffel Zucker, 2 Löffel Sens, Vt Liter Wasser, Essig nach Geschmack und 4 Deka Butter. Dies Alles wird unter beständigem Rühren eben durchgekocht.
Vermietest
Ein berühmter Schriftsteller vermochte, wenn ihm ein boshafter Witz oder eine schlagfertige Antwort einfiel, solche nicht zn unterdrücken, selbst wenn es ans Kosten seiner besten Freunde ging. Eines Tages veröffentlichte er in seinem Blatte ein Epigramm auf ein zanksüchtiges Weib Die Verse fanden großen Beifall und wurden viel belacht. Bald daraus begegnete ihm ein hochstehender Gönner, der von dem Epigramm hatte erzählen hören, und bat ihn um ein Exemplar der betreffenden Nummer- — „Wozu wollen Sie die Schilderung erst lesen," war die Antwort, „Sie besitzen ja dar Original." — Natürlich war nun die Freundschaft für immer aus.
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Als der Dorfgeistliche einer großen Gemeinde vor der Schule vorbeiging, kam gerade die fröhliche Kinderschaar heraus. Allen Anderen voran eilte ein niedliches Mädchen, die Schultasche unter dem Arm. Als die Kleine den geistlichen Herrn erblickte, machte sie einen Knix, eilte auf ihn zu und küßte ihm die Hand. — „Wie heißt Du, mein Kind?" fragte der Prediger freundlich. — „Röschen Gellert," antwortete die Kleine. — „Ei, das freut mich, daß Du ein so artiges Kind geworden bist; ich habe Dich getauft" — „Ach, Hochwürden,' antwortete das Kind treuherzig, „ich hätte Sie beinahe nicht wiedererkannt!"
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Ein Reifender aus Breslau, der kürzlich in Tost zur Nacht blieb, hatte in dem polizeilichen Fremden-Meldezettel die Rubrik „Besondere Bemerkungen" mit der Versicherung „Ein guter Mensch" ausgesüllt. Daraufhin ist jetzt gegen denselben Strafantrag wegen Beleidigung bezw. Verhöhnung der Taster Polizei gestellt worden.
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Der kleine Musikfreund. Lehrer: „Hänschen, wenn Du drei von zehn wegnimmst, wieviel bleiben dann?" — Hänschen schweigt. — „Wieviel Finger hast Du an beiden Händen zusammen?" — „Zehn!" — „Richtig! Und wenn drei davan fehlen, was hast Du dann?" — Hänschen (freudig lächelnd): „Keine Clavierstunde!"
Redaction: A. Sch-Yda. — Druck und Verlag der Brühl'schcn Druckerei (Fr. Khr. Pietsch) in Gießen.


