ich Anspruch an das unschuldige Wesen erheben würde. Dies war das Einzige, was mich schmerzte. An Rosina selbst dachte ich nicht mehr das Gefühl, welches ich für ste empfand, war keine Liebe, sondern grenzenlose Verachtung.

(Schluß folgt.)

GsMAsinnntziges.

lieber die Bilder in unseren Zimmern- Recht betrübend ist es, wenn man steht, was für unpaffende, ge- fchmaälofe, ja anstößige Bilder oft an den Stubenwänden hängen. Vielfach mag es ja Unbedachtsamkeit sein, welche die Auswahl der Bilder trifft; sehr häufig kommt aber gerade darin die eigentliche Herzensrichtung des Besitzers zum Aus­druck. Die Sache ist von größerer Bedeutung, als man ge­wöhnlich meint. Schon wegen der Kinder muß man bei der Wahl der Bilder vorsichtig sein- Keine Herzenseindrücke sind bleibender als die, welche das Kind im Elternhause erhält. Die Stube, worin das Kind aufgewachsen ist, wo es geschlafen und gearbeitet hat, mit ihrer Einrichtung und mit all ihrem Schmuck bleibt zeitlebens haften in dem Gedächtniß des Kindes. Diese Erinnerung soll in jeder Beziehung eine schöne und reine sein. Ein Bild hat eine beredte Sprache, besonders für ein Kind; es kann manches Gute wirken, aber auch viel ver­derben. Darum sollen rechte Eltern mit der größten Gewissen- haftigkeit die Bilder auswählen, die ja immer und immer wieder angeschaut werden. Neuerdings finden auch die schönen Wandsprüche eine immer größere Verbreitung und erfreuen sich wachsender Beliebtheit. In unzähligen Familien haben die Karton-Wandsprüche, welche mit ihrem grünschwarzen Unter­gründe und den seingepreßten Silberbuchstaben eine Zierde für jedes Zimmer bilden, Einzug gehalten. Der Preis ist ungemein billiger und Einrahmen nicht nöthig. Jahrelang hängt ein solcher Spruch vor den Augen und redet zu den Herzen.

* * *

Ein Putzmittel zur Rein- und Blankerhaltung vott Maschinentheilen aus Stahl und Eisen, welches sich vorzüglich bewährt hat, erhält man, wenn man 5 Thüle Ter­pentinöl , 25 Theile Stearinöl, 25 Theile feinstes Polierroth und 46 Theile feinste Theerkohle ordentlich zusammenmischt und dann mit Spiritus bis zur dünnflüssigen Konsistenz versetzt. Diese Mischung wird mit Hilfe eines Pinsels auf die zu rei­nigenden Objecte und Maschinsnthsile aufgetcagen. Ist der Spiritus verdunstet, so reibt man den Ueberzug unter Zuhilfe­nahme einer trockenen Mischung aus 25 Theilen Theerkohle und 85 Theilen Polierroth nach und erhält so die geputzten Theile schön blank und glänzend.

* * *

Schwedische Handschuhe zu reinigen, ohne daß die Farbe darunter leidet, nehme man auf ein Flanellläppchen etwas Saponin und reibe die Handschuhe damit. Oder man wasche dieselben in mit acht Theilen Waffer verdünntem Sal­miakgeist, weiche sie zwei Tage in kaltem Flußwaffer ein, wonach ste zu spülen und an der Luft zu trocknen stad.

* *

Gegenstände von Alsenide, die durch häufiges Putzen den Silberglanz eingebüßt haben, stellt man durch fol- gendes Verfahren recht gut wieder her: 10 Theile trockenes Chlor - Silber, 65 Theile gereinigter Weinstein, 30 Theile Kochsalz werden gepulvert und aus's Beste vermischt; hierauf rührt man das Pulver zu einem dünnen Brei, bestreicht damit den zu versilbernden Gegenstand und stellt ihn zum Trocknen an einen staubfreien Ort. Ist er vollkommen trocken geworden, so wäscht man ihn mittels lauen Wassers und reibt ihn dann wieder trocken. Zum Schluß wird mittels Schlemmkreide der nöthige Glanz durch kräftiges Putzen erreicht.

Gardinen rahmgelb zu färben. Einen überraschend zarten Farbenton verleiht den Gardinen das Färben mit Rha- barbsrwurzel. Für 10 bis 20 Pfg. Rhabarber (10 g mit einem halben Liter kochendem Wasser aufgebrüht, durchgeseiht, und der gewöhnlichen Stärke zugesetzt), gibt für ein Paar Gar­dinen die gewünschte Rahmfarbe.

Vermischtes.

Die Mutter im Sprichwort. Eine große und schöne Rolle spielt die Mutter im Sprichwort. Der Deutsche hat über die Würde der Mutter verschiedene Sprichwörter. Er sagt:Muttertreu wird täglich neu."Ist die Mutter noch so arm, gibt sie doch dem Kinde warm."Wer der Mutter nicht folgen will, muß endlich dem Gerichtrdiener folgen."Besser einen reichen Vater verlieren, als eine arme Mutter."Was der Mutter an's Herz geht, geht dem Vater nur an's Knie." Der Russe sagt:Das Gebet der Mutter holt vom Meeresgrund herauf." Der Echze und Lette sagt:Mutterhand ist weich, auch wenn sie schlägt." Fast bei allen Völkern hat man das sehr wahre Sprüchwort: Eine Mutter kann eher sieben Kinder ernähren, als sieben Kinder eine Mutter." Das Leiden der Mutter bezeichnet der Italiener in dem Sprüchworte:Mutter, will sagen:Mär­tyrerin".

Das Meisterstück. Herr:Ich begreife nicht, Dein Meister arbeitete sonst so gut, und diesmal ist der ganze Anzug total verpfuscht und unbrauchbar. Wie geht das zu?" Lehrling des Jnnungsmeisters:Ja fchaun's, die Sache ist die: unsere Gesellen striken und da hat der Herr Meister diesmal den Anzug selbst gemacht."

*

DieGeborene. Gartenwächter:Sie haben soeben'ne Blume abgepflückt! Haben Sie denn nicht gelesen, daß es dem Publikum strengstens untersagt ist, Blumen zu pflücken?" Dame:Ja, dem Publikum! Ich aber bin kein Pub­likum, sondern die geborene Gräfin von Qualen."

*

Zweideutig.Na, gestern hat mich der Lieutenant X. wider meinen Willen auf die Schulter geküßt, dem werd' ich das nächstens zeigen, daß mein Mund auf dem richtigen Fleck ist!"--

» *

Enttäuscht. Bankierstochter:Diese Nacht träumte mir doch, wir hätten zusammen am Altar gestanden, Herr Referendar; habe ich heute schon darüber gelacht- . . . " Reserendar:Finden Sie daran denn wirklich so viel Lächer­liches?" Bankierstochter:Lassen Sie mich doch ausreden; Sie waren ja der Pastor, der mich mit dem Lieutennant von Schneidig einsegnete I"

* t

In einem Militärconcert ist eben da» Lied:Wie schön bist Du" gespielt. Ein Major, wendet sich in der Pause an einen Musiker mit der Frage:Sagen Ste mal, was war das für ein Lied, das Sie da oben spielten? Der über die unerwartete Frage verdutzte Hautboist antwortete:Wie schön sind Sie, Herr Major!"

* » *

Mißverstanden. Bursche:Es war ein Herr hier, der nach Ihnen fragte!" Lieutenant:Hat er denn seine Karte hiergelassen?" Bursche:Nein, sie war quittirt!" *

Schwerenötherei. Herr Lieutenant, ich habe gehört, Sie werden eine Reise um die Erde machen . . Fürchten Sie sich denn da nicht vor den vielen Bffchwerden?"Nicht im Geringsten hab schon größere Reisen gemacht!"--

Redaktion: A. Scheydg. -- Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Thr. Pietsch) in Gießen.