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«Lord Bidssord, Sire? . . . Meinen Sie die Geschichte I von seinem Hochzeitstage?"
„Natürlich, Du Esel I Was soll ich sonst meinen? Wieder- I hole sie mir!" ।
„Wenn Sie wünschen, Sire — aber sie ist keineswegs angenehm," entgegnet der Diener zögernd.
„Na, wird's bald?" ruft der Fürst ungeduldig.
„Lord Bidssord trank an seinem Hochzeitsmorgen — so viel Cognac mit Soda, daß er — eine Stunde vor — vor — der Hochzeit die — die Sprache und den Gebrauch seiner Glieder — verloren hatte."
(Fortsetzung folgt.)
Wie sollen Topfgewächse überwintert werden? Das geheizte Wohnzimmer ist für die meisten Topfgewächse der am wenigsten geeignete Ueberwinterungsraum; nur Warmhauspflanzen, die sonst gegen trockene Lust, Staub rc. ziemlich unempfindlich, vertragen ohne Nachtheil so hohe Temperaturgrade. Für die meisten Pflanzen ist ein sogenanntes tem- perirtes Zimmer, d. h. ein solches, desien Temperatur sich zwischen 4 bis 8 Grad R. hält, am zweckdienlichsten. Die Aufstellung der Pflanzen geschieht am besten recht nahe am Fenster. Lichtbedürftige Pflanzen sollen den hellsten Standort bekommen. Harte, wie Oleander, Lorbeer, Aucuba, allerlei Coniferen, Thuja, kann man ziemlich weit zurückstellen. Solche Pflanzen, die ihr Laub abwerfen, wie Fuchsien, Hortensien re., können ihren Platz in einer dunklen Ecke unter oder hinter dem Blumentritt finden. Wer ein solches Zimmer nicht beschaffen kann, der kann auch einen Theil seiner Topfgewächse in einem trockenen Keller durchwintern; insbesondere immergrüne, hartlaubige Bäume und Sträucher, ferner alle laubabwerfenden Pflanzen und Stauden- sowie Knollengewächse- Im Keller dürfen Pflanzen nur selten und dann nicht zu stark begossen werden. So oft das Wetter es erlaubt, giebt man ihnen frische Luft.
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Eine interessante Frage für Landwirthe und Milchhändter. Die Frage „Was ist Sahne?" soll gerichtlich zur Entscheidung gebracht werden. Im deutschen Reiche bestehen weder gesetzliche noch polizeiliche Verordnungen, die für Sahne einen bestimmten Fettgehalt und ein begrenztes specifisches Gewicht verlangen. Eine Berliner Schöffenab- theilung hat aber einen Milchhändler, der für 30 Pfg. das Liter „Kaffeesahne" verkauft hat, verurtheilt, weil diese 4V2 pCt. Fettgehalt gehabt (Vollmilch muß nach der Berliner Polizei- Verordnung 2,7 pCt. zu haben) und dieser Fettgehalt dem Gerichtschemiker zu gering erschienen ist. Man will nun höhere Instanzen anrufen, einmal, weil man den geforderten Preis für einen angemessenen hielt, vor Allem aber, um endlich festzustellen, was man unter dem Namen „Sahne" und „Kaffeesahne" in den Handel bringen darf.
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Zur Frage einer ertragsreichen, feinen und haltbaren Kartoffelforte. Die übelen Erfahrungen, welche man in diesem Herbste wiederum in vielen Gegenden mit dem Kartoffelbau gemacht hat, regen immer wieder die Frage nach einer ertragsreichen, feinen und haltbaren Kartoffel an. Nach einer Mittheilung aus Plauen im Voigtlande hat nun ein dortiger Feldgrundstückspächter, Herr Friedhofs« vermalter Mothes, vier Jahre hintereinander Versuche mit dem Anbau der Malta-Kartoffel gemacht und von Jahr zu Jahr günstigere Resulate erzielt? In diesem Jahre hat Herr Mothes von einem Sack Samen 15 Säcke große mehlreiche Kartoffeln gebaut; faule gab es gar nicht. Ein gleich günstiges Ergebniß erzielte Herr Mothes mit Richter's Imperator,
auch hier erntete er von einem Sack Samen 15 Säcke Kartoffeln.
Nasses Schuhwerk kann man am besten trocknen und dicht machen, wenn man den nassen Stiefel oder Schuh sofort nachdem er vom Fuße kommt, mit trockenem Getreide (Weizen oder Roggen) anfüllt, selbiges gut hineinpreßt, gleichzeitig die Riemen an Schnürschuhen zusammenzieht, wie er am Fuße gewöhnlich angeschnürt ist und sie dann, Stiefel oder Schuhe, von außen mit der flachen Hand mit einem Gemenge von 3/4 Unschlitt, Vs Paraffin, Vie Thran und Vie Erdwachs- Ozokerit, welche Salbe bei gelindem Feuer und stetem Umrühren erzeugt wird, einreibt; das Wasser im Leder zieht infolgedem nach innen, wird dort von den Getreidekörnern aufgesogen und geben diese, durch die aufgesogene Feuchtigkeit selbst aufgequollen, dem Schuh und Stiefel seine Fason, als wenn er vom Leisten käme.
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Der Kelch, eine knorpelige, höckerige, oft runde und zuweilen rübenartige Anschwellung an den Wurzeln der Kohlpflanzen, soll von einem Pilze, der in seiner Art oft ganze Kohlfelder verheert, herrühren. Um diesen Schädling zu vertilgen, müssen alle Kohlstrünke im Herbste ausgegraben und verbrannt werden. Ebenso untersucht man die jungen Kohlpflanzen sofort beim Setzen, und alle verdächtig erscheinenden verbrenne man. Auch pflanze man dort, wo im Vorjahre Kohl stand, solchen im nächsten Jahre nicht wieder, da sonst an eine Vertilgung nicht zu denken ist. Mit einer Beimischung der Erde mit Kalk, sowie mit sein pulveristrter Holzkohlen- asche sollen vernichtende Erfolge erzielt worden sein.
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Die Schreckfröste im November heben unsere Erdbeeren und es bilden sich an den Wurzeln Hohlräume, in welche der stärkere Frost nachher eindringt und die Wurzeln schädigt. Wir gehen also nach solchen Schreckfrösten die Beete durch und drücken die Pflanzen, die gehoben sind, nieder, indem wir mit dem Fuße leicht herumtreten.
Hagebutten. Aus den fleischigen Theilen der Rosenfrüchte läßt sich ein ganz ausgezeichnetes, fein schmeckendes Compot bereiten und kann es nur Wunder nehmen, daß die Früchte der Rosen im Allgemeinen noch so wenig zu diesem Zwecke Verwendung finden. Die Hagebutten (Früchte der Hundsrose) verfaulen oft in großen Massen, denn die Wild- rose ist äußerst fruchtbar und ein erwachsener Strauch liefert oft 6 bis 10 Liter Beeren.
Vermischtes.
Kindermund. Großmama: „Aber Hans, willst Du denn gar nicht anders werden? Den ganzen Tag muß ich schelten!" — Hans: „Genir' Dich nicht, Großmama, ich bin nicht so empfindlich."
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Gehobene Sorge. Student (der in einer Gewer be- ausstellung einen Kaffenschrank gewonnen): „Gott sei Dank! Nun brauch ich doch die zwei Zehn-Pfennigmarken, die ich zu Hause hab, nicht mehr so unverschlossen herumliegen zu lassen!"
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Kindlicher Trost. Aennchen und Fritz sind allein im dichten Walde spazieren gegangen und haben sich dort an eine Quelle gesetzt, als plötzlich ein prächtiger Hirsch aus dem Holze tritt. Der Kleine fängt sofort vor Schreck an zu weinen. — „Sei doch ruhig, Fritz!" flüstert ihm Aennchen zu, „den kann man ja essen!"
Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schm Druckerei (Fr. Lhr. Pietsch) in Güßen,


