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Roman brach in ein lautes Lachen au«.
Was ist denn darüber zu lachen? ' rief ärgerlich Jad« „Wohin sollen denn die frommen Christen pilgern, die
„Ich will lieber schweigen, es ist nicht gut, wenn man ausplaudert, was man auf dem Herzen hat!"
Der junge Edelmann runzelte die Stirn. Er rief un< willig zu ihr hinüber: „Ach so, Du spielst auf gestern an und doch versichertest Du mir vor einer Minute, daß Du nicht mehr böse deshalb wärest — Und was habe ich denn eigentlich Schlimmes gethan? Einen Kuß habe ich mir geraubt, ein einziges kleines Küßchen. Du sperrtest Dich aber gerade so, als wärest Du wirklich eine vornehme Dame! War es da ein Wunder, wenn ich mir Gehorsam erzwang, wenn ich SDir. zeigte, daß ich Herr im Hause bin!"
Das Mädchen hob langsam.die dunklen Wimpern und trat an das Fenster, an dem ersehnte. Sie standen nun dicht einander gegenüber und blickten sich ein paar Sscunden fest in die Augen, ohne ein Wort zu sprechen. Beider Antlitz trug das Gepräge von Unmuth und Aerger. Endlich sagte Jad» wiga: „Wissen Sie, Pan Roman, daß es ein ganz unnützes Gerede ist, was wir da führen? Besser ist's, Sie rathen mir, wer den Strauß bekommen soll. Eigentlich habe ich ihn für die Comteffe bestimmt — sollten Sie indessen —"
„Gib die Blumen, wem Du willst, war geht s mich an! brauste er auf. „Ich habe mir die Gäste nicht etngeladen!
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ibn prüfend vor sich hin. Dann trat sie an da« offene Fenster, um in's Freie zu blicken. Doch jäh erröthend wich sie rasch wieder zurück und machte sich von Neuem an der Tafel zu schaffen. Denn aus dem Garten hatte sich mit hastigem Tritt ein junger Mann dem Fenster genähert, war davor stehen geblieben und sah mit offenbarer Verwunderung in den sestlich geschmückten Raum hinein. Es war ein höchst an» jnuthiges Bild, welches diese beiden jugendfrischen Menschen boten- So schön, so wohlgestaltet und von so edler Harmonie an Gestalt und Schönheit mochte man nicht leicht zwei Menschen finden. Der hohe, schlanke Wuchs des jungen Mannes wurde durch den eng anliegenden, mit Schnüren besetz', en Rock von feinem Moskauer Tuch noch mehr gehoben. Eine polnische Mütze saß keck auf dem klassisch geformten Kopfe mit dem üvpigen braunen Kraushaar, und der dunkle, volle Schnurrbart gab dem tiefgebräunten Antlitz den Ausdruck von Männlichkeit und Kraft. Etwas ungemein Ritterlicher und Zwangloses in Haltung und Bewegung, sowie die feine Nationaltracht verriethen den polnischen Edelmann-
Einige Minuten verharrte er regungslos an feinem Platze. Seine lebhaften braunen Augen musterten mit Wohlgefallen die bübfch arrangirte Tafel und die mit Blumen und Tannen- i craui« « --------------
Mün geschmückten Wände. Doch schweiften sie geflissentlich an I Meinetwegen können sie bleiben, wo sie sind
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Das Mädchen wandte sich um und fchüttelte das blonde Köpfchen. „Nein, Pan Roman!" I «
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möchte ich gern erkenntlich dafür sein!" verrichten? lächerlich! Sachen, Pan Ro-
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— so, so — nun, so kühl — eiskalt bis av'» Herz hinan ! bmeim dieselbe auf die Tafel setzen, als Roman
„Wüßte gar nicht, wie ich anders sein sollte, es ist em- I einetn mächtigen Satze durch da» Fenster in den
mal so meine Art!" entgegnete sie rasch. Knol snrana ^adwiaa schrie laut auf vor Schreck. „Jesus,
„Aber mich behandelst Du besonders schlecht! Und Du Saal sprang. Jad g K9 Roman?" rief sie aus. Ihre
kannst Dich doch in keiner Weise über mich beklagen, ich komme war machen Sie denn, 4$
Dir mit jeder Rücksicht entgegen, welche Du zu verlangen Stimme zitterte. hübschen Strauß noch einmal
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sie noch immer in ihrer Hand hielt, dabei bedeckten sich ihre s aus unserem Garten und dort gibt es noch
Wangen mit einem zarten Roth. »Es ist Ebr' ^n Noman, 6 "bQyön. _ Deshalb brauchte der gnädige Baron nicht so saate sie Sie ballen etwas auf Mich und leiden nicht, daß meyr oavon. Gingen!"
mir Jemand im Hause zu nahe tritt, mich auüschlltoder mir wt urch wirklich! — Aber gerade diese Blu-
zu viel Arbeit ausbürdet - aber -„aber -" Sie stockte „@o « Gib her den Strauß!" Er
„Aber?" wiederholte Roman. „Nun sage doch, was Dir men gefallen nur
nicht an mir gefällt, heraus damit, ich nehme es D r ch st (Fortsetzung folgt.)
übel!" ’


