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men Mönchen anvertraute. t _

Dieses Marienbild erlangte durch eine wunderbare Be­gebenheit seine Berühmtheit. Vor Jahrhunderten war es, als eines Tages die Hussiten das Kloster auf dem Jasnagora überfielen, um das Bild und andere Kostbarieiten zu rauben und nach Schlesten zu entführen. Aber kaum tausend Schritte vom Kloster entfernt, blieb plötzlich der Karren mit der reichen

vergangenen Jahrhunderten und der längst verblichenen und versunkenen Macht und Größe des ehemaligen Königreiches Polen.

Die Stadt Czenstochau liegt am Abhange eines steilen Berges,Jasnagora" genannt. Auf seinem Gipfel steht das altersgraue Kloster des heiligen Paul, des Eremiten. Es ist der berühmteste und besuchteste Wallfahrtsort Polens, denn in seiner prachtvollen, mit verschwenderischem Luxus ausgestatteten Capelle befindet sich das wunderthätige Marienbild, welches bei den frommen, gläubigen Katholiken unter dem Namen der schwarzen Madonna die höchste Verehrung erworben hat. Das Bildniß soll byzantinischen Ursprungs sein und von Lucas selbst gemalt, sich lange im Besitze der heiligen Helena befunden haben. Später wurde es von dem ruthenischen Fürsten Laon nach Galizien gebracht und endlich im Jahre 1332 rettete es Wladislaw, der Herzog von Oppeln, der Erbauer des Klosters, vor den wilden Horden der Tartaren, indem er es den from-

dasselbe einen zwar etwas verwilderten, aber desto lauschigeren Garten geschaffen, woselbst uralte prächtige Lindenbäume stau- den, in deren schattigen Besten hunderte von kleinen Sängern ihre lieblichen Lieder in die duftgetränkte Luft schmetterten.

Wenn man aber dem Landhause näher kam, mußte man bemerken, daß das gute Aussehen derselben sich bedeutend ver­lor. Stellenweise war der Putz von den Mauern abgebröckelt und das dichte Blätternetz des Epheus, welcher das ganze Ge­bäude umrankte, vermochte die mancherlei Schäden nicht ganz zu verbergen. Leider waren die Nachkommen der stolzen Mag- naten, welche schon seit einem Jahrhundert von Geschlecht zu Geschlecht den Edelsitz beseflen hatten, nicht mehr in der Lage, den ehemaligen Glanz und das Ansehen desselben aufrecht zu erhalten.

In Flur und Feld hatten die Landleute Feierabend ge­macht; Frieden und Ruhe herrschte überall. Vom heiligen Berge schwebte melodisch feierlicher Glockenklang herab und läutete das Ave Maria ein. lieber die Stadt wirbelten blaue

Rauchsäulen auf, die sich allmälig mit den feuchten Nebeln, die von der Wartha kamen, zu duftigen Schleiern verwoben und langsam durch die Landschaft dahinzogen. Nur das stattliche Kloster ragte, vergoldet vom letzten Sonnenstrahl, noch klar und deutlich in die Dämmerung der Abends empor.

Bum UU6U .................... Die hohen Spitzbogenfenster des im Parterre gelegenen

Beute wie angewurzelt stehen und war in keiner Weife mehr I Speifefaales im ^errenhaufe standen weit offen, um bet frischen vomMeck 3«Cn. Auch dasBtldntß der Himmelskönigin Abendlust und dem Lindenblüchendust Einlaß zu^gewähren, war nicht zu entfernen, es schien mit dem Karren wie fest- Die Wände waren mit altmodischer Malerei bedeckt und fast gewachsen. Die Hussiten ließen nach vergeblicher Mühe und bis zur Hälfte mit Eichenholz ge äfelt. Auf dem ungeheuren Anstrengung Alles im Stich und ergriffen voller Angst und I Kaminofen von grünen Kacheln befanden sich eine Anzahl alter» Grausen die Flucht. Als später die verscheuchten Mönche in's thümlicher Kiüge, Humpen und Schalen aus gebranntem bunten Kloster zurückkehrten, zeigte die heilige Barbara dem Abte die Thon. Daneben thronten auf geschnitzten Holzsimsen zwei Stelle, wo sich der Karren mit den geraubten Schätzen befand. I coloffale Broncebüsten von Mickiewicz und Kraszewski. Eine Nun wurde das Marienbild in feierlicher Procefston in die Menge Hirschgeweihe, Bärenklauen, Eberzähne und das mäch- Capelle zurückgebracht. An dem Platze aber, wo der Karren I tige Hörnerpaar eines wilden Stieres hingen an den Wänden gestanden, sprudelte gleich darauf ein wunderbares, silberhelles herum, welche heute noch außerdem nut niedrigen Tannen und Brünnlein hervor, welchem das gläubige Volk bis auf den heu- Fichtenbäumchen decorirt waren. Ein schon polirter Waffen- tiaen Tag gar mächtige Kräfte zuschreibt. Dies ist die jetzt I schrank mit zum Therl werthvollem Inhalt em großes

noch im Munde und Herzen der Polen erhaltene Sage von I eichenes Büffet, ein Credenztifch, hochlehnrge Lederstuhle und

der schwarzen Madonna. Sie ist von einer eigenartigen Poesie I ein Paar mächtige Lehnsessel bildeten das Meublement des

durchweht, welche nicht verfehlt, auf Herz und Gemüth der I hohen, sehr geräumigen Saales, welcher heute em gar festlicher

Katholiken einen wunderbaren Einfluß auszuüben. Aussehen hatte. Denn über der breiten Eingangsthür prangte

Ein Prior und eine Schaar ehrwürdiger Mönche bewohnt eine große Blumengmrlande und sogar der alte, aus Ney-

das Kloster auf der einsamen Berghöhe und verwaltet die I krönen kunstvoll zusammengefügte Kronleuchter trug ein ansehn-

reichen Opferspenden, welche die von Fern und Nah Herkommen- I liches Kiänzlein von Kornblumen und Rosen und war Zur

den Wallfahrer vor dem Altar der Gnadenbilde» niederlegen. Feier des Tages mit zwölf rosenrothen Wachskerzen besteckt.

Nirgends als im Königreiche Polen wird dem Mariencultus Mitten im Saal stand eine lange Tafel, welche mit einem mehr gehuldigt. Obgleich in diesem Lande sogar dem frömm- I feinen weißen Damastgewebe bedeckt war. Da» darauf befind- sten Geistlichen noch Eines höher steht als Rom das ist | liche Geschirr war von Meißener Porzellan, doch befremdete sein Vaterland, seine Nationalität, so streben doch die es, daß sich da und dort ein ordinärer Teller breit machte, meisten Priester unermüdlich nach der Auszeichnung, als aus- Auch neben den klaren, feingeschliffenen Weingläsern und erlesene Hüter der schwarzen Madonna aus dem Jasnagora Römern befanden sich mehrere von der schlechten Qualität, die von Czenstochau einen gesegneten Wirkungskreis finden und be- I auf den Jahrmärkten des Städtchens feilgeboten wurden. So- haupten zu können. gar das schwere altertümliche Silbergeräth hatte man durch

Das Städtchen bietet, wenn auch ringsum von malerischer I einige Löffel von Alfenide vervollständigt.

Landschaft umgeben, keinen anmuthigen Anblick. Der große Ein junges Mädchen war eifrig mit der Ausschmückung Marktplatz, sowie die schlecht gepflasterten Straßen haben ein der Tafel beschäftigt. Sie faltete die Servietten in zierliche unsauberes Aussehen, nur die alte, architectonisch sehr schöne I Fächer, füllte mehrere Krystallschalen mit .Blumen, Kirschen Pfarrkirche ist bemerkenswerth. Eine Menge Israeliten be- I und Erdbeeren und steckte in jede« Weinglas ein Tannenzweig- wohnen den Ort, der sich größtentheils durch den Verkauf von I lein und eine Rosenknospe. Dann begann sie aus einem mit Rosenkränzen, Amuletten und Heiligenbildern nährt. Dicht I Blumen gefüllten Korbe die schönsten auszuwählen und einen hinter der Stadt fließt die Wartha dahin, ein breiter, aber j Strauß zu binden.

träge strömender Fluß, besten steile Ufer von freundlichen Die Abendröthe wob einen Purpurschein um die Marne Landhäusern umsäumt sind, in welchen die bester situirten Mädchengestalt und um das reiche blonde Haar, das in Flechten Bürger von Czenstochau wohnen, welche fast alle polnischer I aufgebunden, ein selten schönes Antlitz umrahmte, besten höchster Nationalität sind. I Reiz der unverkennbare Ausdruck von Unschuld und Kindlich-

Eine halbe Stunde davon entfernt, unweit der alten Back« I leit war und au» dem zwei dunkelblaue träumerische Augen steinmauer, welche die Stadt in einem weiten Bogen umspannt, etwas verschleiert unter langen seidenen Wimpern in die Wett befand sich feit langen Jahren ein hübscher kleiner Edelhof. I blickten. Ein Tuch von blauer Wolle schmiegte sich knapp um

Das Herrenhaus war ein alter, aber zierlicher Bau von gothi- I die volle Büste und ein schwarzer, kurzer Rock fiel in reichen

scher Art, dessen schlanker Thurm weit in's polnische Land Falten auf winzig kleine Füßchen herab, welche in rolyen

hinaus grüßte. Es machte mit feiner grünumlaubten Veranda Strümpfen und zierlichen Lederpantöffelchen steckten.

einen gar traulichen Eindruck. Kunst und Natur hatten um Das junge Mädchen hatte ihren Strauß fertig und hie»

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