des Thaues oder Abends an sonnigen Lagen. Alle Früchte find vorsichtig mit dem Stiel zu pflücken und einzeln mit dem Stiel nach oben auf das Lager zu bringen. Kernobst hält man auch gut in Seidenpapier eingewickelt und dann in Sand oder Holzwolle in Kisten verpackt. Torfmull eignet stch nicht zur Aufbewahrung, da in demselben die Früchte welk werden. Reife Zwetschen werden, um sie bis Weih­nachten und länger frisch zu erhalten, in kleine Fäffer in ge­pulverte Holzkohle geschichtet, die vom Böttcher zugeschlagen, verpicht und in einen Brunnen oder ähnlichem frostfreien Raum mit niederer Temperatur aufgehängt werden. Wein­trauben erhält man lange Zeit bis Ende Januar frisch, wenn man sie mit den Fruchtreben abschneidet und diese in Gefäße mit Waffer an einem kühlen, frostfreien Orte mit reiner Luft stellt und aufbewahrt. Oder man taucht die Trauben­stiele mit der Schnittfläche in geschmolzenes Paraffin oder Wachs und legt ste dann in Watte in eine Kiste, nachdem faule oder unreife Beeren entfernt wurden.

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Zwetschenliquerrr. Drei Kilogramm süße Zwetschen werden kgequetscht und gepreßt- Der Rückstand wird mit IV2 Liter Wasser und mit den zerstampften Steinen zwei Tage hingestellt und darauf ausgepreßt. Dann werden beide Flüssig­keiten vermischt und mit ca. 1 Kilogramm Zucker versetzt. Einige Stunden spätes setzt man 2 Liter Weingeist, sowie 510 Gramm Bittermandeltinctur hinzu. Behufs rother Färbung setzt man etwas Heidelbeertinctur hinzu. Das Ab­klären geschieht durch ruhiges Stehenlaffen der Flüssigkeit oder durch Filtriren derselben. Beim Filtriren muß der Trichter bedeckt werden.

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Apfelliqueur. Ananas- und Gold-Reinette, Bors- dorfer, Gravensteiner und andere aromatische Sorte« eignen stch am besten. Die ungeschälten Früchte werden zerstampft und ausgepreßt. Dann wird der Saft mit Zucker gekocht und ein Tag später guter Branntwein oder Cognac zugesetzt. Man braucht circa 3/5 Liter Branntwein und 2/s Kilogramm Zucker auf 1 Liter Saft. Das Filtriren geschieht am besten durch groben Filz.

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Hagebutten in Zucker. Man schneidet die Blüthe der reifen Früchte ab, entfernt die Samen und die ste um­gebenden Haare und legt die gereinigten Früchte in eine Schüssel. Nachdem man Zucker, in gleichem Gewichtrquantum wie die Früchte, geläutert hat, gießt man ihn über die Hagebutten, be­deckt das Gefäß und stellt es kalt. Am nächsten Tage lasse man Zucker und Hagebutten circa 10 Minuten kochen, hebt die Früchte mit dem Schaumlöffel heraus, schichtet die Früchte in Gläser, kocht den Zucker ein, gibt ihn über die Früchte und verschließt die Gläser, welche man kühl aufbewahrt, luftdicht.

Zur guten Coirservirung eingemachter Früchte trägt es sehr wesentlich bei, wen« die Gläser eine Zeit lang, etwa acht Tage, auf den Kork gestellt werden. Wenn man sie dann wieder umkehrt, so bilden der anhaftende Fruchtsaft und Zucker einen festen Ueberzug, wodurch alle Poren de» Kork- verschlossen und der Luftzutritt abgesperrt wird.

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Gesundes Getränk aus Aepfeln. Man nimmt am besten Borsdorfer Aepfel, wäscht sie ungeschält sauber ab, schneidet jeden Apfel in vier Theile, schüttet die Stückchen in einen irdenen Topf, legt obenauf etwas Zucker, gießt kochendes Waffer darauf bis zum Rande und läßt es an einem warmen Orte zugedeckt einige Stunden stehen. Darauf gießt man das Wasser von den Aepfeln ab, welches nunmehr zum Trünke fertig ist. Gut und erfrischend auch für Kranke.

Allerlei Flecken aus Wäsche zu entfernen.

Abgefallene wilde Kastanien werden geschält und gerieben; das

Geriebene drückt man auf die Flecken und wäscht sie nach Bet­lauf einiger Stunden aus.

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Apfelkerne und auch die Birnenkerne muß man sammeln und zerquetscht den Torten zusetzen, denen sie einen köstlichen Wohlgeschmack ertheilen.

Vermischtes.

Der Gürtel der Exkaiserin Eugenie. Ein merkwürdiges Geschick hat der Gürtel der früheren Kaiserin der Franzosen gehabt. Ein wahres Kunstwerk der Stickerei, oben und unten von purem Gold eingefaßt und meist übersät mit zahllosen Edelsteinen, die jetzt freilich herausgebrochen und durchSimili" ersetzt sind, kam dieser Gürtel nach der Kata­strophe von 1870 mit den übrigen Effecten der Kaiserfamilie unter den Hammer und wurde von dem bekannten Baron Horn, der stch bis vor kurzer Zeit in Stuttgart aufhielt, erworben. Als vor einiger Zeit auch dem Baron Horn das nöthige Klein­geld ausging, mußte auf Wunsch des Gerichtsvollziehers der Gürtel abermals seinen Besitz wechseln und gelangte durch Vermittelung eines Antiquars in den Besitz einer Stuttgarter Handelsfirma. Dieser Tage ging nun der Gürtel um den Preis von 600 Mark in den Besitz einer jungen, auch am Stuttgarter Hoftheater engagirten Schauspielerin über, welche, geschmückt mit dem Gürtel, der einst die stolze Kaiserin der Franzosen zierte, demnächst auf einer Kunstreise die Yankee» durch ihre Schauspielkunst zu bezaubern hofft.

Wer die Wahl hat u. s. w.Sie glauben gar nicht was mein Junge wählerisch ist; neulich war ich mit ihm in der Conditorei, da wollte er zuerst eine Portion Choeolade, dann eine Portion Schlagsahne und schließlich eine Portion Eis haben I"Und was hat er endlich bekommen?" - Natürlich eine Portion Hiebe!"

Vorsichtig.Kannst Du noch harte Sachen beißen, Großmama?"Nein, mein Engelchen, ich habe ja alle Zähne verloren."So? Dann heb' mir die Zuckerln und die Nüsse auf."

Kindlicher Trost. Aennchen und Fritz sind allein im dichten Walde spazieren gegangen und haben sich dort an eine Quelle gesetzt al6 plötzlich ein prächtiger Hirsch aus dem Holze tritt. Der Kleine fängt sofort vor Schreck zu weinen an.Sei doch ruhig, Fritzi" flüstert ihm Aennchen zu,den kann man ja essen!"

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Table dhdte.Gut, das Zimmer gefällt mir; ich behalte es! . . . Apropos, wird hier auch Table dhöte ge­speist?"Gewiß!"Wann?"Sobald sie hinunter« kommen ... es ist sonst Niemand da!"

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Höchste Reinlichkeit.Ich sage Ihnen, meine Gnä­dige, die Reinlichkeit auf meinem Gute ist geradezu colossal! Sonntags erhält sogar jede Vogelscheuche frische Wäsche!

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Nach der Kur. A.:Nun, diesmal ist Ihnen aber Marienbad ausgezeichnet bekommen! Sie sind das reinste Skelett!" - B.:O, Sie Schmeichler!"

Zweideutig. A.:Ihr Neffe, der Lieutenant da drüben, steht Ihnen merkwürdig ähnlich." Bankier:Gott der Ge­rechte, er hat auch viel von mir!"

Redaction: I. V.: Hermann Elle. Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.