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Namen regeln. Brauchst mir nur eine Vollmacht auszustellen.
Er erschrak über ihre Festigkeit. „Leonie/' bestürmte er sie, „sei nicht thöricht! Es wäre wahnsinnig gehandelt, um ein Nichts, ein Hirngespinnst, einem fürstlichen Vermögen zu entsagen. Dem Tobten ists gleich, ob sein Geld Dir oder der Stadt zu gute kommt. Er hätte überdies die Testaments- clausel zurückgenommen, Du wolltest blos nicht zum Justizrath schicken, um ihn nicht aufzuregen! Ich weiß das von Emma-
„Dem Himmel sei Dank, daß es nicht geschah! rief sie, die Hände faltend.
Er stand ihr rathlos gegenüber. Er begriff sie nicht, fühlte nur, sie war ihm entwachsen; er hatte keine Macht mehr über sie. Alles war für ihn verloren, wenn es ihm nicht gelang, sie durch seine Bitten, durch seine Verzweiflung
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Er lachte belustigt aus. „Ach, deshalb wichest Du mir all' die Zeit her geflissentlich aus? Du warst eifersüchtig! — Darüber kannst Du ruhig sein! Ich habe sie in Wahrheit nie geliebt, so wenig wie Du Deinen Mann!"
Im Gesühl unsagbarer Scham schlug Leonore die Hände vor» Gesicht. , ,, „ .
„Stehst Du, ich wußte es ja!" frohlockte er. e>t$ den unbewachten Augenblick zu nutze machend, legte er den Arm um ihre Hüfte und zog sie rasch an sich, ihr Haar und ihren Hals mit Küffen bedeckend.
Mit einem erstickten Aufschrei suchte sie sich von ihm loszuringen. Ihre locker gesteckten Flechten lösten sich dabei und fielen über den Rücken hinunter.
„Und meine schönen Locken giebst Du noch heute frei, schmeichelte er. „Ich will sie gleich selber lösen!"
„Laß mich los! Ich rufe um Hülfe!" drohte sie.
„Herzchen, wirst nicht so thöricht sein, Dich und mich zu cornpromittiren," entgegnete er. „Ich mache mir für meinen Theil verwünscht wenig daraus! Du wirst ja doch meine Frau, wenn das Trauerjahr um und ich von Erna geschieden.
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„Sei gut und großmüthig, wie Du es immer warsi, beschwor er sie flehenden Tones/' gedenke des seligen Glückes unserer Jugendtage! Du kannst mich nicht zu Grunde richten wollen, es ist unmöglich. Weißt Du, was ich thiin werde, wenn Du mich nicht erhörst? — Mir bleibt nichts weiter übrig, als mir eine Kugel durch den Kopf zu jagen!"
„Das sprachst Du damals auch," entgegnete sie tonlos, „und warst im Herzen längst entschloßen, mich fallen zu lassen. Da war Erna Deine einzige Rettung! Ich durfte mcht em
Gemüth derlei unvernünftige Entsagungsgedanken, die Zeit I Die Angelegenheit wegen des Testaments werde ich tn Deinem lindere den Schmerz um den Entschlafenen, und die natür- Namen regeln. Brauchst mir nur eine Vollmacht auszustellen, lichen Rechte, welche sich auf die Dauer nicht unterdrücken Ich will heute ohnehin zu Salzmann, ihn wegen der Scheidung ließen, kämen dann wieder zur Geltung. Sie solle bedenken, consultiren."
rote viel Gutes sie mit dem ihr von Rechtswegen zufallenden „Hans!" schrte Leonore entsetzt auf. Ste hatte sich von Reichthum thun könne. — Er habe sie lieb wie sein eigenes ihm losgeriffen-
Kind und halte es für seine verwünschte Pflicht und Schuldig- er sie noch einholen konnte, wurde du- von der
keit, sie vor einer Uebereilung zu bewahren. I Halle zum Vorzimmer führende Thur geöffnet. Hans wich
Aber der gute Geheimrath hatte tauben Ohren gepredigt; zurück, weil Jemand nahtt.
dafür wurde ihm die Genuathuung zu Theil, daß Leonore Gleich darauf trat Franz em.
ihm dankend die Hände drückte und erwiderte, sie wiffe recht „Die gnädige Frau befehlen? fragte er. Da er mcht wohl, wie gut er es mit ihr meine. Er sei ihr in Wahrheit gleich Antwort erhielt, fuhr er fort: »Emma^meinte, metnen
ein väterlicher Freund, nur diesmal könne sie seinem Rath Namen gehört zu haben, wir waren Beide in der Halle be-
nicht folgen. Sie handle nicht, wie es klug fei, sondern wie schästigt." Seme Augen schtelten dabet nach Leonorens
sie bandeln müsse, und kein Mensch würde im Stande sein, hängenden Zöpfen.
sie durch Ueberredung auch nur eine Minute in ihrem Ent- „Warten Sie vorläufig nebenan b gebot Leonore nut sLlusse sckwankend zu machen. rafcher Faffung und wies mit den Augen nach der Thur.
Sie fühlte sich innerlich frei seitdem, als habe sie ihr „Ich werde Ihnen später die nöthigen Anwetsungen erthetlen.
Herz damit losgekauft. Hatte ihr der Himmel wirklich noch Hans knirschte vor Wuth mit den Zehnen-
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Mi nehmen Sie erschrak — es war daraus verschwanden, setzte sie stolz- Sie griff nach den Zöpfen und nestelte sie Konnte es nicht durch Zufall in ein anderes Etuis gerathen wieder am Hinterkopfe fest. „Ich bat Dich, das Medaillon sein? Si^' suchte und vermißte nun mit Bestürzung auch mit den Brillanten und Ludwigs Hochzettsgeschenk zu schonen, das Hochzeitsgesihenk ihres Mannes. Sollte Hans? — Aber fuhr sie fort. „Warum nahmst Du das mit weg?
hatte sie ihm denn nicht ausdrücklich gesagt, er möge die „Um gmügendes Unterpfand zu geben für-die Summe, beiden Gegenstände nicht anrühren? — Sie war ganz ver- die ich brauchte,' entschuldigte er/ich verdrießlich. „Es läuft wirrt und "fing von Neuem zu suchen an, als Emma meldete, auf eins hinaus, werden die Sachen ruruckgefordert. Du
Herr von Malten wünsche die gnädige Frau in dringender kannst es zeden Tag veranlaßen, Dir steht za hinreichender Angelegenheitzusehen. Capital zur Verfügung, ohne die durch Salzmann m Hppo-
Sie begab sich nach dem Salon, um ihn sofort wegen theken angelegten Gelder."
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EndliL" rief'er endlich wird mir das Glück zu Theil, nug, brauchst Dich darum nicht einzuschränken, und ich werde
«ft Äffen 'und unm Mr Augen zu sprechen! Dirs ewig danken erlöst Du mich aus den^ Klauen: die^
Wußtest Du, Geliebte, wie ich nach diesem Augenblick ge- Halsabschneiders. Durch ben unerhörten Zins belf sch
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m nW bagefle«, doch! Meinst Du von Capitalien, über die ich einst Rechnung abzulegen hab.
etwa hätte aufgehört? Dich zu lieben? - Niemals!" be- Nach meinem Rechtsgefuhl stehen mir nur die Zinsen zur theuerte er. „Was ist mir Erna? — Nichts! Ich schwöre | Verfügung/ Dir zu, sie hat mein Herz nie besessen!"
„Dann hättest Du sie nicht heirathen sollen," wars sie


