Gemeinnütziges*
Wie confervtrt mott am besten Tomaten, um sie zu Suppen und Saucen im Winter stets zur Hand zu haben? 1. Man zieht den Früchten die Haut ab und legt sie in vier Theilen auf ein Sieb, damit die Flüffigkeit abläuft. Dann nimmt man auf 1/2 Kilo Frucht ebenso viel Zucker, schäumt diesen ab, giebt die Tomaten hinein und läßt sie langsam darin ziehen, damit sie nicht zerfallen. Durch Citronen- fast oder Wein erhalten sie einen kräftigen Geschmack. 2. Die Tomaten werden in einem Topf ohne sonstigen Zusatz gekocht, bis sie so weich sind, daß man sie durch ein Haarsieb drücken kann. Diese durchtriebene Maffe stellt man wieder auf das Feuer, thut etwas Knoblauch und Pfeffer (oder Paprika) hinzu und läßt sie so lange kochen, bis sie ganz dick und braunroth geworden ist. Man füllt sie darauf^ in steinerne Töpfe und gießt etwas zerlaflene Butter darauf. Die Maffe wird zu Saucen zum Rindfleisch verwendet und giebt dem Braten auch Wohlgeschmack.
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Aepfel-Srtppe. In Wasser und Zucker, mit Limonadenschalen, ganzen Zimmt, einigen Nelken und ein paar Ge- würzkörner kocht man geschälte, in Spalten geschnittene Aepfel sehr weich, worauf die Suppe gesprudelt und noch etwas verkocht wird, bis sie einem dünnen Brei gleicht und entweder posstrt, oder ohne dem angsrichtet und das Gewürz herausgenommen wird. Sehr gut schmecken dazu gebackene Semmeln.
Fleisch mürve zu mache«. Fleisch von alten Thieren, welches, wenn es noch so lange gekocht wird, doch meistens zähe bleibt, läßt sich dadurch mürbe machen, daß man es Abends vorher nach dem Auswäffern, in ein Tuch geschlagen, an einen warmen Ort legt (etwa in einen halbverkühlten Back- oder Kochofen), dadurch wird es beim Kochen mürbe und bleibt doch saftig.
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Uebrig gebliebenes Hammelfleisch als Scha- lottensauee. Einen halben Löffel gehackte Schalotten läßt man in einem halben Glase Weineffig mit einer starken Prise Pfeffer dünsten. Inzwischen röstet man ein wenig Mehl in einem Stiche Butter, gießt Fleischbrühe oder aufgelösten Liebig's Fleischextrakt, sowie etwas noch vorhandene Bratenjus hinzu, läßt Alles aufkochen und fügt die Schalotten bei. Dann prüft man, ob die Sauce gut gewürzt und gesalzen ist und legt in dieselbe den in Scheiben geschnittenen Hammelsbraten, ohne ihn kochen zu laffen.
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Versalzene Speisen zu verbessern. Man legt in die salzige Speise ein sauberes Stückchen Badeschwamm ; dasselbe nimmt den größten Theil des Salzes in sich auf.
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Brod vor Schimmel zu bewahren. Man knete in den Brodteig etwas Anis, Kümmel oder Fenchelsamen und laffe ihn ausbacken, das Schimmligwerden des Broder wird dadurch ganz verhütet, auch bekommt das Brod dadurch einen größeren Wohlgeschmack und hält sich länger. In Jahren,j in denen das Korn sehr theuer ist, möchte solches Brod am vor- theilhaftesten zu backen sein, da es eine bekannte Thatsache ist, daß von altem Brod um ein Drittel weniger consumirt wird, als von frischem. — In manchen Gegenden mischt man auch große Rosinen in das Brod, was den Wohlgeschmack nicht wenig erhöhen soll.
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Milchreis mit Apfelmus. Der Reis wird in kaltem Wasser abgegoffen und, nachdem der Reis noch zweimal mit heißem Waffer abgebrüht worden ist, wird er mit etwas Salz in die kochende Milch gethan und hierin weich gekocht. Das aus den Aepfeln, Zucker und Zimmet bereitete Apfelmus wird
über den Reis gethan und ist ein sehr schmackhaftes Essen, welches gewöhnlich ohne Beilage gegeben wird.
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Gerouueue Milch zu verbessern. Zu 1 Liter geronnener Milch gießt man 10 Tropfen Weinsteinöl und kocht sie unter vollständigem Rühren über schnellem Feuer auf.
Vermischtes.
Spiele für die Jugend. Erwählungsspiel. Es muß eine gerade Zahl Spielender fein. Dieselben theilen sich in zwei Hälften. Die eine Hälfte setzt sich auf Stühle oder Bänke, jedoch so, daß zwischen Jedem ein Platz frei Reibt. Die andere Hälfte muß einige Augenblicke weggehen, brs die Sitzenden sich unter einander berathen haben, wen von der stehenden Gesellschaft jede wählen will. Nun erscheinen die Anderen, eines nach dem andern, und machen vor einer der Sitzenden, von welcher sie vermuthen, daß sie vielleicht gewählt wurde, eine Verbeugung. Haben sie die Richtige getroffen, so wird die Verbeugung erwidert, und es erfolgt die Einladung, an der Seite der Erwählten Platz zu nehmen. Sind sie jedoch fehl gegangen, so wird die falsch Rathende unter Zischen und Lärm fortgetrieben und muß, wenn die Reihe wieder an sie kommt, nochmals erscheinen und aufs Neue rathen. Dieser Spiel ist sehr unterhaltend.
Gute Speculation. Wucherer: „Einmal will ich Ihnen noch Geld leihen, aber nur auf kurze Zeit." — Junger Herr: „Lang' hab' ich's nicht nöthig, (für sich) ich brauch'- zum Durchbrennen."
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Gott sei Dank! „Wann geht der Zug nachS....?" fragte eine alte Dame, welche ganz athemlos auf dem Bahnhof angekommen war. — „In zwei Stunden 40 Minuten." — „Sott sei Dank, ich glaubte schon,, daß ich zu spät gekommen sei.
Schlagfertig. Einen *ihr lästigen Bettler weist eine Frau mit den Worten ab „Scheren Sie sich zum Teufel!" — Bettler: „Soll ich ihm vielleicht Grüße von seiner verehr- lichen Frau Großmama überbringen?!"
Sonderbare Begründung. Herr: „MeinFräulein, da wir gerade beim Standesamt vorbeikommen — darf ich vielleicht um Ihre Hand bitten?".
Beste Medicin. Arzt* „Ihre Freundin hat ganz die- selbe Krankheit gehabt und ist gesund geworden. — Patientin: „Verschreiben Sie mir doch dasselbe. Was hat sie denn genommen?" Arzt: „Einen Mann.".
Pech. Student: „Herrgott, jetzt wo ich mal so große Lust zum Studiren habe, muß ich. so bekneipt sein, daß es nicht geht!
Macht der Gewohnheit. Patient: „Ich bin sehr erfreut, daß Sie gekommen sind, Doctor; ich habe solche Schmerzen!" - Arzt: Was fehlt Ihnen?" - Patient: „Meme Hühneraugen martern mich schrecklich." — Arzt: „Hühneraugen Hm! (Nachdenklich) Zeigen Sie mir mal die Zunge."
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Uebertroffen. Ein Jagdliebhaber, welcher gern etwas „aufschnitt," erzählte einem angehenden Jagdpächter auf seiner ersten Jagdparthie von den Talenten und Ausrüstungen, welche unbedingt erforderlich seien. „Zum Beispiel" sprach er, „sehen Sie dort wohl am Thurm, der da hervorblickt die kleine, graue Maus herum laufen?" Der neue Nimrod der Waidmannschaft war aber nicht auf den Kopf gefallen und antwortete: „Ich sehe sie zwar nicht, aber ich höre sie traben."
Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. «hr. Pietsch) in Gießen.


