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fitzen,'' murmelte Sereco unmuthig,aber nur Geduld! Junge Mädchen find leicht gewonnen und ich führe ein Geschütz in's Feuer, welches noch nie gefehlt hat."

Er zog ein Etui hervor, öffnete dasselbe und ließ vor dem Grafen eine Haarschmucknadel mit wundervollen Brillanten erglänzen.

Ach, das ist das Rechte," nickte Graf Weilern zufrieden, gewiß, Durchlaucht, das hilft und wenn nicht fo soll es das väterliche Machtwort thun."

Ueber dem kleinen Kreise lag eine gewitterschwüle Wolke, denn selbst der Oberförster wurde aufmerksam, als er Therese am Arme seines Sohnes in den Speisesaal treten sah und den Blick auffing, welchen der Hausherr dem schönen Paare nach­sandte. Er schüttelte heimlich den Kopf und beschloß, der Sache auf den Grund zu gehen, obwohl selbst sein gutes Herz bei dem Gedanken blutete, diese beiden Menschen, welche er am meisten auf Erden liebte, unglücklich zu wiffen.

Nach dem Abendeflen, als man sich wieder im Salon häuslich niedergelaflen, kam das Gespräch, von dem Fürsten an­geregt, auf den Hypnotismus, und der Oberförster schüttelte energisch dazu das Haupt.Nicht doch," rief er abwehrend, es gibt keine solche unheimliche Kraft, die den Menschen zum ohnmächtigen Werkzeug eines hinterlistigen Feindes macht und ihn, der vielleicht edel und schuldlos ist, zum Verbrechen treibt. Wo bliebe da die Liebe unseres Herrgottes?"

Daß es eine solche dunkle Gewalt gibt," fiel Arthur ernst dem Vater in's Wort,ist von den Gelehrten neuerdings ja zweifellos festgestellt, doch kann sie nicht, wie Durchlaucht der Herr Fürst zu glauben scheint, ohne Weiteres auf den Menschen einwirken."

Fürst Sereco setzte mit seiner hochmüthigen Gleichgiltig­keit das Monocle auf und frug, den Sprecher von oben bis unten betrachtend:Was wollen Sie damit sagen, mein Herr? Ich behaupte, daß, wenn Sie einen beliebigen Menschen hyp- notistren und ihm dann austragen, sein Weib, seinen besten Freund oder wen Sie wollen zu ermorden, daß derselbe un­widerstehlich die That ausführen muß."

Das eben bestreite ich," entgegnete Doctor Fel« ruhig, wenn diejenige Person, welche hypnotifirt wird, sich nicht vor­her, nämlich vor dem Hypnotistren, bereit erklärt und fest ent­schließt, Alles zu thun, was man von ihr fordert, so hilft dem Hypnotiseur keinerlei Befehl an sein Opfer; des Menschen freier Wille bleibt ihm somit auch unter dunkler Gewalt."

Sie sprechen sehr kühn, mein Herr," erwiderte der Fürst und zuckte auf fo hochmüthige Weise die Achseln, daß Arthur sich die Lippen zusammenbeißen mußte, um nichts zu erwidern. Hätten Sie vielleicht," fuhr der Fürst fort,nach der Rich­tung Erfahrung gemacht etwa mit einem hypnotistrten Gläu­biger, der im Schlaf nicht darauf eingehen wollte, sich für be­zahlt zu erklären?"

Nein auch nicht mit einem Unverschämten, dem man in der Hypnose etwas Tact und Lebensart einflößen möchte," erwiderte jetzt Doctor Fels in scharfem Tone.

Eine unheimliche Stille trat ein, Niemand wagte die beiden Gegner anzusehen, welche nur der allmächtige Zwang der Eti- quette in Schranken hielt und, um diesen Bann aufzuheben, bemerkte der Oberförster:Es eignen sich auch nicht alle Na­turen zum Hypnotistren."

Beifpielsweise ich selbst," meinte der Doctor ernst,ich habe schon vielfach hypnotisirt, aber man konnte mich selbst nie in Schlaf versetzen."

Wie lange dauert es, bis ein Mensch völlig in diesen Hellschlaf versetzt wird?" frug die Gräfin, froh, ein ableitendes Gespräch zu finden,ich glaubte etwa eine Viertelstunde."

O nein, gnädigste Gräfin," bemerkte Doctor Fels,kaum zwei oder drei, allerhöchstens fünf Minuten; die Procedur greift den Hypnotiseur so an, daß er in Schweiß gebadet ist und alle seine Körperkräfte sich auf's Stärkste anspannen. Wenn nach fünf Minuten der Mensch noch nicht einschläft, wird es nie geschehen."

Und wie macht man das überhaupt," forschte Graf Wei­

lern,ich möchte einmal sehen, wie dabei zu Werke gegangen wird."

O, nichts einfacher," fiel der Fürst ein und wandte sich zu Therese,Sie erlauben gnädigst, Comteß." Und er begann, die geöffnete, ausgebreitete Hand mit etwas vorgebogenen Fin­gern dem Gesicht des jungen Mädchens in kreisender Bewegung nahe und immer näher zu bringen, während dabei sein stechen­der, fascinirender Blick unverwandt sich in den ihren bohrte. Therese blickte erst unmuthig zu ihm auf, dann wich dies Ge­fühl einer gewiffen Angst; ihr Herz pochte heftig, ihr Athem flog und wie dem Vogel unter dem Schlangenblick kam es mehr und mehr mit lähmender, unheimlicher Gewalt über sie bis die Gräfin und der Arzt zugleich aussprangen und letzterer energisch ausrief: «Hier muß ich denn doch aber Einspruch er­heben vom ärztlichen Standpunkte. Die Gräfin darf nicht hypnotisirt werden aus einer Laune; ihr zarter Körper neigt zur Hypnose ich verbiete solch' ein Experiment."

Schon wollte der Fürst, dunkelroth vor Wuth, emporfahren, als auch die Gräfin sehr ernst und entschieden sagte:Der Herr Doctor hat Recht, Durchlaucht, ich wünsche gleichfalls nicht, mein Kind zum Spielball eines Experiments gemacht zu sehen."

O, gnädigste Gräfin, wie können Sie so etwas nur denken," rief Fürst Sereco, wieder völlig galanter Weltmann, es war nur ein Scherz, durchaus kein experimentaler Versuch. Sie werden mir doch nicht zürnen, Comteß? Als Zeichen Ihrer Vergebung, gnädiges Fräulein, erflehe ich, ein Lied von Ihnen zu hören; ich weiß, welch' zauberische Stimme Sie besitzen." (Fortsetzung folgt.)

Ium Einzüge der Leiche des Fürsten Alexander in Sofia.

----H- (Nachdruck verboten.)

Nun hast Du wieder gefunden Den Weg in's Bulgarenland, Es hat der König der Kön'ge Dich Deinen Treuen gesandt.

Dein Ehrenfeld von Slivnitza,- Wo Du uns zum Siege geführt, Wir haben'« zu Deinem Gedächtniß Mit Batterien markiert.

Naht stch Dein Zug aus der Ferne

In fürstlicher Todespracht--

Vom Donner der eh'rnen Schlünde Sei Dir Salut gebracht!

Da« Echo pflanze dies Grüßen

Vom Berg zu den Thälern fort--

Wir haben Dich nicht vergessen, Dich, unseren Helden und Hort.

Noch einmal im letzten Glanze Erschaut Dich die Melropol' Aus tausend Kehlen klingt es: Alexander, lebe wohl!

Und still wird's um Dich werden, Wenn sie Dich hingebracht Da, wo der Menschen Meinung Nicht Freud' noch Leid mehr macht.

Hier an des Orients Pforten

Verschlaf' die Lebensfahrt Und sei noch Deinem Volke Im Tod ein Eckehart.

Dein Beispiel mög' es schirmen

Vor seiner Feinde Neid Dein Werk bleib' ihm erhalten Bi« in die fernste Zeit- E. M.