Gsinernnutziges.

Sammelt den Rutz! Man fülle zwei Blumentöpfe mit Erde von gleicher Farbe, bedecke die Oberfläche des einen mit Sand, während die des anderen in ihrer natürlichen Farbe verbleibt. Säet man nun eine Getreideart hinein und setzt die Töpfe der Sonne aus, so wird man finden, daß im Topfe mit schwärzlicher Erde die Saat schon grünt, während sie in dem andern kaum aufgegangen ist.

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Kartoffel als Reinigungsmittel. Der Abgang der rohen Kartoffel, die Schale, ist, in kleine Stücke geschnitten und mit nicht zu viel Wasser vermischt, das beste Reinigungs­mittel für Karaffen und beizt selbst veraltete Flecken aus dem Glas. Die rohe, geriebene Kartoffel, vorher nur gewaschen, nicht abgeschält, gibt ein vorzügliches Präparat zum Waschen von farbigen Wollsachen und Tapisserie-Arbeiten, die nach zwei­maligem Durchwaschen nur mit einem Zusatz von Essig gespült werden. Zum Scheuern von Blech und Zinn gibt die in Wasser ausgelaugte Kartoffelschale ein der Pottaschenlösung ähnliches Beizmittel. Daß sich Meffer mit einer durchgeschnitte­nen Kartoffel putzen und Stahlfedern durch Hineinstecken der Knolle vorzüglich reinigen lassen, ist wohl ziemlich allgemein bekannt.

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Fleckwaffer. 1) In einer Flasche mengt man 30 Gr. Salmiakgeist, 30 Gramm Weingeist, 4 Gramm Lavendelöl, 15 Gramm Regenwasser zusammen und schüttelt es tüchtig. Hiermit kann man alle ächtfarbigen wollenen, baumwollenen und leinenen Stoffe von Flecken reinigen. Nachdem man die betreffenden Stellen mit dem Fleckwasser tüchtig befeuchtet und die Flecken verschwunden sind, wäscht man sie in reinem Wasser sofort aus. 2) Man übergieße ein Theil Chlorkalk mit zehn Theilen kaltem Regenwasser und rühre das Ganze gut um. Dann läßt man es eine halbe Stunde stehen und seiht die Mischung durch Leinwand. Sodann setzt man so lange con- centrirtes Kali oder Natronlösung zu, als noch Niederschlag er» solzt. Nachher seiht man die Flüssigkeit durch.

Apfelschnee. Von vier gebratenen Aepfeln wird das weiße Fleisch genommen und ganz fein verrührt; dann fügt man das zu Schnee geschlagene Weiße von zwei frischen Eiern, 250 Gramm feingesiebten Zucker, den Saft einer Citrone und etwas abgeriebene Schale derselben hinzu und rührt dies andert­halb bis zwei Stunden lang recht fleißig.

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Blutvergiftung durch schwedische Streichhölzer. Wie vorsichtig man auch bei Verwendung schwedischer Streich­hölzer sein muß, beweist folgender, von derFundgrube" mit» getheilter Fall. Einer Schlossersfrau K. flog beim Anstreichen eines schwedischen Streichhölzchens ein glühendes Stückchen von der Zündmaffe unter den Nagel des rechten Zeigefingers. An­fangs achtete sie der unbedeutenden Verletzung nicht, nahm schließlich aber doch ärztliche Hilfe in Anspruch und begab sich nach der chirurgischen Klinik, wo ihr der Finger abgenommen werden mußte. Die Blutvergiftung war indeß schon so weit vorgeschritten, daß, ehe man zur Amputation des Armes schreiten konnte, bereits der Tod den Qualen der 42jährigen Frau ein Ende machte.

vermischtes.

Unangenehm. Pferdebahnschaffner:Welches von den beiden Kindern ist denn noch nicht sechs Jahre alt, der Knabe oder das Mädchen?" Die kleine Anna:Mama, laß mich diesmal noch nicht sechs Jahre alt sein."

Redaction: A. Scheyda. Druck und Verlag der

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Was sie denkt.Mama, hier in der Zeitung steht etwas von Migränestift; was ist das eigentlich?"Hm! Ich denke mir, das ist wohl ein Stift, worin solche Frauen wohnen, die immer Migräne haben!"

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Redensart. Kundin:Wie kommt es, Herr Prinzipal, daß es jetzt hier so leer ist, es war doch sonst gerade um diese Zeit Ihr Geschäft so unendlich besucht?" Prinzipal:Aber, gnädige Frau, sehen Sie sich doch dieses furchtbare Unwetter an, dabei geht doch kein anständiger Mensch aus."

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Ermunterung. Ein Oberst, der mit seinem Regiment mehrere ungeschickte Manöver vor den Augen Friedrichs des Großen ausführte, suchte seinen vom König eben belobten Ad­jutanten dadurch bei dem Monarchen in schlechtes Licht zu setzen, daß er ihn als Trinker hinstellte. Der alte Fritz sah den Oberst scharf an und sagte dann ermunternd:So?! Nun, dann sauf' Er doch auch!"

Muthmaßliche Ursache. Knabe:Können Sie uns nicht sagen, Herr Fischer, warum auf dem niedrigen Dach der Schnee noch liegt und auf dem höheren nicht mehr?" Herr Fischer:Hm, das wird wohl daher kommen, weil das höhere Dach der Sonne um ein Stockwerk näher liegt."

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Ein Mahner. Herr:Die Stiefel drücken mich ja fürchterlich!" Schuhmacher:Ich hab' sie mit Absicht so gemacht, damit Sie die Bezahlung nicht so leicht vergessen."

Literarisches

Pierers Conversationslexicoi» herausgegeben von Joseph Kürschner. Siebente Auslage.

Heber den 10. Band dieses literarischen Unternehmens haben wir zuletzt in Nr. 108 d. BI. vom 13. September 1892 kurz berichtet. Seit einiger Zeit schon ist zu ihm der Elfte hinzugetreten, so daß nunmehr der baldige Abschluß des Ganzen in sicherer Aussicht steht. Auch der vorliegende Band weist, wie seine Vorgänger, durch die geistvolle Ber< bindung des sachlichen mit dem sprachlichen Element, wieder bei ganz gleicher Behandlung eine so erstaunliche Fülle von wissenswerthem und interessantem Stoss, wie ihn keins der vorhandenen Conversationslexica von so beschränktem Umfange bietet. Er umfaßt 1592 Halbseiten, be­ginnt mit dem Worterufen" und schließt mit dem Namen der tür­kischen InselSymi" (Sinnbaki), während oas Lexicon am Rande nach Absolvirung von 10 Sprachen die wichtigsten Vocabeln des alt­griechischen Idioms von a bis u> bietet, so daß für den letzten Band nur ein Wörterverzeichniß der russischen Sprache noch aussteht. Als die bemerkenswerthesten und umfangreichsten Artikel des XI. Bandes heben wir hervor die über: Rumänien, Rumänische Sprache und Literatur, Russen, Russische Kirche, Rußland (S. 41 65), Sachsen (S. 92118), Sägemaschine, Säugethier, Sahara, Salm, Salpeter­säure, Salz, Salzburg, Samen, Samoa, Sand, St. Gallen, St. Petersburg, Sanskrit, Sardinien, Saturn, Sauerstoff, Savoyen, Schachspiel, Schädel, Schas, Schall, Schauspielkunst, Schelling, Schleiermacher, Schlesien, Schleswig-Holstein, Schmidt, Schnecke, Schnee, Schnellpresse, Schottland, Schrift, Schultz, Schul­wesen, Schwaben, Schwarzburg-Rudolstadt und Sondershausen, Schweden ^Schwedische Literatur und Sprache, Schwefel, Schwefel­säure, Schwein, Schweiz, Schwurgericht, Seide, Seife, Seminar, Senegal, Serben, Serbische Sprache und Literatur, Sevilla, Shake­speare, Sibirien, Sicherheitsvorrichtung, Siebenbürgen, Sieben­jähriger Krieg, Siemens, Silber, Sicilien, Slawen, Slawische Sprachen, Soda, Sonne, Sociale Republik, Spanien, Spanische Literatur, Spanischer Erbfolgekrieg, Sparta, Spectralanalyse, Specifisches Gewicht, Spiegel, Spinnen, Spinoza, Spiritus, Sprache, Staaten, Staatsschulden, Stadt (Städtewesen), Staar (Augenkrankheit), Steier­mark, Stein, Steinkohlen, Stephan, Stereotypie, Steuern, Stock­holm, Stolberg, Strafprozeß, Straßburg, Strauß, Stuttgart.

Zum Verständniß des Textes sind 10 Kartenbilder beigegeben und außerdem 36 zum Theil recht werthvolle, besonders die Schisfs- baukunst berücksichtigende, schwarze Jllustrationstafeln, während die farbigen diesmal ganz fehlen. Es unterliegt uns keinem Zweifel, daß der XL Band, wenn man ja auch hier und da einzelnes vermissen mag, wie z. B. häufigere Aussprachebezeichnung fremder Eigennamen mnd reichere Literaturnachweise, in Bezug auf Behandlungsweise des vielumfassenden Materials dieselben Vorzüge besitzt, die wir schon an den früheren Bänden rühmen konnten. Wir sehen mit Spannung der Schlußabtheilung entgegen. B.

rühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.