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Lowder schauderte und zitterte am ganzen Körper. Er fühlte sich von dem Schreiber durchschaut und rana nach Faffung.

Wenn mich nicht Alles täuscht, so wünscht Ihr nicht, daß der Signor am Leben bleiben soll", flüsterte ihm der Schreiber in's Ohr.

Ich verstehe Euch nicht", entgegnete Lowder.

Desto besser verstehe ich Euch", fuhr der Sich lianer im Flüstertöne fort.Er ist ein Verwandter von Euch?"

Nein 1"

Er ist arm?"

Sehr arm sogar!"

Wie ist sein Name?"

Unwillkürlich zögerte Lowder eine Weile. Wenn der Lord zu sich kam und sprechen konnte, so war sein Lügengewebe zerriffen. Lowder konnte aber nicht mehr zurück, er wollte das erträumte Glück um jeden Preis erhaschen und spielte deshalb va banque.

Sein Name ist Jasper Lowder", entgegnete er in anscheinend gleichgiltigem Tone.

Und wie lautet Euer Name?" forschte der neu­gierige Schreiber lauernd.

Ich bin Guy Tressilian auf Tressilian - Court ah, eben schlägt er die Augen auf." In der That hatten sich die hellblauen Augen des Schwer- verwundeten geöffnet und blickten leer und verständ- nißlos durch den Raum.

Er kennt mich nicht", sagte Lowder, wie von ßfttßv Qfift befreit.

In diesem Augenblicke trat Frau Vieini mit dem Branntwein ein. Sie flößte dem Unglücklichen einige Tropfeil ein und der Erfolg zeigte sich augenblicklich.

Er öffnete die blauen Augen wieder und lächelte Frau Vicini an, schaute mit einem Ausdruck ruhe­losen, ängstlichen Suchens umher, aber er schien nicht zu wiffen, was er suchte.

Wird er je wieder zu Verstand kommen?" war die Frage, welche Jasper Lowder's Seele bewegte. Wird er im Stande sein, nach England in seiner Eigenschaft als der Sohn des Baronets zurück­zukehren.

Der arme Guy lag in einem groben wollenen Hemde Vicim's auf dem Bette, als dieser, begleitet von Doktor Spezzo, einem geschäftigen, kleinen Ita­liener, zurückkehrte.

Wen haben wir denn hier? rief der Doktor, eilig in's Zimmer tretend.Laßt mich diesen schiff­brüchigen Engländer sehen. Macht Platz, Palestro."

Der Schreiber trat zur Seite und stellte sich am Fuße des Bettes auf, wo er sowohl den Kranken als seinen Freund mit seltsam forschenden Blicken betrachten konnte.

Der Doktor verbeugte sich vor Lowder, welcher sich als Guy Tressilian vorstellte und ihn beschwor, das Leben seines armen Freundes zu retten.

Doktor Spezzo ist der geschickteste Arzt in ganz Sicilien", sagte Frau Vicini ernsthaft.Er hat

ein Haus in Palermo und ein Lrndgut unweit von hier. Wenn er für den armen jungen Herrn nichts thun kann, so kann es Niemand."

Der Doktor nickte bei diesem Complimente freund­lich mit dem Kopfe, und ging dann an sein Geschäft. ' Er fühlte den Puls des Patienten, richtete einige Fragen an Lowder und untersuchte dann Guy'S Wunde.

Sein Gesicht wurde sehr ernst, als er sich in diese Aufgabe vertiefte. Ein oder zwei Mal schüt­telte er traurig den Kopf. Die männliche Schönheit seines Patienten, der edle Ausdruck des einst so hei­teren, gutmüthigen Gesichtes machten einen tiefen Eindruck auf ihn.

Eine kleine Weils herrschte tiefes Stillschweigen in dem Zimmer und die Zuschauer betrachteten den Doktor und den Kranken mit gleichem Jntereffe. Vicini hielt das Licht mit fester Hand. Seine Frau murmelte Gebete zur Mutter Gottes und zu ihrem Schutzpatron und gelobte große Kerzen für beide Altäre zu spenden, wenn der arme, junge Engländer nur davon käme. Lowder starrte den Doktor an, als ob dieser die Entscheidung über sein Sibett oder seinen Tod in Händen hielte. Palestro schaute zu wie Jemand, der ein Schauspiel beobachtet.

(Fortsetzung folgt.)

Wann und wie sollen wir essen und trinken?

Diätetische Plaudereien.

(Schluß.)

Auf gleiche Weise wird der Mensch dar Gefühl des Durstes nicht leicht unbefriedigt lassen, da es, wenn es sich recht ernstlich ankündigt, fast schwerer noch als des Hungers zu ertragen ist und feine Be­friedigung weit weniger Hindernisse findet, da das erste und angemessenste Getränk das Wasser beinahe überall ohne Mühe zu erhalten ist. Allein es giebt Individuen, welche, weil sie höchst selten Neigung zum Trinken verspüren, ganze Tage lang kein Getränk zu sich nehmen. Ein solches Verhält- niß scheint keineswegs natürlich, sondern in einer Verwöhnung begründet zu sein. Wer nämlich ein, selbst nur leise sich ankündigendes Gefühl des Durstes mehrmals unbeachtet läßt, der wird zuletzt nur sehr selten oder auch niemals ein Bedürfniß, zu trinken, in sich empfinden; der Organismus gewöhnt sich hier, wie überall, an das Naturwidrige, wenn es ihm wiederholt aufgenöthigt wird. Wie aber unser Körper aus fisten und flüssigen Thsilen besteht, so bedarf er zum Ersätze der verlorenen Materie, zur Erhaltung seines normalen Befindens auch der flüssi­gen'Stoffe eben so sehr, als der festen und es ist darum nothwendig, daß selbst eine geringe Neigung zum Trinken nicht unbefriedigt gelassen und überhaupt täglich eine angemessene Menge von Getränken ge­nossen werde.

Beim Essen und Trinken hüte man sich ferner vor zu großer Eile. Wenn man die Speisen und Getränke zu hastig verschluckt, so setzt man die