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das Wort allzu heil mit daran
igstens im Ante zwar schon gemacht, aber ch nicht anwen- Wahrhaftigkeit Minuten" auch in den Sumpf Atzung folgt.)
chiehener Jamilienblätter.
Belletristisches Beiblatt zum Gießener Anzeiger.
Nr. 112. Samstag dm 22. September. 1888.'
Im Kaufe Immendorf.
Original-Roman von Emilie Heinrichs.
(Fortsetzung.)
Er lachte über seinen Witz und blickie dann überrascht auf die dritte Gestalt, welche die Laterne gegen ihn emporhielt.
„Was ist denn da», Egon?" fragte der Major mit gut gespielter Verwunderung.
„Ein liebenswürdiger Sendling der Polizei, welcher mich erst zum Mörder stempelte und nun als Helfershelfer eine« solchen verhaften will."
„Herr, sind Sie des Kukuks?" rief der Major, zornig auf den Detectiv zutretend, „kennen Sie mich?"
„Gewiß, Herr Major!" versetzte Thorsen finster, „deßungeachtet muß ich darauf bestehen, daß Ihr Herr Neffe mir zum Crtminalrichter folgt."
„Aber weshalb? — Weshalb?"
„Weil der Herr Doktor gerade jetzt, wo wir j-nes Hau« polizeilich bewachen, diesen ungewöhnlichen Ausgang gewählt hat."
„Außerordentlich logisch, lieber Herr!" lachte der Major spöttisch, „weil mein Neffe einen Besuch in jenem Hause gemacht und deshalb diesen kürzeren Weg wählt, um mir nach unserer Abmachung auf der Promenade entgegen zu kommen, muß ec der Spießgeselle eines Mörders sein? — Sie überschreiten offenbar Ihre Befugniß, und ich werde ecla- tonte Genugthuung dafür verlangen, verstehen Sie, mein Herr Detectiv?"
Dieser befand sich in der Tbat in einer höchst unbehaglichen Lage, da er« sich nicht verhehlen konnte, daß sein brütker Vorgehen gegen diese beiden Herren, deren Ehre und Ansehen vor der Welt festgegründet und makellos waren, ihm seine Stellung kosten konnte.
„Gut, meine Herren!" versetzte er deshalb nach kurzem Nachdenken, »ich will von einer Verhaftung abstehen, muß aber da« Ehrenwort des Herrn Doktors haben, sich freiwillig morgen dem Herrn Staatsanwalt von Kaub zu stellen, falls Sie vor 10 Uhr Vormittag« keine gegenthetlige Mittheilung empfangen haben."
„Du kannst diese Forderung erfüllen, Egon!" sprach der Major.
„Wohl, so ungerechtfertigt diese Forderung auch ist, will ich sie dennoch erfüllen", erwiderte Egon. „Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, mich morgen im Lause de« Ta^er zu d m genannten Staatsanwalt
zu begeben, war vielleicht so wie so geschehen wäre. Und nun ist Ihre Mission, was meine Person anbetrifft, wohl zu Ende."
„Für heute Abend empfehle ich mich Ihnen, meine Herren!" rief der Detectiv mit.einem ironischen Ausdruck und war im nächsten Augenblick in der Dunkelheit verschwunden.
„Gute Nacht, Johann!" sagte der Majar, de« Neffen Arm ergreifend und bedeutungsvoll drückend, „verschweigt dem gnädigen Fräulein die unangenehme Scene, hört Ihr wohl, mein guter Alter? — Er könnte sie zu sehr erschrecken."
„Ach, Herr Major!" klagte Johann, der nicht Übel Lust zeigte, sein Herz auszuschütten.
„Schon gut, alter Freund!" schnitt ihm der Doktor rasch den Faden ab, „er war ein Jrrthum, — gute Nacht!"
Und elligst entfernten sie sich, um ein weitere« Unglück zu verhüten.
„In der That ein intereffanter Jrrthum, Onkel!" fuhr Egon nach einer Weile mit lauter, zornig klingender Stimme fort, „mich für einen Mörder zu halten, a!» solchen überfallen und verhaften zu wollen, da« geht doch über den Spaß. Wahrhaftig, dergleichen Gewaltthätigkeiten habe ich kaum in Afrika erlebt."
Der Major drückte seinen Arm und flüsterte: «Brav, mein Sohn!" laut aber erwiderte er: „Ja, e« ist ein starkes Stück, ich werde mich höheren Ort« darüber beklagen, möchte nur nicht, daß etwa« davon in die Oeffentlichkcit käme."
„Und wrshalv nicht, Onkel? — Haben wir beide etwa die Oeffentlichkeit zu fürchten? Ich will eela- ternte Genugthuung für diese Beschimpfung."
„Ach wa«, mein lieber Egon!" ließ sich der Major in begütigendem Tone vernehmen, „von einer Beschimpfung im realen Sinne kann bei Dir doch keine Rede sein, zumal der Detectiv, wenn'« ein solcher wirklich gewesen ist, möglicherweise nur seine Pflicht gethan hat. Wie ich gehört, soll gestern in der Thal ein Mord oder ein Act der Nothwehr im kleinen Gehölze sich ereignet haben, wie aber di« Polizei den Verbrecher mit dem Jmmendorf'schen Hause zu identtfieiren vermag, ist unbegreiflich, und möchte ich deshalb es vorziehen, uns stehenden Fuße» , zum Polizei-Director, der mir persönlich befreundet s ist, zu begeben, um Klarheit darüber zu erlangen und eine hochgeachtete Familie vor ferneren Belästi-
’ gungen, resp. Beleidigungen zu schützen."
i „Du hast recht, Onkel!" rief Egon, „gehen wir sogleich zum Polizei'Dircctor. Die Geschichte ist so
i Gießen.


