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sehr besetzt, daß in einem und demselben Coups nicht mehr genügender Raum für die Beiden und ihre umfangreichen Päckereien blieb. Einzelne Plätze seien allerdings noch mehrere frei, wie der gerade dis Thüren schließende Schaffner bemerkte; wenn der Herr hier aufsteigen und das Fräulein in dem einige Wagen mehr nach vorn befindlichen Damm-Coups aber weiter kam er nicht, vor den wüthenden und niederschmetternden Blicken des über eine solche Zu- muihung ganz aufgeregten jungen Mannes ver­stummend.

Ohne mehr auf den Schaffner, der ja nicht das geringste Vsrständniß zu haben schien, zu achten, eilten die Beiden weiter; kaum waren sie jedoch bis an das Ende der Zuges gekommen, als auch schon der Ton der Stationsglocke durch die klare Luft hallte. Jetzt galt es schnell sein; jetzt mußten ste sich entschließen, sich entweder trennen oder zurückbleiben.

Aber auf einmal blitzt er auf in dem Auge des jungen Ehemanns; er bemerkt, daß der letzte Wagen des Zuges gänzlich unbesetzt ist; nun hat er gesunden, war er suchte, wohin sein Sehnen ging, was sein Herz verlangte; seine Pulse schlagen rascher; in seinem Gesicht kann man die Freude, ja geradezu Glückselig­keit lesen, die in seinem Innern Platz ergreift.

Ohne einen weiteren Blick auf den Wagen zu werfen, ohne im Geringsten dadurch irriiirt zu wer­den, daß sämmtliche Thüren desselben geschloffen sind und ein Schaffner in der Nähr sich nicht befindet, reißt er mit einer energischen Geberde eine Thür auf, hebt sein über und über erglühendes junges Weibchen in das Coups, wirft dis Päckereien blitzschnell hinter­her, springt dann selbst hinein und zieht eilig und verstohlen die Thüre wieder hinter sich zu.

fassen aufmerksam machten und mit sichtlicher Span­nung des Orpheus Erwachen erwarteten, wurde er betroffen; er lehnte sich aus dem Fenster heraus und sah, während sein Gesicht die bisherige Heiterkeit und Glückseligkeit mit einem Schlags verlor und länger, immer länger wurde, gerade noch den Zug in einer Kurve hinter dem Bahnhofe verschwinden.

Das war ein schreckliches Erwachen aus dem ach! so schönen Traum! Vorbei war es mit dem Glück, vorbei mit der erhofften schönen Fahrt, vorbei mit der Seligkeit, die ihn heule an dem sonnigen Maien- 5 tage in der Gesellschaft seines süßen Weibchens er- k wartet! Alles dieses, alle die frohen Erwartungen I$ hatten sich in bittere Galle verkehrt. Aber was war zu thun? Er blieb eben weiter Nichts übrig, als wieder aurzusteigsn und bis zum nächsten Tags mit der unter den versprechendsten Auspicien begonnenen j Hochzeitsreise zu warten. Weit langsamer als sie eingestiegen, kletterten die s Beiden aus dem Coups wieder heraus, luden die : Schachteln und Päckereien auf und verlieben unter j dem heimlichen Gekicher des ihnen bereitwilligst einen breiten Durchgang öffnenden Publikums den Bahnhof, empört über dis Tücke des Schicksals und die Bosheit i der schadenfrohen Menschen.

s Wird's öald IrüHting werden?

Holder Frühling! kehre wieder, Säume nicht mit deiner Lust, Bring' uns deine frohen Lieder, Neue Hoffnung jeder Brust'I

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Es war aber auch die höchste Zeit gewesen; das - schrille Pfeifchen des Zugführers ertönte, die Dampf- 1 pfeife der Locomotive antwortete, und langsam setzte l sich der lange Train in Bewegung aber ohne den - Wagen, in dem unser Pärchen sich befand; dieser ; rührte und bewegte sich nicht von der Stelle, weil er ; mit dem Zuge überhaupt nicht verbunden gewesen j war und zurückbleiben sollte. i

Der junge Ehemann, welcher sich sogleich nach dem ! Einsteigen, triumphirend und strahlend vor Freude j darüber, daß da» Glück ihm heute so freundlich ge- I lächelt, an das Coups-Fenster gestellt und seine Börse \ hervorgezogen hatte, zweifellos in der Absicht, den t Schaffner durch silberne Bilder ohne Worte etwas ! milde zu stimmen und ihn zu bewegen, das Coups* auf den anderen Stationen nicht weiter zu besetzen, ; hatte allem Anscheine nach in seinem Wonnerausche s von den verschiedenen Signalen und dem Rollen und - Raffeln des abgefahrenen Zuges nicht das Geringste ; bemerkt. Als er jedoch nach einigem Warten einen 1 Blick hinüberwarf zu den auf dem Perron stehenden ' Reisenden und Gaffern, welche sich des Lachens jetzt ; nicht mehr erwehren konnten, einander auf den einsam * mitten im Bahnhofe stehenden Wagen und seinen Jn-

$ ring dem Herzen deine Wonne, Blüthenduft und schwellend Grün; Breite deine goldne Sonne Neber Berg und Thäler hin!

Daß die düst'ren Bilder fliehen, Die der Winter uns gebracht Und ein hoffnungsvolles Blühen Rings in der Natur erwacht.

Weck die Fluren aus dem Schlummer, All die Blümchen, dufterfüllt; Weicht doch jeder herbe Kummer, Wenn wir schauen dein Gefild!

Weck die Lerche früh' am Morgen, Wenn durchs Thal die Lüfte wehn;

Ach! wie gern wir auf sie horchen, Schwebt sie in den blauen Höh'n!

Säume nicht! O kehre wieder, Frühling, hell' im Sonnengold! Neige dich zur Erde nieder Strahlenhell' und lieblich hold!

Th. Loos.

Redaction: A. Scheyda, Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.