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Stimmung, daß alle dunklen Schotten, die sich auf skin sonst stet« so heiteres Gemüth gelegt, plötzlich Wie weggsweht waren.

Als sie wieder eines Abends bis gegen zehn Uhr emstg an der Operette gearbeitet hatten, sagte der Komponist:

Für heute ist es genug, und wenn es Ihnen Recht ist, Rshdenberg, so plaudern wir noch ein wenig." _ ,

Er entkorkte zwei Flaschen, füllte beide Gläser und fuhr fort:

Lassen Sie uns einmal darauf anstoßen, Srsg- ftied, daß sich unsere Wünsche erfüllen."

Langenbach warf sich dann in die Ecke des Sopha'r zurück, kreuzte die Arme und sagte:

Ich habe Ihnen, lieber Freund, vor einiger Zeit bereit« Verschiedenes aus der unglücklichen Ver­gangenheit von Helenens Tante, der Frau Schmidt, erzählt. Sie werden sich wundern, wenn ich Sie heute bitte, dem Ihnen Bekannten noch einiger hin- zufügen zu dürfen. Deshalb will ich gleich voraus- schicken, daß Ihrer am Schluß eine Aufklärung von besonderer Bedeutung ha.rl." (Forts, folgt.)

5>ie Waus in der Aasse.

Von Julius Bielitz.

Lieber Kind", sagte Fräulein Thekla Probst, ich bin im Innersten davon überzeugt, daß bei der Sache etwas nicht ganz richtig ist."

Die junge Frau Selben ließ ihre Häkelarbeit in den Schooß sinken und sah aus wie ein kleiner Vogel, der einen Schrecken bekommen und nun aus der Hut ist.

Etwas nicht ganz richtig?" wiederholteste,nein Thekla, ich kann mir nicht denken, was dabei nicht ganz richtig sein sollte."

Frau Selben war eine kleine hübsche Blondine, mit großen, verwundert blickenden Augen, einem bitten­den Ausdruck in ihrem zarten Gesicht und einer Stimme, die so sanst und süß klang, wie das Girren einer Ringeltaube. Ihre Freundin, Thekla Probst, war das vollkommene Gegentheil von ihr, ein großes grenadierartiges Wesen mit einem sehr bemerkbaren Anflug von Bart auf der Oberlippe, vorstehenden Backenknochen und einem Paar Ellenbogen, die so dürr und spitz waren, daß kein Kleiderstoff ihnen lange widerstehen konnte, weshalb selbst ihre neuesten Klei­der in der Gegend des Ellenbogens einen kleinen Flick trugen.

Liebes Kind", fuhr Thekla fort, und senkte ihre Stimme zu einem leisen Geflüster,die Sache ist ent­schieden verdächtig. Selben ließ es sich doch zu sehr angelegen sein, Dich zu einem Besuch bei Deiner Mutter, die dreiviertel Stunden von hier wohnt, für heute Abend zu bestimmen."

Das that er gewiß deswegen, weil er glaubte, es würde eine angenehme Abwechselung für mich sein", behauptete Frau Selben eifrig.

Natürlich, natürlich", gab die Freundin mit iro­nischem Lächeln zu.und auch für ihn wird es eine angenehme, ja, eine sehr angenehme Abwechselung sein."

Wie meinst Du das?" hauchte Anna und rich­tete ihrs Augen ängstlich auf Thekla.

Nein. Du bist doch ein schreckliches Gänschen", rief sie dann.Eine Herren-Gesellschaft will er geben, weiter will er gar nichts. Er will seins Freunde einladen und einmal recht lustig mit ihnen sein und in Deinem Hause alles um und um drehen, das Unterste zu obsrst kehren I Das ist seins wahre Absicht, Du kannst Dich darauf verlassen. Ich habe aus zuver­lässiger Quelle erfahren, daß Runge, der Delikateffsn- Händler, den Auftrag bekommen hat, hundert einge­machte Austern, ein Dutzmd Flaschen Champagner und auch noch andere Weine und eine große Schüssel Hummersalat zu besorgen. Für heute Abend, liebes Kind! Als ich heute früh davon hörte, wollts ich es nicht recht glauben, aber nun ich es von Dir erfahre, was Selben heute mit Dir verhandelt hat, ist gar kein Zweifel mehr möglich. Und so, meine Thsure", fügte sie mit furchtbarem Nachdruck hinzu,weißt Du jetzt, was Du von Deines Herrn Gemahls großer Güte, die Dir einen Besuch bei Deiner Mutter sür heute Abend gestattet, zu halten hast! Hahaha, man lehre mich die Männer ksnnen! Sie sind alle gleich, einer wie der anders!"

? Nacken.

Anna brach in Thränsn aus.

Dann geh' ich nicht", schluchzte sie,ich bleibe zu Hause."

Nein, liebes Kind, das darfst Du nicht. Du wirst Dich hübsch zurecht machen und mit den Kindern fahren. Wer weiß, wenn Dir wieder eine so schöne Gelegenheit geboten wird. Deinen Mann überlasse mir. Nichts, was hier im Haufe in Deiner Abw" senhsit geschieht, soll meinen Augen und Ohren ent ßcfjcti/*

3V aber wie willst Du das machen?" fragte dis junge Frau, in deren Kopf sich Alles wie im Kreise drehte.

O, nichts leichter als dar! Wenn Du weg bist, schleich ich mich durch die Hintere Treppsnthür, zu der Du mir den Schlüssel geben mußt, heimlich in's Haus und krieche in den großen Wandschrank, in dem das Tafelgeschirr stsht. Dort werd: ich Alles ganz ge­mächlich belauschen, was im Speisezimmer prssirt."

Ja, ja, Du wirst wohl recht haben", entgegnete Anna und zerrte in nervöser Unruhe an ihren Fin­gern ; ich hätte nie gedacht, daß Emil so verrätherisch gegen mich handeln könnte."

O, die Männer sind Alle gleich, einer wie der anders", sagte Thekla,und wir Frauen sollen nach ihrer Ansicht nur dazu da sein, damit sie uns zum Besten haben. Ich würde nicht heirathsn, und wenn vierzig Männer auf einmal auf ihren Kniesn zu mir gerutscht kämen! Nein, ich thäts es nicht! Dazu schätzte ich meine Freiheit, meine Unabhängigkeit viel zu ho i) 1"

Und sie warf ihren Kopf mit einem halb triumphi- renden, halb verachtungsvollen Schnauben in den