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Gesicht in die Hände stützte, brach sich sein Aerger - Bahn, und er fegte mit höhnischem Nachdrucke:
„Verzeiht Olla, wenn ich Euch meine scheinbar vergessene Persönlichkeit in Erinnerung bringe, aber Ihr würdet mir ein Vergnügen machen, wenn Ihr die reizende, italienische Arie singen wolltet, dis Ihr diesen Morgen einstudirt habt!"
Olla erhob ihren kleinen, schönen Kopf mit den dunklen Zöpfen, und schaute ihren Vormund mit ge- dankenvoller Miene an.
„Ich bitte um Entschuldigung, Herr Gower", sagte sie; „aber hobt Ihr zu mir gesprochen?"
Zornige Röthe bedeckte Herrn Dcrmeux Gower's Wangen. Seine Augen blitzten.
„Ich habe zu Euch gesprochen", sagte er finster. „Was ich gesagt habe, das bleibt fich gleich. Ich werde cs jetzt nicht wiederholen. Ihr bietet gerade so viel Gesellschaft, als diese Statuette dort. Soll ich Euer sonderbares Schweigen als vorsätzliche Beleidigung oder Mißachtung deuten?"
„Gewiß nicht", sagte Olla ernst.
„Was soll ich also denken? Daß Ihr verliebt seid?"
Ein zart<s Roth überflog Olla's dunkle Wangen.
Herr Gower betrachtete^ sie mit eifersüchtigem Argwohn.
„Ich habe die Wahrheit erralhen, nicht wahr?" fragte er aufgeregt. „Ihr habt Euch verliebt? Und wer, wenn ich fragen darf, ist Euer glücklicher Romeo? Irgend ein niedriggeborener, romantischer, sicilianischer Bauer, befien malerische Tracht, mit dem Traubenkorbe auf dem Kopfe, Eure Künstler' Phantasie gefangen nahm? Oder habt Ihr einen reisenden Engländer gefunden, der Euch und Euer Vermögen liebt?"
„Ihr täuscht Euch in beiden Vermuthungen, Herr Dcvereux Tower", erwiderte Olla mit vor Entrüstung glühenden Wangen. Ich habe mich nicht verliebt."
„Aber Ihr seht aus, als ob Ihr ein neue» Interesse am Leben gefunden habt", versetzte ihr Vormund beharrlich, ihre gedankenvolle Stimmung richtig deutend,
„Das habe ich auch", sagte Olla. „Ich habe entdeckt, was es heißt, die unschätzbaren Gaben des Leben» und des Geistes zu besitzen. Ich will ein gutes und ideales Weib sein, bie mir von der Vorsehung ve liehenen Gaben benützen — und Andere durch den Verkehr mi mir edler und besser machen. Ich will meiner eigenen Seele und ihr-n Trieben gerecht werden, indem ich für Andere lebe — Gutes thue."
„Bah I Euer ganzes Leben war eine lange Wohl- thst. Ihr habt die Bettelei immer begünstigt, fast mehr als Eure Börse gestattete. Es ist wahr, daß Ihr gegen mich zuweilen widerspenstig wäret; wollt Ihr das ändern?"
„Ich werde mich nie gegen Euch verändern, Herr Gower", antwortete Olla traurig seufzend. „Auf einem heutigen Spaziergange begegnete ich einem jungen Manne —"
„Ich Habs es mir gedacht", unterbrach sie ihr Vormund eifersüchtig.
„Er war schön wie ein junger Apollo, mit Augen so blau, wie das Meer zu den Füßen unserer Terrasse, und goldblonden, seidenweichen Haaren!"
„Ei, ei, wie doch die Beschreibung der Fräuleins verliebt klingt", sagte Herr Gower, während seine Augen in eifersüchtiger Wuth funkelten. „Unter solchen Umständen werde ich Krigger bezüglich seiner Pflichten weitere Unterweisungen geben müssen. Statt Euch zu überwachen, gestattet er Rendezvous mit dem nächstbesten romantischen Menschen."
„Der Arme ist sehr wenig romantisch — sein Geist ist dahin, unwiederbringlich verloren. Nicht einmal seinen Namen vermochte er zu nennen."
Herr Gower starrte sie betroffen an. „Also ein Blödsinniger."
Olla erröthete, gleichsam al» hätte man ihr einen | Schimpf angethan.
„Ob die Umnachtung seine« Geistes gleichbedeu- tend ist mit Blödsinn, weiß ich nicht", sagte sie in schmerzlichem Tone. „Dir Frau, die ihn in Pflege hat, eine sicilianische Bäuerin, sagte mir, daß der junge Mann Reisebegleiter eines reichen jungen Engländers war und daß sie in dem Sturm in der Nacht vom zwölften Schiffbruch gelitten haben. Als er an das Land geschwemmt wurde» stieß sein Kopf an einen Felsen, wobei er eine furchtbare Verwundung de» Schädels erlitt und der zu Rathr gezogene Arzt erklärte seinen Zustand für hoffnungslos — ihn für das ganze Leben blödsinnig."
„Ein trauriger Fall I Natürlich ist sein Gönner abgeretst und hat ihn längst vergessen?"
„Er reiste mit dem Dampfer am dreizehnten ab."
„All' Eure Entschlüsse, barmherzige Schwester zu werden, sind durch da« Interesse, das Ihr an diesem Blödsinnigen nahmt, entstanden?"
„Ich dachte", sagte Olla, „an sein verdunkeltes Leben und faßte den Vorsatz, diesem Unglücklichen nach Möglichkeit die dunklen Stunden zu erheitern — ich will ihn oft besuchen, ihm vorsingen, kurz und gut, ihm sein Dasein zu erhellen suchen."
„Thut, tote Ihr wollt, Olla! Nur gebt Acht, ob der Bursche den Blödsinn nicht blo» erheuchelt, um Euch den Hof zu machen", und Herrn Gower's Bugen blitzten abermals vor eifersüchtigem Verdachte. „Im Uebrigen erlaube ich mir die Meinung , daß dieser Mensch nach England zu seinen Verwandten gebracht werden sollte!"
„Wie ich höre, hat er gar keine Verwandten." „Wie heißt denn der Mensch überhaupt?" „Jasper Lowder!"
Ein unartikulirter, wilder Schrei tönte aus Gc- wer's Munde. Er war mehrere Schritte zurückge- taumelt und fahle Blässe hatte sein Gesicht bedeckt.
„Was sagtet Ihr? Habe ich recht verstanden — Jasper Lowder?"
Im höchsten Grade verwundert, schaute da« junge 1 Mädchen auf ihren Vormund.
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Kulturg-
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„Behüte ich bin im Kaffee."
„Bravo, Tassen beko meint und Spötter?"
„Meine reiner Men ding» ja be tränks ange Anfechtung schönen Mr Zu-gen au\ die Geschich ihm nicht schäften ab zu machen, nicht mögli schreiten; gelang ihm Küffeegettä im südliche:


