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Das Geld, welches in dem Secretär des För- sters vorhanden War, mar eine unbedeutende Summe, es konnte nicht in Betracht kommen, mit dem Ver- brechen nicht in Zusammenhang stehen.

Selbst auf dis Gtallgebäude, auf den Garten I und die nächste Umgebung im Walde dehnte der Richter seine Untersuchung aus. Das Geld dis 8 geraubten Gegenstände konnten ja vergraben sein er sand nichts. t .. . |

Was er indeß erlangt hatte, das Blatt mir den Notizen, die rothe Schleife, die Büchse, bte kleinen Spitzkugeln, das Geständuiß des Försters» daß er an dem Tage mit Berger aus dem Wege nach All» dorf zusammengetroffen sei dies Alles wog für ihn schwer genug. Es waren Brweffe, die ihm den Thäter deutlich genug zu zeigen schienen.

Mit spöttischem Bliche sah Hellmann den Richter an, als er wieder in'« Zimmer trat. Derselbe be­achtete es nicht. ,,

Ruhig ertheilts er den beiden Poltzeiveamten den Befehl, mit dem Förster im Wagen Platz zu nehmen und nach der Stadt zu fahren.

Ich mache Sie für Alles verantwortlich", fügte er zu dm Bsamtm hinzu.

Es waren zwei handfeste Männer, die auf ihrer Hut waren. ,c ,

Ruhig folgte ihnen der Förster, nachdem er noch einen Mantel sich umgehängt hatte, zum Wagen. Ohne Weigerung stieg er ein. Bon den Polizei- beamten setzte sich einer an seine Seite, der anders nahm ihm gegenüber Platz.

Der Criminalrichter wartete, bis der Wagen fort» gefahren war, dann folgte er ihm langsam, von dem Äctuar begleitet. Der Wagen hätte für Alle Raum gehabt' es war ihm indeß peinlich, mit dem För­ster zusammen zu sein.

Es war ihm das ganze Verhör pemlich gewesen. All' seine Kräfte hatte es in Anspruch genommen, jetzt fühlte er sich erschöpft. Er ging langsam.

D-r Gedanke zog durch seinen Kopf hin, rote leicht der Mensch durch einen einzigen Augenblick wilder, ungezäßmter Leidenschaft sein ganzes Lebens» glüä vernichten könne.

Halten Sie den Förster noch für unschuldig?" fragte er den Aelaar. ,

Nein", erwiderte dieser.Es stnd noch nicht immer so viel Beweise zur Ueberführung eines Schul­digen vorhanden. Nur das Eine scheint mir unbe­greiflich, weshalb er das Zusammentreffen mit Berger " so unumwunden eingestanol"

Er schien zu glauben, daß ich bereits darum wisse; er hat sich durch die Fragestellung fangen lassen", sprach Pintus.Man erlangt ja in alle» Verhören am meisten, wenn man die Frage so ein­richte!, daß der zu Verhörende völlig im Unklaren bleibt, wie viel man von dem Geschehenen bereits weiß. Man muß nun freilich dir Wahrscheinlichkeit des Geschehenen sorgsam überdacht haben, um dar­nach die Fragen einrichten zu können."

Der Abend war bereits hereingebrochen, als sie

die Stadt erreichten. Es mußte sogar schon dunkel gewesen sein, als der Wagen mit dem Gefangenen in der Stadt vngekommen war. EZ war dies des Richters Absicht gewesen, um unnörhiges Aufsehen

zu vermeiden. t r ..

Am Thore erwartete sie einer der berden Be- amttn, welche den Gefangenen begleitet hatten.

Er berichtete dem Richter, daß Alles gut abge­laufen sei. Der Förster war ruhig gewesen, hatte sich durchaus nicht widersetzt. Er befand sich bereits in sicherer Hast im Gefängnisse.

Der Polizeikommissäs Körber saß am Morgen des folgenden Tages in seinem Z mmer. Er hatte dm Kopf in die Hand gestützt und befand sich in jenem Zustand der Ermüdung, wo bis Gedanken will­kürlich umherschweifen, ohne einen bestimmten Gegen- stand scharf zu verfolgen. Es ist» als ob sie sich gänzlich von ihrem Gebieter,'f dem Willen» freige­macht hätten.

Er war erschöpft. Er sehnte sich nach vollstän- diger Ruhe und fand sie nicht. Das Geschick des Försters erfüllte ihn mit Besorgniß. Er wußte noch nichts davon, daß derselbe verhaftet war, allein er sah Aerger und Pein für ihn kommen» denn er kannte den festen, energischen Sinn des Richters. Er dachte an die Angst und Schmerzen, welche für die Mutter Hellmanns» für seine Schwester, daraus entstehen mußten.

Vergeben» hatte er nach gesonnen, wie er dies Geschick von ihuen abwenden könne es stand nicht in seiner Macht.

Seine Gedanken blieben bei Hellmann» Schwester weilen. Durch dm Förster hatte er sie kennen gelernt und seitdem war er oft in dem Hause ihrer Mutter gewesen und hat'e sich immer und immer wieder dorthin zmückgeschnt. Er war sich Anfangs selbst nicht bewußt gewesen, daß er Anna liebe. Sie gehörte zu jenen stillen, milden Frauen-Charakreratz welche nichts besitzen, wodurch sie blenden, wodurch sie augenblicklich fesseln; allein rs lag über ihrer ganzen Erscheinung eine stille, besriedigends Anmuth

Langsam hatte sich in Körbers Herz die Liebe zu diesem Mädchen eingeschlichen und jetzt war er sich klar bewußt, daß er ohne dasselbe nicht mehr leben könne. Dennoch hatte er bi» jetzt gezögert, Ann« seine Liebe zu gestehen, sein scharfes Auge hatte noch nicht zu errathen vermocht, ob er von ihr l wiedergeliebt werde. Vom ersten Tage an, an welchem er sie kennen gelernt hatte, war sie freundlich gegen ihn gewesen und so war sie geblieben; nur nach und nach war sie vertrauensvoller gegen ihn geworden.

Wie eine Schwester war sie gegen ihn in derselben milden, freundlichen Weise trat sie ja auch stets ihrem Bruder entgegen.

Seine Gedanken eilten in die Zukunft. Wie ganz anders und ruhiger mußte sich sein Leben ge­stalten, wenn Anna einst sein sein Weib war, ? wenn sie ihm eine stille, gemüthliche Häuslichkeit - schuf, in der er von den Mühen seiner Stellung