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Vermischtes.
Eine kleine Vorlesung. (Von einer alten unverheiratheten Dame, welche die Welt kennt, an ihre jüngeren Schwestern.) Meine geliebten Freundinnen, die Liebe ist wie ein Prozeß, denn esistviel leichter, einen anzufangen, als einen glücklich zu beenden. Das erstere kann man auf tausenderlei Weise thun, während das letztere weit schwieriger rst.
Befolgen Sie meinen Rath, liebe Freundinnen: Glauben Sie keinem Manne vor der Heirath, und trauen Sie ihm niemals nach derselben.
Ich brauche Ihnen wohl nicht erst Regeln anzu- geben, die Sie bei der Wahl eines Gatten befolgen sollen. Der weibliche Instinkt reicht für dergleichen Kleinigkeiten vollkommen aus. So viel aber will ich Ihnen sagen, daß der simpelste Mann als Ehemann durchaus nicht der am wenigsten gute ist. Je simpler Ihr Gatte ist, desto fügsamer werden Sie ihn finden, und desto leichter wird es Ihnen werden, ihn um den Finger zu wickeln. Wenn die Männer mehr Zutrauen zu ihren Frauen und weniger zu sich selbst hätten, so würde es weit mehr glückliche Ehen geben; so lange sie aber nicht lernen, was sie unserem Geschlechte schuldig siud, und sich bereitwillig zeigen, es auch zu bezahlen, so lange wird niemals in entern Haushalte jenes glückliche Gleichgewicht bestehe^ welches zur Zufriedenheit beider Theile unumgänglich nothwendig ist. — Ich fagte vorhin, daß der weibliche Instinkt bei der Wahl eines Gatten fchon allem hinreiche; indessen kann ich es mir doch nicht versagen, Ihnen einige Heine Fingerzeige zu geben, die mit dem Instinkt nichts zu schaffen haben, weil sie der Erfahrung entlehnt sind und Ihnen daher von ganz besonderem Nutzen sein werden.
Obschon ich mich, meine geliebten Freundinnen, niemals selbst auf das stürmische Meer des Ehestandes gewagt habe (hier zitterte die Stimme der schonen Vortragenden vor innerer Rührung), so habe ich doch vom stillen Hafen der Ehelosigkeit aus fo manchen Orkan und Schiffbruch mit angesehen und daraus allerhand nützliche Lehren gezogen, die ich Ihnen zu Ihrem Nutz und Frommen nicht vorenthalten will. Ich werde meine Beobachtungen auf den kleinen Kreis der Männer beschränken, die ich am Theetische zu studiren Gelegenheit gehabt habe. — Wenn ein Mann sich draußen vor der Thür die Füße abwischt, ehe er in's Zimmer tritt, so können Sie überzeugt sein, daß er ein guter, häuslicher Ehemann sein wird. — Wenn ein Mann beim Putzen der Lichter dieselben ausputzt, so können Sie sich darauf verlassen, daß einmal ein sehr alberner Ehemann aus ihm wird. — Wenn ein Mann beim Thee- oder Kaffeetrinken sich das Taschentuch über die Kniee breitet, so können Sie daraus schließen, daß er alle Anlagen zu einem klugen und vorsichtigen Familienvater hat. Der Mann, meine Heben Freundinnen, welcher Galoschen trägt und sich sorgfältig in Pelz und Shawl einwickelt,
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ehe er sich in die Nachtluft hinauswagt, wird in nicht seltenen Fällen ein sehr guter kränklicher Ehemann, der hübsch zu Hause bleibt und sich m Alles fügt, dafern man nur thut, als ob man an seine eingebildete Kränklichkeit glaubte, und ihn. darnach behandelt. Ein Mann, der keinen Thee trinkt, die Katze mit dem Fuße fortstößt, wenn sie ihm in den Weg kommt, raucht, schnupft, Bier trinkt und sich, sobald er in das Zimmer kommt, nut dem Rucken an den Ofen stellt, ist ein roher Mensch, dem Sie auf das sorgfältigste aus dem Wege gehen muffen. Der Mann aber, der erst, wenn der Thee vorbei ist, schüchtern bemerklich macht, daß er gar keinen bekommen hat, sondern übersehen worden ist — em solcher Mann wird einmal ganz gewiß der allerbeste Ehemann. Eine solche Geduld verdient durch die beste der Frauen und die beste der Schwiegermütter belohnt zu werden, und wenn Sie, meine jungen Freundinnen, einen solchen Mann kennen lernen, so thun Sie alles Mögliche, um ihn zu bekommen. — (Hwr schloß die schöne Vortragende, und ihre Zuhörerinnen entfernten fich t nm über diese inhaltschwere Vorlesung weiter nachzudenken.)
Vom Exerzierplatz. Lieutenant: „Richt' Euch! Müller, thun Sie Ihre große Nase zuruck! Das ist überhaupt keine Nase, das ist schon mehr ein Balkon!"
Durch die Blume. Gast: „Herr Wirth! Bitte nehmen Sie den Hasenbraten zurück und geben Sie mir etwas Anderes!" —Landwirth (gekränkt): Mein Herr! Ist der Hasenbraten etwa schlecht?" - Gast: „Er ist ganz vorzüglich zubereitet, aber ich esse nur Vegetarianer-Hasen!" — Landwirth: „Wie soll ich das verstehen?" - Gast: „Ich esse nur Hasen, die sich von Kohl nähren! Dieser Schlingel aber hier, der hat — Mäuse gefressen!"
Der Feind Darwins. Der kleine Anton: „Papa, heute haben wir in der Schule die Abstammung des Menschen gehabt." — Der Vater: „Na, denn erzähle man los!" — Anton: „Wir stammen alle vom Affen ab." ... - Vater: „Dummer Junge, stamme Du meinetwegen ab, von wem Du willst, aber lasse mir zufrieden."
Der kleine Geschäftsmann. Lehrer: „Wie viel geben fünf Thaler zu 2i/2 Prozent in drei Jahren? . . . Nun, Levinsohn, Du rechnest ja gar nicht mit!" — Schüler: „Nu, wo werd' ich — das> is kei Geschäft."
Siegesgewiß. Kavallerieoffizier, sich vor dem Eintritt in den Ballsalon nochmals im Spiegel musternd: So, und nun giebt's keinen Pardon!
Verfehlter Beruf. Brandmeister: „Aber Schlauchhuber, bei den bischen Feuer fo viel zu spritzen! Sie paffen auch viel besser zum Büffetrer als zum Feuerwehrmann."
ühl'schen Drucker« (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.


