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Ihr habt meine Antwort", sagte sie.

Dann geht Jasper Lowder morgen in ein Irrenhaus", erklärte Gower.

Und dann?" flüsterte Olla.

Wird er den Rest seines Lebens dort znbrin- gen", sagte Gower, seine sinnlichen Lippen mit wil­dem Ausdrucke zusammenpressend.

Olla schauderte. Ein furchtbares Weh schnitt ihr durch's Herz. Namenloses Mitleid für den armen Guy Tresstlian erfüllte ihre Seele.

Und wenn das Mitleid für den Unglücklichen und Hilflosen, den Ihr so leicht retten könnt, Euch nicht zum Nachgeben zwingt", fuhr Herr Gower mit höhnischem Lächeln fort, werdet Ihr vielleicht aus Mitleid für Euch selbst nachgeben. Fügt Ihr Euch mit Anbruch des morgigen Tages nicht in meine Wünsche, so wandert der junge Mann, der Euer Herz so rasch eingenommen, in das Irrenhaus. Auf einer Seite winkt ein sorgenloses, freies Leben, auf der andern Kummer, Finsterniß, Gefangenschaft, Ver­zweiflung bedenkt das wohll Entscheidet über Euer und des jungen Mannes Schicksal, morgen früh hole ich Antwort."

Er kehrte ihr den Rücken, warf die Thür hinter sich in's Schloß, verschloß dieselbe und entfernte sich.

Fünf Minuten, nachdem Herr Gower Olla ver­lassen hatte, flog ein mit einem Kiesel beschwerter und mit Bindfaden befestigter Brief durch das offene Fenster in's Zimmer.

Der Brief war von Jim geschleudert und der ehrliche Bursche schillerte darin die Vorkommnisse in der Fifcherhütte. Zum Schlüsse bemerkte er, daß zu einem Fluchtversuche das Boot der Frau Vicini, welche» mit ihrem gesummten Eigenthum verkauft sei, gute Dienste leisten könne, umsomehr als Gower in der kommenden Nacht beim Konsul speisen würde. Auch finde in der Nähe ein Dienerschaftkball statt, den Krigger sowohl als die Haushälle-in, des ein­förmigen Lkbens müde, auf einige Stunden zu be­suchen beabsichtigten.

Olla's Gesicht erglühte in freudiger Erregung, als sie den kurzen Brief durchlas.

Liebe gute, gute Amme, endlich ein Hoffnungs- strahl auf Erlösung", begann Olla in beinahe heite- rem Tone.Heute Nacht müssen wir entfliehen oder es bietet sich uns vielleicht nie mehr dazu Gelegen­heit. Jim theilt mir soeben mit, daß unser Peini­ger heute Nacht zu einem Diner beim Konsul eingeladen ist und ein Theil der Dienerschaft zu einem Ball gehen wird. Ich müßte mich sehr täu­schen, wenn nicht auch die zur Wache bestimmten Diener sich von ihrem Posten schlichen, um an einem ihnen so seltenen Vergnügen Theil zu nehmen. Aber hast Du auch Muth?"

Gewiß, meine Theuerste. Die ganze Welt will ich mit Dir durchwandern und vereint mit Dir jeder Gefahr trotzen."

Nun heißt es nur recht vorsichtig sein, damit wir keinen Verdacht erregen wir können keinerlei Vorbcrei'ungen treffen und müssen Alles erst ordnen,

wenn wir wieder frei find. Dem Himmel sei ge­dankt, daß ich reichlich mit Geld und Juwelen ver­sehen bin, in solchen Augenblicken lernt man erst den Werth des Geldes kennen. Pocke etwas Wäsche und noch etwaige Werthsachcn in die kleine Reisetasche olles Andere überlassen wir dem Himmel und dem Zufall."

Als Krigger den beiden Gefangenen da« Mit- tagsmahl fervirte, fand er anscheinend zwei hoffnungs- lose, vsizweiflungsvolls Frauen und beeilte sich so­fort, Herrn Gower diese Situation anzuzeigen und ihm dadurch baldigen Sieg in Aussicht zu stellen.

Ein triumphirendes Lächeln auf den Lippen und den Befehl, strenge Wache zu halten, noch einmal wiederholend, bestieg Herr Gower seinen Wagen.

Genau auf dieselbe Weise, wie Jim seine junge Herrin von den Tagesbegebenheiten unterrichtet hatte, theilte sie ihm in einem unbewachten Augenblicke ihren Entschluß mit, die kommende Nacht zur Flucht zu benützen.

Mit Hoffnung und Zittern verbrachte Olla den Abend, harrend auf den Augenbl ck, wo ihre Gefäng- nißwärter zum Tanze eilen sollten, um ihre Freiheit und die Guy Tresstlian's zu erringen.

Siebzehntes Kapitel.

Der Eindringling gewinnt immer siche­reren Boden.

Die kleine G-sellschaft, bestehend aus Blanche Jrby, Sr Arthur Tresstlian und Jasper Lowder dehnte ihren Spaziergang übtr fämmrliche Anlagen, Gärten, Gewächshäuser und sonstige interessante Plätze, die nicht wett vom Herrenhause entfernt waren und zum Tresstlian-Hof gehörten, aus. Low. der war vorsichtig und hütete sich vor jeder über, eilten Bemerkung. Hier und da tiff er einen Um­stand zurück, den er entweder von Guy selbst oder ou« dessen Tagebuch erfahren, und der von der Umgebung, in der er sich befand, angeregt wurde. Er überließ sich im ersten Augenblicks Ausbrüchen des Entzückens; zeigte Urberrafchung, wenn er etwa» Neues sah und bewegte sich im Ganzen sehr geschickt. Endlich kehrten sie in das Schloß zurück.

Blanche ging auf ihr Zimmer und Sir Arthur führte Lowder in da« große alte Bibliothekzimmer.

Ich bin froh, daß ich den lieben alten Saal unverändert finde", sagte Lowder, langsam an den langen Reihen der mit Büchern beladenen Schränke vorbeigehend und dieselben turch die Glasthüren aufmerksam betrachtend.Du hast eine prachtvolle B.blio hek, Vater, und jedes Buch ist werthvoll."

Er betrachtete die Büsten, welche über der höch­sten Bücherreihe unter der prachtvoll gemalten Decke des Zimmers angebracht waren und prägte sich ge­nau die Möbel und Alle«, was sonst im Zimmer war, ein.

Du siehst ermüdet aus, mein Junge", sagte Sir Arthur, mit der Hand über die blonden, parfümirten 1 Locken des Betrügers streisind.Wir dürfen »ich.

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