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Inzwischen war es wieder Morgen geworden, dieser Morgen. Ich ließ mir von einem Gassen- buben einen Miethswagen zur Thür holen, belud denselben mit meinem kostbaren Fund und fuhr nach hier."

Das allerdings", sagte Soltmann staunend, ist eine seltsame Geschichte; und ewig schade, daß der Kerl, den Sie schon vor Ihrem Revolver hatten, Ihnen da noch entkommen mußte. Wenn das so ist, dann gewinnt es allerdings den Anschein, als wenn wir hier einem neuen Anarchistenbund auf der Spur wären, welcher mit den verwerflichsten Mitteln arbeitet, um seine abscheulichen Zwecke zu erreichen."

Ja, und der rothe Matthies, welcher also im Kanal nicht ertrunken, ist die Seele dieses Bundes", bestätigte Neubert.

Ich kann es nicht ableugnen", entgegnete Solt­mann,obwohl ich auch nicht glauben kann, daß der junge Etwold Mitglied eines solchen Bundes sein sollte."

Warum nicht? Der Leichtsinn, welcher ihn be­seelt, ist von der Art, die zum Verbrechen führt. Aber wir wollen ihn noch nicht schuldig machen oder verurtheilen, ohne ihn gehört zu haben. Er ist verschwunden und allem Anscheine nach von dem heimlichen Revolutionskomitö gewarnt, desien Sitz wir nun glücklich entdeckt haben. Schweifen wir also deshalb gar nicht weiter ab und richten wir unser Augenmerk nur noch auf den rothen Matthies, der uns sowohl den Mord in der Schwedengasse, die Falschmünzerei und Herrn Eduard's Antheil an den anarchistischen Umtrieben wird erklären können. Den müssen wir haben, dann werden wir bald Alles wissen."

Soltmann war natürlich derselben Meinung.

Ist der Zugang zu den Katakomben bewacht?" fragte er.

Der mir bekannte, ja", erwiderte Neubert.

Sie vermuthen noch mehrere?"

Eine ganze Menge."

Die der rothe Matthies vielleicht kennt?"

Wenigstens einige. Denn ich halte dieses unterirdische Todtenseld nach einem flüchtigen Blick hinein für so umfangreich, daß es einen ganzen Stadttheil unterwölbt."

Wir werden es dennoch exploriren müssen."

Nach allen Richtungen. Und ich hoffe auf eine recht reiche Ausbeute."

Wenige Tage nach diesem Gespräch fand die polizeiliche Besichtigung der neu entdeckten unter­irdischen Todtenstadt bei Fackellicht statt, und zwar unter des Polizeiprästdenten persönlicher Leitung.

Man konnte nun zwar nicht seststellen, ob man das ganze Labyrinth von Kammern und Gängen durchforscht habe, aber der durchwanderte Theil lieferte schon eine überaus reiche Ausbeute.

Zunächst entdeckte man, wenn auch weit weg von der Falschmünzerei, eine Druckerei der Anarchisten und ganze Ballen verbotener Schriften, welche aus

derselben hervorgegangen. Sodann fand man noch mehrere Zugänge zu den Katakomben, in verschiedene Häuserviertel mündend. Alle waren gleich sehr ver­steckt. Man vermuthete noch eine größere Pforte, den öffentlichen Zugang zu dem unterirdischen Fried­hof; aber diese entdeckte man jetzt noch nicht.

Zufrieden mit dem Doppelfund der Druckerei und Falschmünzerei wurden auf Veranlassung des Präsidenten die Nachforschungen jetzt eingestellt. Die entdeckten Zugänge wurden aber mit Polizeiposten besetzt, um etwa hinab wollende Anarchisten abzu­fangen.

Diese waren aber offenbar schon gewarnt, denn keine Seele ließ sich blicken, und der rothe Matthies hatte es auch verstanden, sich noch einmal völlig un­sichtbar zu machen. (Fortsetzung folgt.)

James Hßompfon's Wrmüfal-rt.

(Humoreske aus dem amerikanischen Westen.)

(Schluß.)

Hört, Jungens", sagte da Ben Reader,das ist 'ne verdammt unheimliche Geschichte, da liegen nun fünf Büffel und doch ist noch nicht ein Körnchen Pulver von uns verschossen worden; rechne, daß da 'was nicht in Nichtigkeit ist."

Vielleicht steckt so'n miserables Prairiegespenst in der Heerde und treibt seinen Spuk, da können wir uns gratuliren, denn verlaßt Euch d'rauf, dann ist's mit unj'rer Jagd aus", meinte ganz ernsthaft ein Anderer aus der Gesellschaft.

Tod und Teufel", rief James aus,seht Ihr dort das Büffelkalb, das zwischen den alten Büffeln herumfpringt? Ich sage Euch, mit dem ist's nicht richtig I"

Thompson'S Arm wies auf ein Büffelkalb hin, welches etwa so groß wie ein Jährling, von einem Bullen zum andern sprang, worauf dann die be­treffenden Thiere wild umhertobten und schließlich ebenfalls in das Gras niederstürzten. Mit einem Male kam das räthselhafte Büffelkalb auf die Jäger zu und augenblicklich ertönte das Commando Thornton's:

Nieder auf den Boden, Jungens, und muckst nicht, bis der Racker mitten unter uns ist, dann aber losgepfeffert!"

Die Jäger kauerten nieder und warteten athem- los, bis das vermeintliche Gespenst herangekommen war; James war der dem letzteren am nächsten Befindlichen und obgleich der junge Mann mit großem persönlichen Muthe begab war, so zitterte er doch insgeheim, denn mit einem Prairiespuk und davon hatte er von alten Waldläufern schon manches unheimliche Geschichtchen gehört mochte er nichts zn thun haben. Aber zum Auskratzen war's zu spät; das Anthier, mit seinem zottigen