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In dieser Jahreszeit um acht Uhr."

So werde ich mich rechtzeitig einfinden."

Und weiter habe ich Nichts zu thun, als das Packetchen abzugeben?"

Nein, weiter Nichts."

Der Buchhalter legte die erloschene Cigarre in den Aschbecher und trank sein Glas aus.

Sie sind ein wunderlicher Heiliger", scherzte er,an demselben Tage, an dem Sie sich mit einer schönen Dame verloben, schicken Sie einer andern schönen Dame werthvolle Geschenke!"

Glauben Sie das nicht!" erwiderte der Haupt­mann, die Brauen leicht zusammenziehend;die Sendung hat einen ganz anderen Zweck."

Was kümmert's mich! Ich habe hier nur ein Amt und keine Meinung, und was Deines Amtes nicht ist, da lass' Deinen Vorwitz! Und nun gute Nacht, Herr Hauptmann; ich denke einen langen Schlaf zu thun, denn dieser letzten Tage Qual war groß."

Ein kräftiger Handdruck begleitete diese Worte. Lächelnd blickte Herr von Görlitz seinem heiteren Freunde nach, der mit leichtem Kopfschütteln sich entfernte.

6. Kapitel.

Der Brillantschmuck.

Der Landrath hätte voraussehen können, daß Julia Barlotti ihn nach ihrer Verlobung nicht mehr empfangen würde; somit war die zweite Niederlage, die er erlitt, seine eigene Schuld.

Carlotta war beauftragt, ihm mit dürren Worten zu erklären, Signora Barlotti empfange fortan nur noch ihren Verlobten und dessen intime Freunde; aber die schlaue Zofe hielt es int Hinblick auf die stets offene Börse des Landraths für rathsam, ihm die bittere Pille zu versüßen.

Sie müssen sich einige Tage gedulden", sagte sie geheimnißvoll lächelnd,der Herr Hauptmann v. Görlitz reist vielleicht demnächst auf seine Güter, dann wird meine schöne Herrin die Einsamkeit bald sehr langweilig finden."

Der Landrath drückte jetzt wirklich ein Goldstück in die Hand Carlotta's.

Ob diese Hoffnung nun sich erfüllt oder nicht, ich muß um jeden Preis mit der Signora reden", erwiderte er erregt.Denken Sie darüber nach, wie dies am besten zu ermöglichen ist, und benach­richtigen Sie mich, sobald Sie den Weg gefunden haben. Sie haben ihr gestern den Schmuck über­geben?"

Ja."

Und was sagte sie?"

Sie war überrascht", erwiderte die Zofe aus­weichend.Sie werden begreifen, daß der Augen­blick nicht schlechter gewühlt sein konnte; das Ge­schenk würde einen ganz anderen Eindruck gemacht haben, wenn es einige Tage früher oder auch später überreicht worden wäre."

Der Landrath zog die Unterlippe zwischen die Zähne; sein glühender Blick ruhte einige Sekunden lang starr auf der Thür des Boudoirs; dann wandte er sich hastig um.

Erfüllen Sie mein Verlangen und Sie werden auf meine Dankbarkeit rechnen dürfen", sagte er mit häserer Stimme;ich erwarte sie spätestens bis morgen."

Er war kaum in seine Wohnung zurüägekehrt, als Vera eintrat. Betroffen blickte er auf das elegante Etui, das sie in der Hand trug; er hatte es sofort erkannt.

Man hat mir diesen Schmuck zugeschickt mit dem Bemerken,, daß er wohl für mich bestimmt und irrthümlich an eine falsche Adresse gelangt sei", sagte sie in einem Tone, der ihn ihre ganze Ver­achtung empfinden ließ;Signora Barlotti sei nicht reich genug, solche Brillanten zu tragen, ohne dabei ihren guten Ruf zu gefährden."

Ackermann stampfte wüthend mit dem Fuß auf den Teppich; an die Möglichkeit diefer Demüthigung hatte er noch nicht gedacht.

So behalte die Steine, wenn sie Dir ge­fallen!" erwiderte er mit mühsam erzwungener Ruhe.

In den dunklen Augen Vera's blitzte es zornig auf.

Du fühlst wohl die Beleidigung nichts die in dieser Aufforderung liegt?" fragte sie.

Du nennst es eine Beleidigung, wenn ich Dir einen Brillantschmuck schenke, um den eine Fürstin Dich beneiden würde?"

Nachdem eine Signora Barlokli sich geweigert hat, diesen Schmuck aus Deiner Hand anzunehmen, wagst Du es, ihn Deiner Gattin anzubieten?"

Diese Eifersucht ist kindisch!"

Eifersucht?" spottete Vera.Nichts liegt mir in diesem Augenblick ferner, als dieses Gefühl! Ob Du Deine Ehre wahren und Deine Selbstachtung Dir erhalten, oder ob Du Beide in den Staub treten willst mir liegt Nichts daran; Du magst Deinen Weg gehen; ich werde niemals ihn durch­kreuzen."

Halt, wir sind noch nicht fertig mit einander!" rief der Landrath zornig, als die schöne Frau nach diesen Worten das Zimmer verlassen wollte.Wer hat Dir den Schmuck geschickt?"

Vera schlug vor seinem zornlodernden Blick die Augen nicht nieder; ernst und ruhig stand sie ihm gegenüber.

Ich werde Dir das so wenig verrathen, wie Du mir gestern über den bewußten Brief Aufschluß geben wolltest", erwiderte sie in entschlossenem Tone.

Und welche Gründe veranlassen Dich, daraus ein Geheimniß zu machen?" fragte er höhnisch.

Nach dem, was gestern zwischen uns vorgefallen ist, glaube ich, nicht mehr verpflichtet zu sein, Dir über mein Thun und Lassen Rechenschaft geben zu müssen!"

Deinem Gatten gegenüber bist Du dazu immer und unter allen Umständen verpflichtet!"

So ist es der Gatte mir gegenüber auch, und